L 07-Ausbau : Das Warten geht weiter

Die Ortsdurchfahrt, die sich in einem desolaten Zustand befindet (hier ein Archivbild) beschäftigt die Bresegarder schon seit 36 Jahren. Sie kritisieren, dass sich Politiker und Behörden einfach nicht für ihre Gemeinde interessieren.
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Die Ortsdurchfahrt, die sich in einem desolaten Zustand befindet (hier ein Archivbild) beschäftigt die Bresegarder schon seit 36 Jahren. Sie kritisieren, dass sich Politiker und Behörden einfach nicht für ihre Gemeinde interessieren.

Bresegard bei Eldena: Infrastrukturminister Christian Pegel stellt Planfeststellungsverfahren frühestens für Ende 2015 in Aussicht

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29. Juli 2014, 07:00 Uhr

Der Ausbau der Landesstraße 07 in der Ortslage Bresegard bei Eldena ist für die Einwohner der Gemeinde im Amt Ludwigslust-Land eine unendliche Geschichte. Die Ortsdurchfahrt, die sich in einem desolaten Zustand befindet, beschäftigt die Bresegarder schon seit 36 Jahren. Sie kritisieren, dass sich Politiker und Behörden einfach nicht für ihre Gemeinde interessieren. Und mit dieser Geschichte wurde auch Christian Pegel, der Minister für Energie, Infrastruktur und Landesentwicklung Mecklenburg-Vorpommern, konfrontiert. Auf der Sommertour des SPD-Landtagsabgeordneten Detlef Müller kam er mit Gemeindevertretern und Mitgliedern der Bürgerinitiative im Dorfgemeinschaftshaus ins Gespräch.

Die Begrüßung war freundlich, dennoch brachte es der frühere Amtsvorsteher des Amtes Ludwigslust-Land, Dr. Olaf Hinrichs, gleich auf den Punkt. „In dieser Sache fehlt uns erstens, zweitens, drittens eine klare Aussage, wie es nun endlich vorangeht. Wir haben das Gefühl, dass von Landesseite her gar nicht mehr gewollt ist, dass hier die Ortsdurchfahrt gemacht wird.“ Und der neu gewählte Bürgermeister Eckhard Schulz haute in die gleiche Kerbe: „Es kann nicht sein, dass wir Bresegarder den Mund halten und wir ein vergessenes Dorf sind. Seit Jahren erwarten wir als Gemeinde vom Straßenbauamt Schwerin ein Planfeststellungsverfahren, aber es kommt nicht.“ Der Minister reagierte: „Ich kenne das Problem bislang nur aus der Aktenlage. Was das Fällen der Bäume im Zuge des Straßenausbaus betrifft, so ist das Vorhaben hier schon bei der Umweltprüfung gescheitert“, so der Minister. Aber eine Baumreihe müsse gefällt werden, „sonst kriegen wir das mit der Breite der Straße nicht hin“, sagt Christian Pegel, der den Anwesenden mitteilte, eine entsprechende Umweltfachprüfung durch die entsprechende Behörde des Landkreises werde vorgenommen. Für den Ausbau der Landesstraße seien offenbar drei Varianten im Spiel. „Wenn wir Pech haben, liegt am Ende nur eine Variante vor. Danach geht es ans Planfeststellungsverfahren, das kostet auch nochmal Zeit. Die Kollegen im Straßenbauamt sind kontinuierlich dabei, aber wenn im Sommer nächsten Jahres alles durch wäre, dann wäre ich schon dankbar“, erläuterte der Minister.

Sandra Duwe von der Bürgerinitiative Bresegard (BI) würde es gut und richtig finden, wenn die Bürger in die Entscheidung vorher mit einbezogen würden. Dafür will sich auch der Minister starkmachen. „Wenn die Planung fertig ist, sollten die Verantwortlichen ein Signal geben an die BI zwecks Bürgerbeteiligung.“ Das werde aber in diesem Jahr nicht mehr passieren, so der Minister. „Im Jahr 2015 wird die Planung vielleicht soweit vorbereitet sein, dass wir im zweiten oder dritten Quartal in die Planfeststellung gehen können.“ Detlef Müller: „Wenn also der Vorentwurf der Planung steht, wird dieser in der Gemeinde ausgelegt.“ Dr. Olaf Hinrichs wünschte sich, dass die Bitterkeit, die sich in den vergangenen Jahren in der Gemeinde aufgebaut hat, einem freundlichen Miteinander zwischen Behörden und Einwohnern weicht. „Es gibt auch schon Strömungen, von außerhalb in unser Dorf hineingetragen, die sagen, die Bresegarder wollen das gar nicht. Das ist nicht hilfreich und stimmt so ja auch nicht“, so Sandra Duwe. „Wir wollen einfach eine vernünftige Kommunikation mit einem guten Ende für uns.“ Soll heißen, dass der Ausbau der L 07 in Bresegard doch eines Tages in Angriff genommen werden kann.

Minister Christian Pegel ist gern bereit, Anfang des nächsten Jahres wieder zu einem Treffen nach Bresegard zu kommen und sich mit der Gemeindevertretung und der BI über den Stand der Dinge zu verständigen.

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