Theater in Dömitz : Das Spiel auf der Elbe hat begonnen

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Probenarbeit kurz vor dem Abschluss / Feinschliff auf der schwimmenden Bühne unterhalb der Dömitzer Festung

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23. Juli 2014, 17:27 Uhr

Monatelang gab es Ankündigungen, es gab Ideen, das Floß wurde gebaut und gezeigt, es folgten Umbauten, die Proben in Neu Lübtheen und nun fügt sich in Dömitz alles zusammen: Das Theaterspiel auf dem Floß auf der Elbe hat tatsächlich begonnen. Und mit einem Mal sind alle Mühen vergessen, offenbart sich der ganze Zauber des Projektes, das den 25. Sommer nach der Wende am früheren Grenzfluss mitprägen wird.

Die Bühne auf dem Floß, vertäut in einer Elbbucht, davor die 400 Besucherstühle auf dem leicht ansteigenden Deich, dahinter der majestätisch daliegende Fluss, in der Ferne die Elbbrücke Dömitz, symbolischer geht es nicht. Dort, wo am Freitag Abend die Premiere der „vergessenen Brücke“ stattfinden wird, dorthin kam früher eigentlich keiner hin. Mitten im einstigen Niemandsland wird nun Theater gespielt. Geboten wird mit dem Stück nicht etwa dröger Geschichtsunterricht. Vielmehr wird eine deutsch-deutsche Geschichte erzählt, die sich von den Fakten her gar nicht so abgespielt haben kann, die aber doch auf bitteren historischen Tatsachen gründet. Wie vom künstlerischen Team der Kulturkate gewohnt, gibt es auch in diesem Jahr ein knalliges, lebendiges und uriges Sommertheater, die Zeit wird den Gästen nicht langweilig werden. Das ließ sich bei den ersten Proben schon gut erkennen. Witzig und zum Teil auch sehr ausgefallen sind die Kostüme. Vieles, so auch die Uniformen, ist keineswegs auf Originalität getrimmt, manches wird nur zitiert.

„Ein unbedeutender Grenzübergang. Zwei verfeindete Länder unterschiedlicher Systeme, getrennt und verbunden durch eine vergessene Brücke im Niemandsland. Auf der einen Seite das Grenzorgan Hartmut mit seiner Tochter Ute, die – wie könnte es anders sein – den jungen Grenzer Torsten auf der gegenüberliegenden Seite des Stromes liebt. Eine insolvente Hotelbesitzerin und ein angelnder Drogist, ein kurzsichtiger Staatspräsident und ein schwäbelnder Tourist – sie alle machen ihre eigenen Grenzerfahrungen an diesem gottverlassenen Ort.
Nur Schmugglitschinski und seine Bande sind hier ganz in ihrem Element. Denn der kleine Grenzverkehr ist eine Goldgrube: In die eine Richtung fließen Drogen und Kugelschreiber; in die andere Antiquitäten, Blutkonserven, ja sogar Menschen...“

So wird das Stück angekündigt, mehr soll auch nicht verraten werden. Perfekt ist zur Zeit noch wenig, die Mitwirkenden haben noch einiges an Arbeit. Vieles kann erst jetzt ausprobiert werden, da die schwimmende Bühne nun aufgebaut ist. Beleuchtung, Tonprobleme mit den über Funk gesteuerten Headsets, die Stichworte müssen sitzen, Bewegung koordiniert werden. Vieles lief in der ersten Probe noch nicht. Und wahrscheinlich wird es so sein, dass die Truppe von Vorstellung zu Vorstellung besser und reifer wird.

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