Dömitz : Das Schönste an der Festung

Der Weg in die Festung: Zugbrücke und die dazugehörige Toranlage wurden 2012 rekonstruiert.
Der Weg in die Festung: Zugbrücke und die dazugehörige Toranlage wurden 2012 rekonstruiert.

Museen in der Region: Die Festung in Dömitz ist der einzige vollständig erhaltene Festungsbau der Renaissance in Norddeutschland

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29. August 2018, 12:00 Uhr

Die Museen in der Region zwischen Neustadt-Glewe, Dömitz und Ludwigslust ziehen jedes Jahr Tausende Besucher an. Und dabei steht nicht nur das Schloss bei Urlaubern und Einheimischen im Fokus. Auch andere Museen gewähren einen anschaulichen Blick in die Geschichte. In unserer Serie stellen wir einige Museen und ihre Ausstellungen vor. Heute: Die Festung Dömitz.

Die Festung in Dömitz ist der einzige vollständig erhaltene Festungsbau der Renaissance in Norddeutschland. Seit die Festung vor circa 470 Jahren von einem italienischen Festungsbaumeister aufgebaut wurde, diente sie die meiste Zeit als zentraler militärischer Punkt zur Sicherung der mecklenburgischen Landesgrenze und der Zollhebestelle. Im 18. Jahrhundert dann, errichtete man dort unteranderem eine Landesstrafanstalt, in der später der berühmte deutsche Dichter Fritz Reuter sein letztes Haftungsjahr absaß. Nach dem Umbau zum Museum 1953 gestaltete man in der ehemaligen Hauptwache der Festung eine große Ausstellung zu Ehren Reuters.

Neben der Ausstellung zum Schriftsteller und seiner Häftlingsgeschichte beleben auch andere Dauerausstellungen die Gebäude auf dem Festungshof. Zum Beispiel gibt es in der alten Hauptwache momentan eine Ausstellung zur Festungs- und Stadtgeschichte zu entdecken, die sich sonst im ehemaligen Kommandantenhaus befindet.

Doch das Gebäude ist derzeit nicht zugänglich und soll saniert werden. Außerdem führt das Museum seine Besucher an die früheren Verteidigungsanlagen heran, die sogenannten „Kasematten“ und klärt über das städtische Handwerk auf. „Um immer wieder den Bezug zur Festung herzustellen, haben wir Modelle in einigen Ausstellungsräumen aufgehängt. Oft werden wir im Bezug darauf auch gefragt, was das Schönste an der Festung ist und die Antwort ist - die Festung als Ganzes“, erklärt der Leiter des Museums, Jürgen Scharnweber.

Für Kunstinteressierte gibt es eine wechselnde Kunstgalerie. Momentan stellt der Berliner Künstler Uwe Müller-Fabian seine Werke dort aus. Im ehemaligen Zeughaus, wo früher die Ausrüstungsgegenstände des Militärs gelagert wurden, gibt es seit 2013 eine Ausstellung über das Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe, in der es vor allem um die nachhaltige Entwicklung und den Klimawandel im Reservat geht.

Neben dem täglichen Museumsgeschäft finden auch Konzerte und andere kulturelle Ereignisse in der Festung statt. Ende August ist sie zum Beispiel Gastgeber für das klassische Open Air „Nabucco“. An die 700 Menschen werden dafür im Innenhof erwartet.

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