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Ludwigslust : „Das ist eine verrückte Ernte“

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Massiver Regen und die Folgen beeinträchtigen noch immer die Landwirte des Altkreises Ludwigslust / Nun auch Raps stark betroffen

Durch die anhaltenden und kräftigen Regengüsse der vergangenen Wochen steht im Altkreis Ludwigslust teilweise noch immer das Wasser auf den Wiesen und Feldern. Die Ernte sämtlicher Getreidesorten geht nicht voran, es drohen große wirtschaftliche Verluste für die Landwirte. Nicole Gottschall, Geschäftsführerin des Bauernverbandes Ludwigslust, prognostiziert für dieses Jahr allenfalls ein durchschnittliches Ernteergebnis.

„Es gibt Landwirte in unserem Bereich, die in diesem Jahr noch gar nichts ernten konnten“, sagt Nicole Gottschall. Grund dafür ist der massive Regen der vergangenen Zeit. Einerseits wird dadurch das Getreide platt gedrückt, andererseits kommen die schweren Landmaschinen aufgrund des aufgeweichten Bodens nicht auf die Felder (SVZ berichtete). Was zunächst vor allem die Gerstenernte beeinflusste, greift jetzt auch über auf Raps, Weizen, Roggen und Lupine.

Besonders der Raps bereitet den Landwirten und auch Nicole Gottschall große Sorgen. „Man kann schlichtweg sagen, der Raps ist in diesem Jahr eine Katastrophe.“ Da die Beize, also eine Art Schutzhülle des Saatgutes, vor einigen Jahren verboten wurde, ist der Raps eh schon anfälliger, wie Nicole Gottschall erklärt. Durch die extreme Feuchtigkeit hat sich die typisch gelbe und leuchtende Farbe verdunkelt und der Raps ist von innen oft vergammelt. „Selbst wenn man den Raps irgendwann vom Feld bekommt, bringt er entweder gar keinen Ertrag mehr oder nur mit geringer Qualität“, so Gottschall weiter.

Doch nicht nur die Getreide- oder Rapsfelder sind von den schlechten Witterungsverhältnissen betroffen. Viele Landwirte unterhalten auch Grünland zur Futtergewinnung für die Tiere oder um Heu herzustellen. Doch auch hier sind aufgrund des stehenden Wassers keine Schnitte möglich.

Nicole Gottschall erinnert sich noch gut an die positiven Aussichten im Frühjahr. „Damals war ich sehr glücklich über die Bestände. Doch das Glück hat uns verlassen.“ Es sei einfach eine verrückte Ernte in diesem Jahr. Deshalb nutzen alle Landwirte aktuell jeden regenfreien Moment und jeden schönen Tag aus, um so viel wie möglich zu ernten. „In diesem Zusammenhang möchten wir die Bevölkerung auch um Verständnis für eventuellen Lärm oder vermehrt Landmaschinen auf den Straßen bitten“, erklärt Nicole Gottschall.

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