Vielank : Das Holpern hat ein Ende

Darauf haben die Vielanker lange warten müssen: Bürgermeisterin Christel Drewes durchschnitt gestern mit Landrat Rolf Christiansen das Band für die Freigabe der K 32.  Fotos: Hennes (3)
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Darauf haben die Vielanker lange warten müssen: Bürgermeisterin Christel Drewes durchschnitt gestern mit Landrat Rolf Christiansen das Band für die Freigabe der K 32. Fotos: Hennes (3)

Der Verkehr rollt wieder - dieses mal aber auf einer asphaltierten K 32 in Vielank

svz.de von
07. Dezember 2017, 21:00 Uhr

Kein Tassengeklapper mehr im Küchenschrank. Kein vibrierender Sessel im Wohnzimmer. Seit gestern ist es ruhig im Haus von Familie Baack, wenn draußen vor der Tür ein Laster vorbeifährt.  Fast 23 Jahre wohnt Gerd Baack in dem Haus in der Straße der Freundschaft.  23  Jahre musste er zusehen, wie das Kopfsteinpflaster  immer tiefer sackte und  wie das Regenwasser so weit anstieg bis nur noch ein kleiner Streifen Straße zu sehen war.

Das 480 Meter lange Straßenstück vom Brauhaus bis zum Ortsausgang Richtung Tripkau hat auch den Landkreis jahrelang beschäftigt. „So lange ich im Dienst bin, kenne ich das Problem“, sagte Landrat Rolf Christiansen gestern Mittag, bevor er die neue K 32 mit dem Scherenschnitt freigab.  „Es hat uns  viele Diskussionen und Gespräche gekostet.“ Die Situation vor Ort sei nicht einfach gewesen. Aus technischen und aus finanziellen Gründen. Dank einer  kombinierten Förderung mit Geld aus dem Kommunalen Straßenbau MV und  dem ILER-Programm ist  die Straße nun in nur drei Monaten  für 510000 Euro saniert worden. Weil die Fahrbahn  kein Gefälle hat, war eine so genannte Pendelrinne aus Gussasphalt verlegt worden, die das Regenwasser zu den tiefer gelegenen Abläufen „pendelt“. „Wie gut das funktioniert, haben wir schon während der regenreichen Bauzeit erleben können“, sagt Marion Festner. Sie arbeitet für den  Landkreis im Fachdienst Straßen- und Tiefbau und  hat den Straßenbau in Vielank von Anfang an begleitet. „Wegen des fehlenden Vorfluters fließt das Regenwasser hier  durch ein Rohr  zur Sedimentationsanlage. Dort wird  es   grob gefiltert, vorgereinigt,  und in  Rigolen zwischengespeichert bis es  nach und nach versickert. 

Vielank war das letzte Kreisstraßenbauprojekt, das Marion Festner in diesem Jahr betreute.  Die Bedarfsliste für Straßen  für 2018  bleibt  lang. Immerhin stehen dem  Landkreis dann 1,5 Mio Euro mehr als im Vorjahr  für Investitionen im Straßenbau zur Verfügung. Geplant sind  unter anderem der Neubau der K 50 nahe  Eldena, der K 27 bei Wittenburg und  der K 105 bei Vorbeck.

Die Vielanker haben ihre neue Straße gestern bei  Kaffee, Kuchen  und Schnittchen im Gemeindehaus gefeiert.  Auch Gerd Baack  war dabei.  Gemeinsam mit Heiko Bäuch hatte er sich  vor allem in den zurückliegenden drei Jahren   für den Neubau eingesetzt. In Ausschüssen, im Kreistag, beim Bürgerbeauftragten des Landes. Bäuch: „Wenn ich in dieser Zeit etwas gelernt habe, dann das: Für Erfolg muss man hartnäckig bleiben  und einen langen Atmen haben.“

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