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Ludwigsluster Tageblatt

20. Oktober 2017 | 22:03 Uhr

Rüterberg : Das Gold der Elbregion

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Zwei Rüterbergerinnen nutzen die Schätze der Natur für Delikates und bieten Künstlern eine Plattform. Bei „Kunst offen“ sind sie dabei.

von
erstellt am 10.Mai.2016 | 07:00 Uhr

Am Anfang war ein Stückchen Bernstein. Carmen M. Borchers und Julija Polonskaja-Günther hatten es vor Jahren am Ufer der Elbe bei Dömitz entdeckt. „Das ist das Gold der Elbe“, erinnert sich Carmen M. Borchers an ihren ersten Gedanken damals. Genau genommen war dieser Fund aber gar nicht der Anfang. Bei ihren Spaziergängen hatten die beiden Naturliebhaberinnen schon zuvor oft interessantes Treibgut, viele Früchte, Wildkräuter, Lavendel, Wildporree und andere Pflanzen entdeckt – am Wasser, im Wald, auf Wiesen und in vielen Gärten. „Dieser Reichtum hat uns inspiriert, diese Schätze, das Elbgold, handwerklich zu verarbeiten“, erklärt die 65-Jährige. Ein Name für die kleine Unternehmung war schnell gefunden: Elbgoldmanufaktur.

In der Küche ihres von 1889 stammenden Siedlerhauses in Rüterberg zaubern Carmen M. Borchers und Julija Polonskaja-Günther die ungewöhnlichsten Kreationen: Löwenzahngelee, Kornelkirschenkonfitüre, Johannisbeergelee mit Lavendel, Bärlauchsalz, Steinpilzöl, Fliederbeergelee mit Tonkabohnen. „Die Zutaten bekommen wir nicht nur aus unserem eigenen Garten, sondern auch von Nachbarn und Freunden“, so Carmen M. Borchers. „Pfirsiche gegen Kuchen, Karpfen gegen Johannisbeeren – das funktioniert hier.“ Die „Produktion“ ist klein, absolut regional und saisonal. „Wenn die Kornelkirschen alle sind, ist es vorbei mit dem Kornelkirschengelee“, betont die 65-Jährige. „Aber diese Beschränktheit und Ausgesuchtheit finden wir sehr schön.“

Vor rund 16 Jahren hatten Carmen M. Borchers und Julija Polonskaja-Günther (52), die damals noch in Hamburg lebten, das alte Haus in Rüterberg als Wochenendhaus gekauft und Stück für Stück in viel Eigenarbeit saniert. Anfang dieses Jahres zogen sie komplett auf diese Seite der Elbe. „Wir wohnen, wo andere Urlaub machen“, schwärmt Carmen M. Borchers, die bis zu ihrem Ruhestand als Bildungsreferentin tätig war. In Rüterberg wollen sie und ihre Freundin Julija Polonskaja-Günther, die aus Russland stammt und Ärztin ist, nicht nur Leckeres aus den Schätzen der Region zaubern, sondern Delikates mit Kunst und Handwerk verbinden. „Wir wollen Künstlern und Handwerkern eine Plattform bieten, ein Netzwerk schaffen, das Menschen zusammenbringt, die gemeinsam aktiv werden wollen, um die Gegend attraktiver zu machen“, so Carmen M. Borchers. Jetzt, wo sie das ganze Jahr über in Rüterberg wohnen, könnten sie auch die Idee von einer kleinen Galerie im Obergeschoss des Hauses in die Tat umsetzen. Genutzt wird der Raum schon jetzt einmal im Jahr, um Künstler und ihre Werke zu präsentieren – immer zur Aktion „Kunst offen“ am Pfingstwochenende. „In diesem Jahr werden wir zum sechsten Mal dabei sein“, so Carmen M. Borchers. Erwartet wird dazu Andreas Raatz, der Werke im Stil des abstrakten Expressionismus und des Action-Paintings zeigt. Die Ausstellung wird am Sonnabend um 13 Uhr eröffnet. Von 14 bis 18 Uhr haben Interessierte die Möglichkeit, an einem Workshop mit Andreas Raatz teilzunehmen. (Anmeldungen unter Tel. 0170 / 2469718) sind erwünscht. 

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