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Ludwigsluster Tageblatt

20. September 2017 | 20:31 Uhr

Gross Krams : Das fast vergessene Windprojekt

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Sondersitzung des Kreisausschusses zu Groß Krams verabredet / Gegner befürchten, dass noch schnell Fakten geschaffen werden sollen

von
erstellt am 13.Mai.2014 | 07:00 Uhr

Es ist wohl der berühmteste Windpark der Region, der von Groß Krams. Dabei gibt es ihn in der Realität gar nicht, noch nicht. Jetzt waren die jüngsten Planungen plötzlich Thema im Kreistag.

Seit Jahren wird an dem Windpark geplant, es wird gekürzt, gestritten, der Naturschutz wird bemüht für oder gegen die Windanlagen, die zwischen Redefin und Groß Krams rechts und links an der B 5 entstehen sollen.

Für den Park, immerhin geht es wohl noch um 19 Riesen-Windanlagen, läuft nämlich seit 24. März die inzwischen vierte öffentliche Beteiligung, um die Ausweisung eines Windkraftgebietes im Raum Groß Krams/Redefin/Bresegard durchzusetzen. Treibender Keil ist dieses Mal die Geschäftsstelle des Regionalen Planungsverbandes. Die will natürlich auch vom Landkreis eine öffentliche Stellungnahme. Für die CDU-Fraktion Anlass genug, einen Dringlichkeitsantrag für den Kreistag vorzubereiten. Der wurde dann zwar nicht beschlossen, weil die CDU es versäumte, den Antrag mündlich vorzutragen. Dennoch einigte man sich sehr schnell außerhalb der Formalitäten. Bereits in den kommenden Tagen soll es eine Sondersitzung des Kreisausschusses geben, der dann eine Stellungnahme abgeben soll. Für die CDU ist nach den Äußerungen im Kreistag jetzt schon klar, dass die Fraktion in der Sache keine schnelle Entscheidung will. Bei einem positiven Bescheid des Kreises wäre die Chance hoch, dass für den Park sehr schnell Baurecht entstehen würde. Und zwar nach alten Kriterien. Die sind weniger streng als die neuen Regeln, an denen in den Landkreisen Ludwigslust-Parchim und Nordwestmecklenburg gearbeitet wird.

Für die Gegner des Parks ist die Richtung klar, wie Marianne Röckseisen von der Bürgerinitiative schreibt. „In den vom Planungsverband geschickten Beteiligungsunterlagen ist die Tendenz klar. Mit suggestiven Formulierungen, die keinerlei Zweifel an der Eignung des Gebietes aufkommen lassen, werden darin die möglichen Konfliktpunkte zwischen Menschen, Tierwelt, Landschaft und Sachgütern aus unserer Sicht beiseite gewischt. Obwohl derartig ignorant mit den Naturschutzaspekten umgegangen wird, bleiben nach unserer Meinung immer noch viele Teile des Gebietes für WK unbebaubar. Die Geschäftsstelle des Planungsverbandes Westmecklenburg hat aber alles gegeben, um auch den letzten irgendwie ausweisbaren Quadratmeter in die Gebietskulisse aufzunehmen.“

Die Gemeinde Redefin, die Bürgerinitiative Gegenwind aus der Region, die Bürgerinitiative Groß Krams für Natur und Umwelt und der Verein „Bürger für Bresegard e.V.“ kämpfen seit langer Zeit gegen die Ausweisung eines Windparks im Bereich ihrer Gemeinden. Sie wollen die Lebensqualität für Menschen und Natur erhalten und nicht einer fehlgesteuerten, gewinnorientierten Energiepolitik opfern, die großen ökologischen Schaden anrichtet. Es gibt aber auch Befürworter des Parks, die aber lange nicht so gut organisiert sind und sich bisher nur selten öffentlich geäußert haben. Ob der Park Groß Krams nun schnell kommt oder nicht, wird wohl noch 2014 entschieden.


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