Gross Schmölen : „Das Abenteuer meines Lebens“

Auf dem Weg nach Machu Picchu ließen sich Lara (l.) und Stephanie (3.v.l.) mit Einheimischen fotografieren.   Fotos: privat
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Auf dem Weg nach Machu Picchu ließen sich Lara (l.) und Stephanie (3.v.l.) mit Einheimischen fotografieren. Fotos: privat

Lara Weinberg aus Groß Schmölen besuchte ihre südamerikanische Gastschwester in Peru / Beeindruckende Erlebnisse im Andenstaat

svz.de von
04. März 2014, 09:38 Uhr

Knapp ein Jahr, nachdem Stephanie aus Peru zwei Monate in der Familie von Lara Weinberg lebte, hat sich die 15-Jährige aus Groß Schmölen zum Gegenbesuch aufgemacht. Nach ihrer Rückkehr hat sie ihre Erlebnisse aufgeschrieben:

„In Lima wurde ich von meiner Gastfamilie am Flughafen abgeholt. Sie gab mir sofort das Gefühl von Herzlichkeit. Ich fühlte mich müde, aber an Schlafen war vor Aufregung vorerst nicht zu denken.

Am nächsten Tag konnte ich mir erstmals ein Bild von Lima machen. Stephi ist mit mir an den Strand gefahren. Traumhaft. Erst da habe ich realisiert, dass ich tatsächlich in Peru bin. Die nächsten Tage war ich mit Zeitumstellung und Eingewöhnung beschäftigt. Es fiel mir schwer, an zu Hause zu denken, ohne Heimweh zu bekommen. Außerdem machte mir das heiße tropische Wetter sehr zu schaffen. Nach 14 Tagen konnte ich das schöne Peru endlich richtig genießen. Vielen Dank meiner Gastfamilie, die sehr viel Geduld mit mir hatte. In Lima, der Hauptstadt von Peru, lebt die Familie im Stadtteil Santiago de Surco in einem Appartement. Ich habe Stephis Freunde kennen gelernt und lieb gewonnen. In Lima muss man unbedingt im ,Lacomar’ essen und shoppen gehen. Das war natürlich was für uns Mädchen.

Stephi war es ein Bedürfnis, mir Villa Rica zu zeigen – dort hat die Familie einen „Chacra“, einen Bauernhof, wo sie sich gern aufhalten. Mein Gastvater Horst bewirtschaftet eine Kaffeeplantage, und Stephi ist dort im Urwald geboren. Villa Rica befindet sich rund 350 Kilometer von Lima entfernt. Wir sind mit dem Auto dorthingefahren und brauchten dafür den halben Tag. Unsere Fahrt führte zum Teil durchs Gelände, es ging die Berge hoch und hinunter. In Villa Rica lernte ich weitere Familienmitglieder kennen – Oma, Opa, Onkel, Tante, Cousin und Cousine. Dort gibt es kein Telefon, Handy und Fernsehen. Strom und warmes Wasser – alles Luxusgüter im Urwald. Und so bestand unsere Beschäftigung darin, Haustiere zu versorgen, Gesellschaftsspiele zu spielen und Essen aus dem Garten zuzubereiten. In Villa Rica verbrachten wir auch das Weihnachtsfest und den Jahreswechsel. Die ganze Familie kam zusammen. Nach dem Essen ist dann jede Familie wieder für sich allein. Sogar ich wurde beschenkt. Mein Geschenk an meine Gastfamilie war ein Gesellschaftsspiel, das Stephi und ich in Deutschland gern gespielt haben. Meine Familie in Deutschland fehlte mir unendlich, aber die Herzlichkeit der Menschen in Peru ließ mich dieses Weihnachten mit anderen Augen sehen. Während in Deutschland Weihnachten eher ruhig und besinnlich gefeiert wird, haben wir in Peru richtig Party gemacht. In Villa Rica gab es viel zu entdecken – Wasserfälle, den Urwald, Lehmhütten. Neu war auch, dass ich das Obst, das ich nur aus dem Supermarkt kannte, einfach nur pflücken musste.

Ein Highlight war die Reise nach Paracas, einem Ort an der Küste. Ich fühlte mich wie im Paradies. Palmen, Sommer, Sonne, Strand und Meer. Ein Freund der Familie zeigte mir Paracas von seiner schönsten Seite. Wir fuhren in der Wüste Jeep. Ich habe Seelöwen gesehen und im Pazifik gebadet.

Nicht weniger beeindruckend war die Reise nach Machu Picchu, der Inkastadt. Von Lima sind wir mit dem Flugzeug nach Cusco geflogen. Von dort sind wir mit dem Zug nach Machu Picchu gefahren. Die Stadt in den Bergen ist sehr beeindruckend und die Erbauer haben unfassbare Dinge geschaffen. Sie wurde zu Recht in die Unesco-Weltkulturerbeliste aufgenommen.

Meine Gastfamilie freute sich sehr, dass ich bereit war, alles, was die peruanische Küche zu bieten hatte, zu probieren. So kam es, dass ich sogar Meerschweinchen gegessen habe. Meiner Gastfamilie und allen Leuten, die ich in Peru kennen lernen durfte, gebührt meine Dankbarkeit.

Als die Zeit der Heimreise näher rückte, spielten meine Gefühle Achterbahn. Mit unendlich vielen Fotos, vielen Geschenken und Souvenirs, Eindrücken und Erinnerungen im Gepäck brachte mich meine Gastfamilie zum Flughafen. So schwer mir der Abschied fiel, so sehr freute ich mich auf meine Familie und Freunde in Deutschland. Die Wiedersehensfreude war riesengroß.

Heimweh und Fernweh liegen ganz nah beieinander. Wieder in Deutschland angekommen, vermisse ich Peru und meine Freundin Stephanie mit ihrer Familie schon wieder. Für Freundschaft ist es nicht wichtig, in ein und derselben Stadt zu wohnen. Es zählt die Verbundenheit zweier Menschen. Für diese Freundschaft bin ich unendlich dankbar und ich freue mich täglich, sagen zu können: Meine Freundin Stephi kommt aus Peru. Ich bin gespannt, wann wir uns wiedersehen werden. Te amo Perú.“

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