Friedrichsmoor : Damm gesichert, Eichen gerettet

Wasserseitig wird derzeit noch gearbeitet.
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Wasserseitig wird derzeit noch gearbeitet.

Sanierungsarbeiten an der Stör neigen sich dem Ende zu

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02. April 2018, 05:00 Uhr

Eisig kommt der Wind an diesem Gründonnerstag um die Ecke. Noch im März wollten sich die Partner der Dammsanierung an der Müritz-Elde- und Störwasserstraße treffen. Direkt vor Ort. Bei einigen Zentimetern Neuschnee stapfen die Teilnehmer nun zur „Baustelle“. Wirklich weit kommen sie dabei nicht. „Wir machen hier Halt“, sagt Stefan Lühr vom Wasser- und Schifffahrtsamt Lauenburg (WSA). Hinter den Teilnehmern dieser Exkursion zur Dammsanierung hat sich einiges getan. Auf dem Damm selbst ebenfalls. Viel zu sehen ist nicht, Schnee bedeckt die Maßnahme. „Der Damm hat seine Höhe behalten“, erzählt Stefan Lühr vom Wasser- und Schifffahrtsamt Lauenburg (WSA). Vor Ort hält er sich kurz. Im Jagdschloss Friedrichsmoor taucht er später tiefer ein in die Materie.

Wirklich begeistert ist vor allem Ingrid Helene Vetter, die Vorsitzende des Lewitznetzwerkes. Sie umarmt sofort eine der Eichen direkt am Damm. „Die Menschen werden sich damals vor gut 200 Jahren etwas dabei gedacht haben, diese Bäume hier zu pflanzen“, erzählt sie. Ingrid Helene Vetter sei dankbar, dass die Allee an der Müritz-Elde-Wasserstraße stehen bleiben konnte. Gemeinsam mit weiteren Mitgliedern – anfänglich war auch ihr vor drei Jahren verstorbener Ehemann Werner Vetter aktiv dabei – hat sie für den Erhalt der sogenannten „Lewitz-Eichen“ gekämpft. Ein schwieriges Unterfangen direkt am Damm diese Bäume zu erhalten. Augenscheinlich hat es funktioniert. Andreas Dohms vom WSA erklärt warum: „Diese Dammsanierung ist wirklich beispielgebend für gute Zusammenarbeit zwischen allen Beteiligten.“ Vor gut vier Jahren – nach beherztem Kampf der Naturschützer – wurde eine gemeinsame Vereinbarung getroffen. „Wir haben uns darauf verständigt, dass wir erstens die Dämme ertüchtigen und zweitens die Eichen erhalten. Wie das gehen soll, das wusste damals niemand. Aber wir haben es geschafft“, sagt Andreas Dohms. Der scheidende Leiter widmet sich demnächst neuen Aufgaben, aber auf dieses Projekt ist er besonders stolz.

Um die Eichen zu retten, wurden erdseitig alle anderthalb Meter sogenannte Baumlüfter eingebaut, damit die Wurzeln atmen können, die Bäume somit erhalten bleiben. Die Mulde wurde gereinigt, Wasserbauvlies sowie ein Wühltierschutz eingearbeitet. „Die Standsicherheit ist jetzt wieder gegeben“, erklärt Stefan Lühr. In einem letzten Schritt wird Mutterboden wieder aufgetragen, um anschließend Saatgut aussäen zu können. Der erneute Wintereinbruch allerdings wird die Endprofilierung ein wenig verzögern. Auch wasserseitig wurde der Damm gesichert. „Wir konnten jetzt keine Erosionen mehr feststellen“, erklärt Stefan Lühr weiter.

Auf 1,3 Kilometern wurde der Damm verstärkt – die Kosten belaufen sich auf zirka 3,5 Millionen Euro.

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