Ludwigslust : Damit es Mutter und Kind gut geht

Evamarie Menz-Georgi, Anina Streckert und Elfriede Rieckhof (v.l.n.r.) haben sich zum Hebammenzentrum zusammengetan.
Evamarie Menz-Georgi, Anina Streckert und Elfriede Rieckhof (v.l.n.r.) haben sich zum Hebammenzentrum zusammengetan.

Drei Hebammen aus der Region tun sich im Hebammenzentrum zusammen / Betreuung vor und nach der Entbindung

svz.de von
11. September 2015, 09:10 Uhr

Ludwigslust Rund neun Jahre ist es her, dass Anina Streckert bei Elfriede Rieckhof ein Praktikum gemacht hat. Danach zog es sie zur Ausbildung nach Berlin und schließlich als ausgebildete Hebamme nach Schwerin, wo sie noch heute in den Helios Kliniken tätig ist. Jetzt arbeiten die beiden Frauen wieder zusammen. Gemeinsam mit Evamarie Menz-Georgi, die in der Ludwigsluster Schwangerenberatung von pro familia beschäftigt ist, haben sie sich zum Ludwigsluster Hebammenzentrum zusammengetan. Damit haben sie ihre bestehende Zusammenarbeit noch einmal intensiviert.

„In Deutschland gibt es zu wenige Hebammen“, erklärt Elfriede Rieckhof. „Damit die Frauen trotzdem immer einen Ansprechpartner in ihrer Region haben – auch wenn eine Hebamme zum Beispiel im Urlaub ist, werden solche Hebammenzentren gegründet.“ Das Aufgabenspektrum der Hebammen reicht dabei von Schwangerschaftsvorsorge und Geburtsvorbereitungskursen vor der Entbindung bis hin zu Rückbildungskursen und Wochenbettbetreuung  danach. Unter bestimmten Umständen sei es sogar denkbar, dass sie die Frauen bei der Entbindung in einer Klinik betreuen, so Anina Streckert. Die Betreuung nach der Geburt kann bis zum vollendeten achten Lebensmonat des Kindes genutzt werden. „Nachdem zu Anfang die Frau im Mittelpunkt steht, geht es später verstärkt um die Ernährung des Babys, ums Stillen, um Gewichtskontrolle und Verdauungsprobleme“, erklärt Elfriede Rieckhof. „Und wir sprechen mit den Müttern übers Impfen und die Vorsorgeuntersuchungen.“ Als Hebamme schaue man aber auch auf den Umgang mit dem Kind, helfe den Müttern, „ihr Kind und deren Bedürfnisse zu lesen“, ergänzt Anina Streckert. Vielen Frauen fehle heute die mütterliche Intuition.

Den drei Hebammen, die in Ludwigslust, Neustadt-Glewe und Blievenstorf zu Hause sind, ist es wichtig zu vermitteln, dass eine Schwangerschaft etwas ganz Normales und – in der Regel – nichts Behandlungsbedürftiges ist. „Aber vor allem beim ersten Kind sind viele Frauen unsicher, suchen oft im Internet nach Informationen und haben am Ende viel Halbwissen“, sagt Anina Streckert. Sie hat auch schon einen werdenden Vater mit einer Wehen-App auf dem Smartphone erlebt oder von einer werdenden Mutter gehört, dass diese mit einer App schwanger geworden sei. Damit Schwangerschaft und Geburt in der Wahrnehmung der Menschen wieder mehr als natürliche Vorgänge, als das ganz Normale angesehen werden, könnten sich die drei Hebammen vorstellen, in Schulen Projekte zu begleiten.

Dass sich Elfriede Rieckhof nach ihrem 65. Geburtstag nicht ganz zur Ruhe setzen kann und will, war klar. Sie wollte freiberuflich weiter Schwangere vor der Entbindung, Mutter und Kind nach der Geburt betreuen. Manchmal wird man sie aber auch noch im Kreißsaal des Westmecklenburg Klinikums „Helene von Bülow“ antreffen. Sie hat einen neuen Arbeitsvertrag für eine stundenweise Tätigkeit unterschrieben.

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