Ludwigslust : Code kann Diebe überführen

Jared lässt sein Fahrrad von Ralf-Theo Mundt und Eckard Tackmann (v. l.) codieren
Jared lässt sein Fahrrad von Ralf-Theo Mundt und Eckard Tackmann (v. l.) codieren

Fahrradbesitzer nutzten in Ludwigslust und Dömitz das Serviceangebot der Polizei und ließen ihre Drahtesel codieren

von
30. Juli 2014, 07:00 Uhr

Jared (14) schiebt sein schmuckes Sportfahrrad auf den Hof des Mehrgenerationenhauses. Direkt zu den Polizeibeamten, die hier bereits „warten“. Aber es ist keine Verkehrskontrolle. Vielmehr möchte der Schüler aus Groß Laasch die Gelegenheit nutzen und sein Rad von den Polizisten codieren lassen.

Dazu war am gestrigen Dienstag Gelegenheit. Die Präventionsbeamten der Polizeiinspektion Ludwigslust Ralf-Theo Mundt und Eckard Tackmann nahmen Jareds Fahrrad in Empfang. „Reifengröße 26, Farbe rot, Marke Hattrick...“, sagt Ralf-Theo Mundt zu seiner Kollegin Melanie Wegendorf. Die Beamtin notiert die Daten in eine Liste. Gleichzeitig beginnen Mundt und Tackmann damit, Codezahlen in den Rahmen einzufräsen.

Die ersten Ziffern geben Auskunft zu dem Landkreis, in dem der Besitzer des Rades wohnt. Die nächsten Zahlen benennen den Wohnort, die Straße und die Hausnummer des Eigentümers. Es folgen die Anfangsinitialen seines Namens und schließlich das Jahr der Codierung.

„Ich finde, dass es so viel sicherer ist“, meint Jared, der mit seiner Mutter zum Codierungstermin gekommen ist. Allerdings fährt er im Moment mit dem Rad noch nicht auf den Straßen. Denn es handelt sich um ein reines Sportrad, dass nachgerüstet werden muss. So hat Jared schon die vorgeschriebenen Pedalen angebaut. Die Beleuchtung dagegen fehlt noch. „Ich habe sie aber schon im Keller“, sagt der Schüler.

Ralf-Theo Mundt stellt fest: „Der Verkäufer des Fahrrads hat vorbildlich gehandelt und weist per Aufdruck daraufhin, dass dieses Rad nicht im öffentlichen Verkehr genutzt werden darf.“ Ebenso vorbildlich handelte Jared, der das Rad geschoben hat.

Über 50 Fahrradbesitzer kamen am Montag (Dömitz) und am gestrigen Dienstag (Ludwigslust) zu den Beamten, um ihre Drahtesel codieren zu lassen. Unter ihnen waren neben Kindern und Jugendlichen auch viele Senioren. „Auffällig ist, dass offenbar wieder mehr hochwertige Fahrräder als früher bei Fachhändlern gekauft werden. Zumindest haben viele der Leute, die wegen der Codierung zu uns kommen, solche Räder“, sagt Melanie Wegendorf.

Eckard Tackmann ergänzt: „Vor allem in der Ferienzeit nutzen Fahrradbesitzer unser Serviceangebot gerne.“ Ausdrücklich heben die Polizisten hervor, dass die Codierung nicht unbedingt vor Diebstahl schützt. „Aber wenn ein gestohlenes Fahrrad wieder auftaucht, kann es dank der eingefrästen Ziffern dem rechtmäßigen Besitzer zugeordnet und ihm zurück gegeben werden“, sagt Ralf-Theo Mundt.

Und ganz bestimmt überlegt ein möglicher Dieb, ob es sich lohnt, ein codiertes Fahrrad zu stehlen. Denn bei einer Kontrolle zum Beispiel könnten ihn die Code-Ziffern im Rahmen schnell überführen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen