Hundesalon in Grabow : Chico kriegt die Haare schön

Ob Topfschnitt oder doch lieber Vokuhila, da hat Chico nix mitzureden – da hilft auch kein Hundeblick.
Ob Topfschnitt oder doch lieber Vokuhila, da hat Chico nix mitzureden – da hilft auch kein Hundeblick.

Waschen, schneiden, Föhnen: Grabower Hundefriseurin bringt Fell und Pfoten in Form - auch im mobilen Einsatz

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24. Januar 2020, 05:00 Uhr

Die meisten Kunden, die in den Laden von Simone Preuß kommen, tun das nicht gerade gern. Chico nimmt es aber gelassen. Er ist Stammkunde. Bleibt sogar tiefen-entspannt, wenn ihm die Hundefriseurin mit der Schere einen Pony verpasst. „Schon als Welpe hat er gelernt zum Friseur zu gehen“, sagt Herrchen Roland Kasten. Das musste der vierjährige Shih-Tzu auch, sonst wäre sein Haar schon länger als das von Rapunzel. „Bei einigen Hunderassen ist das so“, erklärt die Expertin. „Da kennen die Haare keinen Wachstumsstop.“ Also steht Roland Kasten mit seinem vier Jahre alten Rüden alle 6 bis 8 Wochen zum Nachschneiden in der Kirchenstraße auf der Matte.

Die meisten Hundebesitzer geben ihren Liebling einfach nur bei Simone Preuß ab. Der hält dann nicht still, sondern tippelt nervös auf dem Frisiertisch herum. „Manche haben Angst oder werden ungemütlich, vor allem, wenn sie das surrende Geräusch der Haarscheidemaschine zum ersten Mal hören“, so die 57-Jährige. „Doch bisher habe ich sie noch alle bekommen.“ Angst dürfe man keine zeigen, das merken die Tiere sofort – eher Geduld und Ruhe.

Wenn alles Hundegeflüster und auch Anbinden nicht hilft, kommt Dominic Guhl zum Einsatz. Der 18-jährige Praktikant hält die Hunde dann fest. Hundefriseur will der Schüler aus Dömitz zwar nicht werden, aber der Umgang mit den Tieren macht ihm Spaß. Auch ausbürsten und waschen gehört zu Dominiks Aufgaben. Und das ist gar nicht so einfach: Es bedarf der richtigen Kämme, Bürsten und Scheren und natürlich auch entsprechender Pflegeprodukte – nicht zuletzt für die Wanne.

Doch da liegt der Vorteil der professionellen Hundefriseurin Simone Preuß, denn wenn sie nicht gerade Chico eine schicke Winterfrisur verpasst, arbeitet sie eine Tür weiter in der Tierarztpraxis in Grabow.

Da es keine staatliche Ausbildung für Hundefriseure gibt, hat die Warlowerin ihr Handwerk damals über private Fortbildungen gelernt. Nach einigen Umwegen in ihrem Leben wusste sie irgendwann: Ich will mit Tieren arbeiten. Und so kam es, dass sie über die Hundeschule Ludwigslust zum ersten Mal Hunde frisieren musste. „Inzwischen mache ich das total gerne“, gesteht Simone Preuß. Im Juni 2015 hat sie „Simones Hundefriseursalon“ aufgemacht – nur kann sie der kleine Laden alleine eben nicht über Wasser halten.

Die Preise für einen Haarschnitt richten sich nach Größe des Tieres und nach Verfilzungsgrad des Fells. Das komme öfter vor als man denkt, so die Hundefriseurin, es gäbe Hunde, die hätten schon eher einen Panzer als ein Fell. Das sei schlecht für die Haut, da helfe dann nur noch Kahlrasur, so die 57-Jährige.

Bei Chico ist das nicht der Fall, Herrchen achtet auf sein Aussehen. Deswegen werden seine Beine auch per Hand in Form gebracht, damit sie nicht dünn wie Hühnerbeine aussehen. Danach einmal kräftig schütteln bitte, damit die Hundefriseurin sieht, ob die Frisur auch wirklich sitzt.

Am Ende der Schönheitsprozedur wendet sich Simone Preuß erst dem Krallenschneiden, dann dem Ohrenputzen zu. Letzteres stößt dann auch bei Chico hörbar auf Missfallen. „Die Ohrhaare müssen raus, sonst gibt es eine Entzündung, da hilft auch kein Gewinsel – ein Problem der Schlappohrträger“, weiß die Fachfrau.

Ein Leckerli hinterher gibt es bei Simone Preuß nicht. Dafür aber Streichelei, spielen und kämpfen. So viel Zeit muss sein, bis der nächste Kunde kommt, findet die Hundefriseurin.

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