„Kleines Fest im großen Park“ : Chapeau für facettenreiche Kunst

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Begeistertes Publikum erlebte Comedy, Artistik und Fantasien auf 31 Bühnen. Regen als Spaßbremse

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14. August 2016, 20:00 Uhr

„Chapeau, hochvere„Kleinen Fests im großen Park“hrtes Publikum. Es war uns ein Vergnügen!“ Mit diesen Dankesworten beendete der künstlerische Leiter des , Harald Böhlmann, am Sonnabend zu nächtlicher Stunde zwei Veranstaltungstage voller formidabler Festivalatmosphäre zwischen Nonchalance und spektakulärer Akrobatik. Das Programm des 22. „Kleinen Fests im großen Park“ litt unter immer wiederkehrendem starken Nieselregen. Das auch in diesem Jahr an beiden Veranstaltungstagen auf insagesamt 18 000 Eintrittskarten limitierte Fest der großen wie facettenreichen Kleinkunst bescherte den Gästen im „tropfenden“ Schlosspark eine Gala-Show dank der mehr als 60 Akteure aus 14 Ländern auf insgesamt 31 Bühnen und Plätzen.

In Zeiten mit besonders hohen Sicherheitserwartungen konnten sich die Festbesucher an beiden Tagen auf ein verlässliches und für den Fall der Fälle reaktionsschnelles Sicherheitskonzept der Festspiele Mecklenburg-Vorpommern als Veranstalter im Hintergrund verlassen, versicherte der künstlerische Festivalleiter Böhlmann im Gespräch mit der SVZ. Verstärkte und auch optisch wahrnehmbare Sicherheitskräfte, dazu ein Sicherheits- und Evakuierungskonzept sowie „sehr kurze Wege“ zur ebenfalls präsenten Ludwigsluster Polizei hätten ein Höchstmaß an Sicherheit garantiert, meinte der künstlerische Chef-Manager. Für eine rundum und dauerhafte notfallmedizinische Versorgung zeichnete zudem eine Rot-Kreuz-Bereitschaft verantwortlich.

Nässe zwang zu spontanen Änderungen

Wenig entspannt verlief der Eröffnungstag für Böhlmann und sein Team sowie für den Technikertross. Die Nässe zwang zu spontanen Änderungen. So mussten die temporeichen Darbietungen der kenianischen „Jumbo-Brothers“ ausfallen. Erst am zweiten Veranstaltungstag präsentierten die fünf Artisten aus Nairobi ihre Hochleistungsakrobatik auf der Hauptbühne vor dem Schloss. Manch ein Mund aus der großen Zuschauertraube davor blieb vor Staunen minutenlang offen.

Künstler lieben Ambiente des Parks

Ein dickes Faustpfand für das Kommen der Künstler zur Veranstaltung ist und bleibt das Ambiente des Schlossparks, meinte Günter Fortmeier, der mit wortgewandten Handpuppen und Zauberkunststücken immer wieder Menschentrauben vor der Bühne am Mausoleum versammelte. Mit atemberaubender Körperbeherrschung und ebensolchen Jonglagen auf einer Sprossenleiter war auch wieder Artist und Comedian Jens Ohle mit dabei. Ihn faszinierten die Größe des Parks, die Vielfalt an Künstlern und insbesondere die Begeisterungsfähigkeit des Publikums. Publikumslieblinge, die gab es wiederum viele, besonders die sogenannten Stand-up-Comedians, wie Detlef Wutschik mit seiner lebensgroßen Puppe „Werner Momsen“, oder Sascha Korf, der in seinen Feststellungen aus dem Alltagsleben das Publikum unvermittelt einbezog. Oder der US-Amerikaner Tom Murphy, der anscheinend das Unglück in sich verkörperte, aber dabei mit perfekter Akrobatik faszinierte. Ganz anders sein Landsmann Jeff Hess auf der Bühne am Jägerdenkmal. Dieser scheinbar unbezähmbare Narr spendierte irrwitzige Szenen, einschließlich unnachahmlicher Grimassen. Besonders dann, wenn er als wahnwitziger Held sein Publikum zum Mitmachen auf die Bühne einlud. Total aus dem Häuschen geriet das spanische Ensemble „Cia La Tal“ in seiner nostalgischen Bühnenbox. An ihrer Darbietung war so ziemlich alles schräg wie schrill, vom Gesang bis zur Körperhaltung – sehr zum puren Amüsement des Publikums.

Stille Figuren geben dem Fest Glanz

Aber auch die mehr stillen Figuren gaben dem Festival der großen Kleinkunst im Schlosspark wieder den besonderen Glanz. Allen voran der Niederländer Frans Custers, der keines dieser Ludwigsluster kleinen Feste als Clown Frans mit Gurke und Koffer durch gestenreiche Artistenkunst ausgelassen hat. Auch die Traumlichtträger vom „Pantao-Stelzentheater“, das Trio „Lasse, Leila und Lola“ vom Scharniertheater aus Hannover oder die auf Stelzen daherkommenden Zauberfiguren von „Art Tremondo“ zogen die Blicke der von Bühne zu Bühne wandelnden Festgäste auf sich. Die beiden Feuerwerke zum Abschluss eines jedes Veranstaltungstages waren dann nochmals eigene Höhepunkte dieser großen Festtage für Ludwigslust.

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