Ludwigslust : Chaos nach der letzten Klingel

<p>Alltag zum Schulschluss: Kurz nach 13.35 Uhr  halten vor der  Lenné-Schule fünf Busse.  In den  Autos rechts und links warten die Eltern auf ihre Kinder.</p>
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Alltag zum Schulschluss: Kurz nach 13.35 Uhr  halten vor der  Lenné-Schule fünf Busse.  In den  Autos rechts und links warten die Eltern auf ihre Kinder.

Neue Verbotsschilder sollten Situation vor der Lenné-Schule entschärfen – doch für Schüler ist die Gefahr damit nicht gebannt

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14. September 2017, 05:00 Uhr

Haltende Autos auf beiden Straßenseiten. Busse, die nicht vor und nicht zurück können, weil kein Platz zum Vorbeifahren ist. Dazwischen Kinder. Die einen radeln quer über die Straße. Die anderen schieben sich mit ihren Ranzen an den Autos vorbei. Seit Lea Schumacher auf die Lenné-Schule geht, erlebt sie so das Unterrichtsende vor ihrer Schule. Morgens sei es noch schlimmer. Oder im Regen – wenn weniger Schüler mit dem Rad kommen, und mehr Eltern ihre Kinder zur Schule fahren.

Noch vor den Ferien hatte Lea, die sich im Stadtjugendrat engagiert, gemeinsam mit dem Schülerrat einen Brief verfasst. In dem bitten die Schüler die Eltern darum, ihre Kinder in den Nebenstraßen abzusetzen und abzuholen und weisen auf die Parkplätze der zwei nahegelegenen Einkaufsmärkte hin.

Die Stadt hatte noch in den Ferien reagiert und zum Schulbeginn Park- und Halteverbotsschilder aufstellen lassen. Nicht zuletzt, weil nun auch Baufahrzeuge für den Neubau des Atriums öfter vor der Schule halten müssen.

Viel gebracht hat das aus Leas Sicht aber nicht. Denn jetzt halten die Eltern einfach vor dem Halteverbotsschild – im Kreuzungsbereich. Und auch im Parkverbot bleiben manche länger stehen als die erlaubten drei Minuten. „Es ist immer noch sehr gefährlich hier“, sagt Lea. In der Einwohnerfragestunde des jüngsten Wirtschaftsausschusses zeigt sie Fotos und bittet Politiker, sich vor Ort selbst ein Bild zu machen. Dirk Friedriszik glaubt ihr auch so. „Wenn da kein Zaun wäre, würden wohl so manche Eltern ihre Kinder direkt vor der Schultür absetzen“, sagt er. Der Ausschussvorsitzende Uwe Langmaack verspricht, sich das anzusehen und das Thema im kommenden Ausschuss auf die Tagesordnung zu heben.

Auch bei der Schulleitung findet Lea Unterstützung. „Die neuen Schilder haben die Situation schon entspannt“, findet Schulleiterin Jutta Schulz. „Dennoch sollten noch mehr Eltern Alternativen zum Halten nutzen und die Straße vor der Schule meiden.“

Stephan Ueltzen, Inhaber des nahe gelegenen Einkaufsmarktes, würde seine Parkplätze für kurzes Ein- und Aussteigen bereitstellen. Sein Problem ist ein anderes: Wegen der neuen Verbotsschilder vor der Schule parken nun Anwohner langfristig auf dem Supermarktparkplatz. „Damit fehlen unseren Kunden und den Patienten der Ärzte Parkplätze.“ Er würde sich wünschen, die Parkverbote vor der Lenné-Schule auf die Schulzeit zu begrenzen, um Platz für die Autos der Anwohner zu schaffen. Ueltzen, übrigens selbst Vater von zwei Lenné-Schülern, hatte gestern seine Kinder wegen des Regens auch spontan mit dem Auto zur Schule gefahren. Er bezweifelt, dass Eltern z.B. den Ausweichparkplatz am Teppichmarkt annehmen: „Der ist schon viel zu weit weg. Dazu ist der moderne Mensch einfach zu bequem.“

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