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Ludwigsluster Tageblatt

19. September 2017 | 17:27 Uhr

Malliss : Camper-Traum auf der Kuhweide

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Vor 25 Jahren rückten die ersten Wohnwagen auf der matschigen Wiese an - heute vergeben Camper dem Platz am Wiesengrund fünf Sterne

von
erstellt am 19.Mai.2017 | 07:48 Uhr

Ein Campingplatz auf einer Kuhweide? Weit ab vom Schuss. Irgendwo in den Weiten der Griesen Gegend? Der Bankberater, dem Sielaffs vor 25 Jahren von ihrem Plan erzählten, zeigte sich hilflos. Statt ihnen einen Kredit für den Bau des Sanitärhäuschens zu geben, riet er den Eheleuten, doch erst einmal nur einen Container aufzustellen und abzuwarten. Man weiß ja nie.

„Ha. Wenn er wüsste, was heute aus der Kuhweide geworden ist“, sagt Volker Sielaff. Der 53-Jährige steht neben dem Ziegeleikanal. Zwischen Kanubooten und Liegestühlen. Hoch über ihm zwischen zwei Bäumen hängt ein Banner mit der Aufschrift „25 Jahre Campingplatz Wiesengrund“. In zwei Wochen wird hier gefeiert. Mit Freunden, der Familie, den Mallissern und Hunderten Campern. Der Platz ist schon lange ausgebucht. Wie jedes Jahr zu Pfingsten. Zu Ostern und zum langen Herrentagswochenende. Mit dabei sind auch Annelie und Hannes Adler aus Hamburg. Dauercamper der ersten Stunde. Eher zufällig gerieten die beiden vor 25 Jahren auf den Platz. Auf der Durchreise mit dem Boot suchten sie einen Ort zum Übernachten. Am Wiesengrund hat es ihnen so gefallen, dass sie schon im Jahr darauf gleich fünf Kurzurlaube bei Sielaffs verbrachten. Damals noch in einem gemieteten umgebauten Bauwagen. Heute sind Adlers Dauercamper im eigenen Wohnwagen und verbringen bis zu 120 Tage auf dem Platz neben dem Kanal. „Wir sind hier nicht mehr wegzukriegen“, sagt Hannes Adler. Er mag den Familienbetrieb und die Herzlichkeit. „Man spürt täglich, dass hier mit Herzblut gearbeitet wird“, sagt er. In jeder Saison überraschen Sielaffs ihre Camper mit Neuheiten. Erst war es ein Spielplatz, dann das moderne Sanitätshaus, später die Radlerhütten, der Streichelzoo... Wer will, kann sich einen alten Trabi mieten, Kanus, Tretboote oder Stehpaddel-Boards ausleihen. Es gibt eine Aufladestation für E-Bikes, einen Hundestrand, eine Wasserterrasse und seit diesem Jahr auch einen Sandstrand mit Stühlen, die Volker Sielaff aus Paletten selbst gezimmert hat. Zu tun gibt es immer etwas: Brötchen backen, Tiere füttern, Rasen mähen... Wie gut der Einsatz bei den Campern ankommt, überrascht auch Volker Sielaff: Im Internet vergeben die Nutzer dem Platz ausnahmslos fünf Sterne. „Nachteile?“, schreibt einer. „Die gibt es hier nicht.“

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