parchim / Ludwigslust : Butterstollen bleibt der Liebling

Backwarenexperte Michael Isensee (r.) ist zufrieden: Norddeutsche Stollen erfüllen höchste Ansprüche.  Fotos: Wolfried Pätzold
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Backwarenexperte Michael Isensee (r.) ist zufrieden: Norddeutsche Stollen erfüllen höchste Ansprüche. Fotos: Wolfried Pätzold

Großes Kundeninteresse für öffentliche Stollenprüfung der Bäckerinnung in Parchim / 10 von 18 Stollen mit „Gold“ bewertet

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29. November 2014, 07:00 Uhr

„Stollen ist nicht gleich Stollen“, sagt einer, der es wissen muss. Michael Isensee, anerkannter Experte des Institutes Qualitätssicherung Backwaren und in Fachkreisen auch liebevoll „Stollenpapst“ genannt, will es ganz genau wissen. Wer ihn einlädt – und das macht die Bäcker- und Konditoren-Innung Süd-Westmecklenburg seit vielen Jahren regelmäßig – setzt auf eine freiwillige Selbstkontrolle beim des Deutschen liebsten Festgebäck, dem Christstollen.

Gestern war es in Parchim wieder so weit. Die Sparkasse Parchim-Lübz stellte die repräsentative Schalterhalle (früher Ballsaal im Wallhotel, dem ersten Haus am Platze) dafür zur Verfügung. Sorgfälltig aufgereiht auf einem ziemlich langen Tisch waren diesmal 18 Stollen. Günter Görlitz, mit 78 Jahren einer der erfahrensten Bäcker der Region, ging Michael Isensee zur Hand. Der hat seinen Laptop an der Stirnseite des Prüftisches aufgebaut.

Jeder Stollen, der ihm sorgsam aufgeschnitten vorgelegt wird, muss zunächst fünf Hürden überstehen. Form und Aussehen, Oberflächen- und Krusteneigenschaft, Lockerung und Krumenbild, Struktur und Elastizität sowie Geruch und natürlich der Geschmack sind die entscheidenden Kriterien für einen Meister-Stollen. Da neben dem in der Rangfolge ungeschlagenen Klassiker „Butterstollen“ auch neue Kreationen wie Wallnuss- und Apfelstollen um Punkte ringen, muss der Experte sehr genau abwägen.

Zu den acht Innungsbäckern, die sich der Qualitätsprüfung stellten, gehörte auch Obermeister Roland Görlitz aus Neu Kaliß. „Hier haben meine Stollen ihren Feinschliff bekommen. Wer da nicht mit macht, hatte eine Chance vertan“, ist er sich sicher. „Die Kunden schätzen Handwerksarbeit. Leider steht es um die Zukunft kleiner Bäckereien nicht gut. Die Rahmenbedingungen sind sehr schwierig und Nachwuchs fehlt“, gibt Roland Görlitz zu bedenken.

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