Wettbewerb der Karosseriebauer : Bundessieger kommt aus Grabow

Bundessieger Christoph Lenz (r.) und Firmeninhaber Thomas Buck an der fest fertigen Karosserie eines Porsche 356 B Roadster, Baujahr 1960. 90 Prozent ihrer Restaurierung verdankt sie den geschickten Händen des Wettbewerbsbesten.uwe köhnke
Bundessieger Christoph Lenz (r.) und Firmeninhaber Thomas Buck an der fest fertigen Karosserie eines Porsche 356 B Roadster, Baujahr 1960. 90 Prozent ihrer Restaurierung verdankt sie den geschickten Händen des Wettbewerbsbesten.uwe köhnke

Christoph Lenz aus Grabow ist einer der Besten in seiner Branche: Der 26-Jährige ist Bundessieger im praktischen Leistungswettbewerb des deutschen Handwerks im Fachbereich Karosseriebautechnik. Sein Chef ist sehr stolz auf ihn.

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18. November 2010, 08:21 Uhr

grabow | Christoph Lenz ist einer der Besten in seiner Branche: Der 26-Jährige ist Bundessieger im praktischen Leistungswettbewerb des deutschen Handwerks im Fachbereich Karosseriebautechnik. Genauer gesagt: Er ist der Beste von allen Lehrlingen, die 2010 ihre Ausbildung abgeschlossen haben. Sein Chef, Thomas Buck, ist sehr stolz auf seinen einstigen Azubi. Der 39-Jährige hat vor zwei Jahren in Grabow die Firma Classic Cars gegründet. Der Name deutet es an: Hier in der Berliner Straße werden Oldtimer wieder auf Vordermann gebracht, zumindest, was den Karosseriebereich betrifft. Das Weitere besorgen Partner.

Das ist genau das Ding für Christoph Lenz. Er braucht die kreative Herausforderung. Eigentlich wollte der junge Mann Maschinenbau studieren, hatte auch schon angefangen, dann aber geschmissen. Zu eintönig, zu langweilig. Die handwerkliche Herausforderung liegt dem jetzigen Karosseriebauer schon eher.

Am Porsche-Klassiker die Visitenkarte hinterlassen

In der Werkstatt steht die fast fertige Karosserie eines Porsche 356 B Roadster, Baujahr 1960. Ein Klassiker der Marke, war doch der 356er seinerzeit das erste Serienmodell von Porsche. Zu 90 Prozent hat Christoph Lenz an der Fertigstellung der Karosserie gearbeitet. Da war viel Handarbeit gefragt, genauso wie beim Bundeswettbewerb. Bei letzterem bekamen die Sieger aus allen Handwerkskammern zuvor eine Werkzeugliste, dann eine Aufgabe - und los ging es. Maßhaltigkeit und Genauigkeit standen dabei im Vordergrund.

Vor Herausforderungen schreckt Christoph Lenz nicht zurück. Und sei es eine knifflige Aufgabe zu lösen und sich als Hilfe ein Werkzeug zu bauen. Da liegt er auf der gleichen Wellenlänge wie sein Chef. "Man braucht dafür räumliches Denken", sagt dieser.

Thomas Buck liebt die Kreativität beim Arbeiten genauso, braucht die Herausforderung. Und liebt Oldtimer. In seinem kleinen Büro gibt es eine Bilderwand. Sämtliche Schnappschüsse sind auf dem Goodwood Circuit aufgenommen, wo sich alljährlich Oldtimerfreunde aus aller Herren Länder treffen. Die Rennstrecke ist legendär: Von 1948 bis 1966 fanden hier, im Süden Englands, zahlreiche Rennen statt, bis die Piste den Sicherheitsstandards nicht mehr genügte und geschlossen wurde.

Die alljährlich hierher kommen, von denen wird erwartet, dass sie sich im Stile der Fünfziger und Sechziger kleiden. "Die Briten!", schmunzelt Thomas Buck. Er ist auch auf einem der Fotos zu sehen - neben einem Aston Martin DB5, seinem Lieblings-Oldtimer. Durch seine Auftritte in zahlreichen James-Bond-Filmen erreichte der 1963 bis 1965 gebaute Sportwagen Kultstatus. Und noch ein Hingucker befindet sich auf der Bilderwand - ein Foto des nunmehr 81-jährigen Sir Stirling Moss. Der legendäre britische Rennfahrer fuhr in Goodwood viele Rennen und beendete seine Karriere abrupt 1962 bei einem schweren Unfall auf dieser Rennstrecke.

Thomas Buck kann Geschichten erzählen und hat mit Sicherheit auch etwas von seiner Leidenschaft weitergegeben. Christoph Lenz jedenfalls ist voll eingestiegen in die Karosseriebauerbranche. Zwar gehen ihm die Oldtimer noch nicht so nahe wie seinem Chef, doch was nicht ist, kann ja noch werden.

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