Dammsanierungsprojekt an Müritz-Elde-Wasserstraße und Störkanal : BUND mehrfacher Falschaussage bezichtigt

Die Grünen-Landtagsabgeordnete Silke Gajek (vorn rechts) informierte sich im vergangenen August vor Ort über die anstehende Dammsanierung und sagte den Kritikern der Baumaßnahme ihre Unterstützung zu. Arndt Müller
Die Grünen-Landtagsabgeordnete Silke Gajek (vorn rechts) informierte sich im vergangenen August vor Ort über die anstehende Dammsanierung und sagte den Kritikern der Baumaßnahme ihre Unterstützung zu. Arndt Müller

Der Widerstand von Umweltschützer Ralf Ottmann gegen eine Dammsanierung an Teilen der Müritz-Elde-Wasserstraße und am Stör-Kanal schlägt mittlerweile hohe Wellen an Kritik, Meinungen und Empfindlichkeiten.

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06. September 2012, 11:01 Uhr

Lauenburg/Ludwigslust | Der Widerstand von Umweltschützer und Lewitz-Ranger Ralf Ottmann gegen eine fast fest gezurrte Dammsanierung an Teilen der Müritz-Elde-Wasserstraße (MEW) und am Stör-Kanal schlägt mittlerweile hohe Wellen an Kritik, Meinungen und Empfindlichkeiten (SVZ berichtete). Jetzt meldet sich das für das Sanierungsprojekt federführend verantwortliche Wasser- und Schifffahrtsamt Lauenburg zu Wort.

Die Amtsleiterin Bettina Kalytta bezieht Stellung zu der Online-Kampagne des BUND Mecklenburg-Vorpommern für den Erhalt der Lewitz-Eichen.

"Der BUND Landesverband Mecklenburg-Vorpommern hat eine Online-Kampagne gestartet, mit der Serienbriefe für den Erhalt der Lewitz-Eichen unter der Adresse des BUND versandt werden. Der BUND Landesverband wurde im Rahmen des laufenden Planfeststellungsverfahrens für die Sanierung der Kanalseitendämme ordnungsgemäß beteiligt und hat eine Stellungnahme abgegeben. Eine Teilnahme des BUND an dem Termin, an dem die Einwendungen und Stellungnahmen erörtert wurden, erfolgte jedoch trotz Einladung nicht."

Kalytta kritisiert: "Falsch sind die Aussagen des BUND in den Serienbriefen, dass Hochwasserereignisse in der Lewitz bisher nicht vorgekommen sind und in den ,schleusenregulierten Kanälen auch nicht zu erwarten sind. Genauso falsch ist die Aussage, dass bei einem Dammbruch keine Gefährdungen zu erwarten sind. Die Dammsicherheit muss darüber hinaus auch bei normalen Abflüssen gewährleistet sein, da bei einem Damm der Wasserspiegel des Gewässers stets höher liegt, als das umgebende Gelände. Auch für diesen Fall ist die Sanierung der Dämme erforderlich."

Im Bereich der MEW, km 50,600 - km 55,980 und im Bereich der Störwasserstraße müssten die Dämme aus Sicherheitsgründen saniert werden. Die Dämme hätten sich im Laufe der Jahrzehnte gesetzt und sollen nach den Hochwasserereignissen in den Jahren 2002 und 2010 wieder auf eine Höhe gebracht werden, stellt die Leiterin ihre Sichtweise heraus. Dazu seien Auffüllungen von ca. 20 cm bis 50 cm erforderlich. Eine Verbreiterung der Dämme erfolge zur Sicherung der Bauwerke gegen Durchströmen von Wasser nach heute üblichen Standsicherheitsanforderungen nur auf rechnerisch erforderlichen Mindestabmessungen.

"Nach heutigen Sicherheitsanforderungen dürfen auf Dämmen keine Bäume stehen. Baumfällungen erfolgen nur dort, wo sie für die Standsicherheit der Dämme zwingend notwendig sind. Windwurf von Bäumen kann zu einer erheblichen Schwächung des Dammquerschnitts führen; Gehölze begünstigen die Ansiedlung von Wühltieren, deren Gänge sich ebenso wie die Wurzeln abgestorbener Bäume zu Sickerwegen entwickeln können. Insgesamt 483 Bäume müssen nach fachlicher Einschätzung, 270 Bäume aus Sicherheitsgründen entfernt werden", begründet Kalytta die Baumaßnahme.

Das Planfeststellungsverfahren für die Sanierung der Kanalseitendämme beider Wasserstraßen sei mit der Auslegung der Planunterlagen in den betroffenen Gemeinden vom 13. September bis 12. Oktober 2010 eingeleitet worden. Private Betroffene, Verbände und sonstige Beteiligte wurden über die Auslegung der Planunterlagen unterrichtet.

Die Erörterung der Einwendungen und Stellungnahmen fand am 30. März 2011 statt. Darüber hinaus wurde der Erörterungstermin in den vom Vorhaben betroffenen Gemeinden rechtzeitig ortsüblich bekannt gemacht, so Kalytta. Die Niederschrift über die Erörterung wurde allen am Verfahren Beteiligten mit Schreiben vom 30. Mai 2011 übersandt.

Im Ergebnis der Erörterung wären die Planunterlagen überarbeitet und ergänzt worden. Die aktualisierte Fassung wurde den Träger öffentlicher Belange und Verbänden mit Schreiben vom 9. Juni 2011 abermals zur Stellungnahme/Einwendung übersandt. Derzeitig erfolge die Erarbeitung des Planfeststellungsbeschlusses durch die Planfeststellungsbehörde.

Gegen das gesamte Sanierungsvorhaben an den beiden Wasserstraßen hat auch Silke Gajek, Grünen-Mitglied im Landtag und Vizepräsidentin des M-V-Landtages ihre Unterstützung im Verlaufe einer Besichtigung des Stör-Kanals bei Neustadt-Glewe zugesagt.

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