Brenz : Bürgermeister: „Totsparen geht nicht!“

Bürgermeister Henry Topp freut sich über die  Bauarbeiten zur Sanierung der B 191.
Bürgermeister Henry Topp freut sich über die Bauarbeiten zur Sanierung der B 191.

Bau- und Finanzausschuss in Brenz beriet steigende Umlagen. Das kleine Brenz muss demnach fast 342 000 Euro aus seinen Mitteln abführen und bekommt obendrein noch 24 000 Euro weniger Schlüsselzuweisungen.

svz.de von
11. Dezember 2013, 07:00 Uhr

„Viel Gewerbe ansiedeln, das auch Steuern zahlt. Das war und ist auch ein Brenzer Traum. Gut und schön. Von den Arbeitsplätzen mal abgesehen, gibt es aber anscheinend auch massive Nachteile.“ So Bürgermeister Henry Topp über die jüngste Sitzung des Bau- und Finanzausschusses der Gemeinde Brenz. Dazu waren unter anderem alle Gemeindevertreter und berufenen sachkundigen Einwohner eingeladen. Die Diskussion ging laut Bürgermeister vor allem um dieses Thema: „Man erhält weniger Zuweisungen, zahlt aber mehr Umlagen“.

Wie Bürgermeister Topp berichtet, blieben Kämmerin Dörte Ulma und der Leitende Verwaltungsbeamte Arne Kröger trotz aller Emotionen besonnen und nahmen eine Menge Aufträge mit. Bürgermeister Topp: „45 Prozent Kreisumlage, mehr Amtsumlage, mehr Gewerbesteuerumlage, weniger Zuweisungen, das ist völlig unakzeptabel!“

Das kleine Brenz muss demnach fast 342 000 Euro aus seinen Mitteln abführen und bekommt obendrein noch 24 000 Euro weniger Schlüsselzuweisungen (Zuweisungen pro Einwohner).
Das ist laut Henry Topp ein Minus von gut 366 000 Euro gegenüber 2013. Mittel, die nicht für das Dorf eingesetzt werden können.
Bürgermeister Henry Topp stellt sich nach eigenen Worten die Frage, wie das gehen solle. Und fragt weiter: „Wie können sich die Gemeinden wehren? Die Grundsteuer für Eigentümer drastisch erhöhen, die Elternbeiträge für Kitaplätze hochschrauben, die Jugendarbeit beenden, die Senioren nicht mehr unterstützen und dann alle zusammen zum Protestmarsch zum Kreistag oder zum Landtag auffordern?“
Der Bürgermeister sieht im Moment nur eine Alternative und sagt: „Alles, was geht, in die Infrastruktur unseres Dorfes stecken. Und zwar jetzt! Bevor uns immer wieder mehr Geld abgezogen wird. Damit ist diese Gemeindevertretung vier Jahre gut beraten gewesen. Totsparen geht nicht.“

Im Gewerbegebiet Brenz und im Dorf sei sichtbar, ob diese Politik erfolgreich war. Das mag jeder Einwohner für sich selbst beurteilen, findet Henry Topp.

Für ihn stehen ehrgeizige Ziele in Brenz auf der Tagesordnung. Dazu gehören: Keine Mehrbelastung für die Einwohner und keine Kürzungen im sozialen Bereich. Investieren wollen die Brenzer in den Ausbau der B191, der Friedensstraße, der Umrüstung der Beleuchtung in der Hauptstraße Neu Brenz, in die Kita und in ein „Storchenprojekt“ an den Außenanlagen der Alten Schule.Hier haben schon lange Störche ihren Horst. Weiterhin planen die Brenzer mehr touristische Attraktivität und Mobilität.

Ebenso soll das Programm zur Dorferneuerung, in das Brenz erst im Jahre 2010 aufgenommen wurde, fortgesetzt werden. „Das alles geht freilich zum Teil nur mit Fördermitteln. Die können wir dann vom Land oder Kreis zurück erhalten“, sagt der Bürgermeister und führt fort: „Immerhin ein kleines Trostpflaster, aber darauf hoffen eben alle Gemeinden in diesem neuen Großkreis, der uns ja auch quasi aufgezwungen wurde.“





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