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Friedhof in Woosmer : Bürger fordern neue Satzung

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Woosmeraner geben sich mit Friedhofssatzung nicht zufrieden und starten eine Unterschriftenaktion. Sie wollen mitreden

svz.de von
erstellt am 08.Mär.2017 | 07:00 Uhr

Den Einwohnern des Vielanker Ortsteils Woosmer reicht es jetzt. Grund dafür ist die neue Friedhofssatzung für die Ortsteile Alt Jabel, Laupin und Woosmer, die bereits am 12. Juli vergangenen Jahres in Kraft getreten war. Die Bürger fühlen sich übergangen und nicht in die Entscheidung einbezogen (SVZ berichtete). Deshalb formierte sich eine Bürgerinitiative, die jetzt eine Unterschriftenaktion in Woosmer startete. Ziel: Die Gemeindevertreter und das Amt Dömitz-Malliß sollen gemeinsam mit den Einwohnern eine neue Friedhofssatzung erarbeiten.

Egon Oelke ist seit Sonntag jeden Tag in Woosmer unterwegs, um Unterschriften zu sammeln. „Ich habe in meinem Gebiet fast alle Unterschriften zusammen und bisher haben alle ,Ja’ angekreuzt“, erklärt der 80-jährige Woosmeraner. ,Ja’ zu einer neuen Friedhofssatzung, die von allen Beteiligten gemeinsam erarbeitet werden soll. „Die örtlichen Gegebenheiten und die Interessen der Bürger wurden in der neuen Satzung nicht berücksichtigt. Das ist für mich keine Demokratie“, sagt Egon Oelke. Auch ein klärendes Gespräch mit den Verantwortlichen habe in den fast acht Monaten seit dem Beschluss nicht stattgefunden.

Besonders erschüttert sei man im Dorf auch deshalb, weil der Friedhof seit Jahrzehnten immer in Eigenregie der Einwohner bewirtschaftet und durch Arbeitseinsätze in Ordnung gehalten wurde. „Jedes Jahr kurz vor Ostern kommen etwa 60 bis 70 Bürger zusammen und starten einen großen Arbeitseinsatz auf dem Friedhof. Dabei streichen wir zum Beispiel Zäune oder schneiden Bäume aus. Dadurch hat die Gemeinde immer viel Geld gespart“, erklärt Egon Oelke. Man sei sogar bereit, mehrmals im Jahr den Rasen zu mähen. „Aber nicht, wenn sich nichts ändert und weiter über unsere Köpfe hinweg entschieden wird“, bedauert der Woosmeraner.

Bürgermeisterin Christel Drewes ist bewusst, dass die neue Friedhofssatzung immer wieder Thema sein wird. „Die Satzung ist nicht zur Zufriedenheit der Bürger ausgefallen. Aber es gibt nunmal Vorschriften, an die wir uns halten müssen. Und auch die Zahlen haben wir nicht beliebig gewählt“, erklärt die Bürgermeisterin. Gemeint sind unter anderem die Gebühren für eine Bestattung. Früher kostete eine Erdbestattung in Woosmer 50 Euro. Auf Grundlage der neuen Satzung werden nun 2058 Euro verlangt (SVZ berichtete). Aber die Gemeindevertreter sind gern bereit, sich noch einmal mit den Bürgern zusammenzusetzen. Von der Unterschriftenaktion gegen die neue Friedhofssatzung hatte Christel Drewes erst im SVZ-Gespräch erfahren. „Diese Aktion ist das gute Recht jedes Bürgers, und wir werden sehen, was man daraus machen kann.“

In etwa zwei Wochen plant die Bürgerinitiative ein Gespräch mit allen Gemeindevertretern, um über die aktuellen Probleme zu reden. „Die Einladungen an alle Beteiligten werden zeitnah verschickt“, sagt Egon Oelke abschließend.

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