Gemetzel in einer Schafherde am Rüterberger Deich : Brutale Schlächter töteten Lämmer

Bissspuren am ganzen Körper des Schafes zeigt Geselle Udo Mertens. hasz
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Bissspuren am ganzen Körper des Schafes zeigt Geselle Udo Mertens. hasz

Es muss ein Gemetzel gewesen sein, als die Tierschlächter in einer Schafherde bei Rüterberg zugeschlagen haben: Zwei Jungtiere wurden an Ort und Stelle getötet, weitere acht Mutterschafe wurden bei der Attacke verletzt.

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27. September 2012, 06:54 Uhr

Rüterberg | Es muss ein Gemetzel gewesen sein, als die Tierschlächter irgendwann zwischen dem vergangenen Montag und Dienstag in einer Schafherde bei Rüterberg zugeschlagen haben: Zwei Jungtiere wurden an Ort und Stelle getötet, weitere acht Mutterschafe werden noch Wochen unter den Bissattacken von Hunden leiden, die die Tierquäler mitgeführt haben müssen. Die Gewalt gegen die Tiere war so immens, dass die Schafherde aus dem Gatter, das durch einen Elektrozaun gesichert war, ausbrach und sich in alle Winde zerstreute. Aufmerksame Verkehrsteilnehmer informierten Polizei und Eigentümer, Schäfer Siegmar Wendelberger aus Neu Jabel II, dass die Tiere überall herumstanden. Es dauerte über einen halben Tag, bis die 540 Tiere zählende Herde wieder zusammengeführt war.

Schäfermeister Wendelberger wandte sich gestern an die SVZ und bat um Mithilfe. Er hofft, dass sich Zeugen finden, die etwas von der Untat beobachtet oder vielleicht im Nachhinein gehört haben. Die Polizei hat die Ermittlungen gegen diese verwerfliche Straftat aufgenommen.

Vielleicht hat der Schäfermeister selbst eine erste Spur auf die Tat

Er habe vielleicht selbst eine Spur, der es lohne nachzugehen, meinte Schäfer Wendelberger, der gemeinsam mit Geselle Udo Mertens über mehr als 1000 Schafe wacht. Vor einigen Tagen sprachen bei ihm drei junge Menschen mit osteuropäischem Akzent vor und interessierten sich für Schaffleisch. Doch das Gespräch lief dann doch ins Leere, erinnert er sich. Dass der Tierhalter in diese Richtung denkt, begründet er mit der Tatsache, dass die Mecklenburger sich nicht so gern Schaffleisch munden lassen. Schaffleisch werde mehr von Menschen aus dem östlichen, dem europäisch-asiatischen Raum verzehrt. Das könne er auch von den Absatzmärkten seiner Geschäftspartner ableiten. Doch alles sei denkbar, blieb Wendelberger unvoreingenommen, nur die Tat sei eines Menschen unwürdig.

Und das war passiert: Die über 500 Muttertiere und einjährigen Lämmer weideten auf einem abgelegenen Teil des Elbedamms nahe Rüterberg. Auf die Bewachung durch Hütehunde war verzichtet worden, die elektrische Umzäunung tat ihre Dienste ja zuverlässig, meinte auch Geselle Mertens. Irgendwann zwischen Sonnenuntergang und dem nächsten Morgen müssen die Räuber ihr brutales Werk begonnen haben.

Was Schäfer Wendelberger erstaunt und zugleich erzürnt, ist der Umstand, dass offensichtlich Hunde auf die Tiere losgelassen wurden, die dann wahllos auf die Schafe eingebissen haben. Davon zeugen viele Bissspuren in Hälse und Rückenpartien. Einem Schaf wurde sogar das gesamte Hinterteil aufgerissen.

Zwei Jungtiere gefangen und sofort getötet

Den Schafen blieb nur die Flucht in die Nacht als einzige Chance. "Deshalb haben sie in ihrer Angst und Panik auch den elektrischen Zaun niedergewalzt", weiß der Schäfermeister. Doch da hatten die Schlächter schon endgültig zugeschlagen, wie die eindeutigen Spuren die Straftat belegen. Sie fingen zwei Jungtiere aus der Herde und töteten die beiden Lämmer sofort. Dann trennten die Tierschlächter die Köpfe vom Rumpf und flüchteten mit den Tierkörpern in die Nacht. Auffällig für Schäfermeister Wendelberger ist der Umstand, dass die Schnitte an den Tieren mit extrem scharfen Gegenständen, noch dazu fachmännisch ausgeführt wurden. "Wer so Messer einsetzt, der kennt sich mit dem Schlachten von Tieren aus", ist der Schäfermeister überzeugt.

Der Herdenbesitzer ist zuversichtlich, Hinweise zu erhalten. Die Tat mit Unterstützung von Hunden könnte sich nämlich schnell herumsprechen.

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