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Ludwigsluster Tageblatt

12. Dezember 2017 | 05:41 Uhr

Brummis runter von der B5, aber wie?

vom

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erstellt am 06.Mai.2010 | 06:52 Uhr

Groß Krams | Klare Worte wollten sie hören von Verkehrsminister Volker Schlotmann. "Es soll uns ernst nehmen, zuhören und uns nicht sagen, was nicht geht", sagte Volker Ahlers aus Neu Gülze. Gemeinsam mit einem Dutzend Anwohnern von der B 5 aus Zahrensdorf, Lauenburg und Redefin wartete Ahlers gestern Mittag geduldig auf Schlotmann. Der Minister war zur Bürgersprechstunde nach Groß Krams gekommen, hatte Termine mit dem Bürgermeister und den Gemeindevertretern. Doch der kleine Auflauf pfeifender Brummi-Gegner auf der B5 vor dem Gemeindehaus brachte seinen Zeitplan durcheinander. "Kommen Sie doch einmal um 16 Uhr am Montag in unser Dorf", schlug Ahlers dem Minister vor. "Dann wissen Sie, weshalb wir hier stehen." Schlotmann nahm sich Zeit, las die Plakate und hörte zu. "Das Kernproblem liegt darin, dass die Lkw-Fahrer die Autobahn verlassen dürfen. Es muss gelingen, dass sie drauf bleiben", sagte Schlotmann. "Aber ich darf das Problem für Sie gar nicht lösen. Dafür ist der Landkreis zuständig."

Schlotmann kündigte an, dass er demnächst alle an den Runden Tisch holen will: den Landkreis, die Polizei, das Bundesamt für Güterverkehr. "Und hoffentlich auch uns", raunte Ahlers dazwischen. "Wer, wenn nicht wir, können sagen, was der permanente Lkw-Verkehr bei den Anwohnern anrichtet."

Ahlers wohnt seit 50 Jahren direkt an der Bundesstraße. "Wir haben wirklich schon viel miterlebt. Den Transitverkehr zwischen Ost und West, den Osterreiseverkehr. Aber was jetzt hier abgeht, kann sich niemand vorstellen, der es nicht selbst erlebt." Sogar am Sonntag ist es mit der Ruhe um 19.30 Uhr vorbei. Ahlers: "Dann kann ich den Grill im Hof einpacken und muss meinen dreijährigen Enkel anbrüllen, wenn er mich verstehen soll."

"Die Nacht ist für viele um 3 Uhr zu Ende", weiß Roswitha Böbel aus Redefin. "Wir wohnen nicht an der Bundesstraße, wir wohnen jetzt an der Autobahn." Abgesehen vom krankmachenden Lärm sei auch das Unfallrisiko enorm gestiegen. "Die Lkw fahren nicht nur viel zu schnell durchs Dorf, die Fahrer ignorieren sogar rote Ampel."

1087 Lkw donnern an Ahlers Haus in Neu Gülze täglich vorbei. "Mein 70-jähriger Vater hat sie alle mal gezählt. Jede Minute ein Lkw. Das ist blanker Horror."

Bei der letzten aktuellen anerkannten Zählung am Ortseingang von Lauenburg kamen Verkehrsingenieure sogar auf 1600 Lkw am Tag. Die Lauenburger, die gestern mit Tröten und Plakaten durch Groß Krams liefen, machten dem Minister gleich einen ganz konkreten Vorschlag: "Durchfahrtverbot mit Umkehrpflicht verhängen. Dafür muss man nichts umbauen, dafür reichen elf Schilder. In Worms hat das auch wunderbar funktioniert", sagt Martin Janßen vom Bürgeraktionsbündnis Lauenburg. Kann man drüber nachdenken, so Schlotmann. "Müsste man aber im Fall der B 5 schon an der brandenburgischen Grenze verhängen."

Vor dem geplanten Runden Tisch im Landkreis Ludwigslust, treffen sich am kommenden Montag in Lauenburg Vertreter aus Schleswig-Holstein, MV, Kreis Herzogtum Lauenburg und dem Landkreis Ludwigslust. Schlotmann: "Es wird der erste Versuch, gemeinsam eine vernünftige Entscheidung zu finden."

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