neustadt-glewe : Bringt Plan weniger Straßenlärm?

Durch die Neustädter Breitscheidstraße rollt der Verkehr schon in den frühen Morgenstunden.
Durch die Neustädter Breitscheidstraße rollt der Verkehr schon in den frühen Morgenstunden.

Neustädter und Brenzer wurden auf Einwohnerversammlung über Erstellung eines Lärmaktionsplanes informiert

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21. Februar 2018, 19:00 Uhr

In Neustadt-Glewe und Umgebung ist es zu laut. Vor allem Laster auf Straßen und der Autobahn sorgen für jede Menge Lärm. Ein Lärmaktionsplan soll jetzt für Abhilfe sorgen. Genau um diesen Plan ging es am Dienstagabend während einer Einwohnerversammlung auf der Burg, an der auch Mitarbeiter des Landesamtes für Umwelt, Naturschutz und Geologie (LUNG) MV sowie des Landesamtes für Straßenbau und Verkehr MV teilnahmen.

Hintergrund: Das Amt Neustadt-Glewe wurde durch das LUNG aufgefordert, einen Lärmaktionsplan für Teile des Amtsbereichs (Neustadt-Glewe, Brenz) aufzustellen. Der Plan soll nicht nur feststellen, wo es besonders laut ist, sondern auch Möglichkeiten aufzeigen, wie der Lärm, verursacht durch Verkehr auf der A 24, der B 191 sowie den Landesstraßen L 071 und L 072, reduziert werden kann. Grundlage des Ganzen ist die Umsetzung einer Richtlinie des Europäischen Parlaments zur „Bewertung und Bekämpfung von Umgebungslärm“.

Das LUNG hat entsprechende Lärmkarten erarbeitet, die Grundlage für die Erstellung eines Lärmaktionsplanes sind. Den Plan selbst soll das damit beauftragte Planungsbüro Lärmkontor GmbH aus Hamburg erarbeiten. Auf der Informationsveranstaltung nun sollten Einwohner von Neustadt und Brenz u. a. Gelegenheit bekommen, Hinweise zu geben, wo es besonders laut zugeht. Jürgen Schulz beispielsweise wohnt in der Neustädter Breitscheidstraße. „Ich brauche keinen Wecker morgens. Zwischen vier und fünf Uhr setzt der Verkehr ein. Dann ist es mit dem Schlafen vorbei“, sagte er. Ein anderer Anwohner aus der Straße: „Da steht zwar ein Schild, das Lastern verbietet, schneller als 30 km/h zu fahren. Nur steht es an der falschen Stelle. Die Lkw kommen schon viel schneller aus dem Kreisel heraus.“

Peter Warnecke aus der Parchimer Straße am Ortseingang aus Richtung Brenz kritisiert: „Viele Kraftfahrer bremsen vor dem Blitzer dort ab und geben dann wieder Gas bis über den Bahnübergang hinaus.“

Ein Einwohner aus Neu Brenz: „Man muss die Kraftfahrer zwingen, die Geschwindigkeit einzuhalten. Am Ortseingang brausen die Laster oft mit 90 km/h durch.“

Carsten Kurz vom Lärmkontor Hamburg wies auf einige Möglichkeiten hin, wie Verkehrslärm reduziert werden könne. Für die Schweriner Straße in Neustadt-Glewe wäre bei der bevorstehenden Sanierung beispielsweise der Einbau von Lärm minderndem Asphalt denkbar und die Beibehaltung der Geschwindigkeitsbegrenzung für Lkw bei 30 km/h. Auf der A 24 zwischen Hohewisch und Kronskamp könnten Tempo 80 und der Einbau von offenporigem Asphalt geprüft werden. Carsten Kurz wies noch auf weitere Möglichkeiten hin, wie Lärm zumindest reduziert werden könnte. Die Einwohner erhalten nun Gelegenheit, den Lärmaktionsplan innerhalb von vier Wochen im Bauamt in Neustadt-Glewe einzusehen sowie Vorschläge und Anregungen zur Planung einzureichen.

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