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Glaisin : Brieftauben diesmal auf dem „Laufsteg“

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Bei Ausstellung in Glaisin zählte nicht die Schnelligkeit, sondern das Aussehen / Treffen der Züchter

von
erstellt am 19.Jan.2015 | 09:21 Uhr

Diesmal ging es nicht um Schnelligkeit, sondern um den Körperbau: Rund 50 Brieftauben zeigten Mitglieder der Vereine „Rauschende Schwingen“ Krenzlin und „Friedenstaube“ Malliß bei ihrer Ausstellung. Bevor allerdings Brieftaubenfreunde und andere Besucher die Vögel bewundern durften, hatte Zuchtrichter Erwin Klatt aus Schwerin sie in Augenschein genommen.

„Ausstrahlung, die Augen, der Kopf, die Muskulatur, der Knochenbau und andere Merkmale wurden bewertet“, erklärt Organisator Günther Möller vom gastgebenden Verein. Nur Züchter, die in allen fünf Klassen einen Vogel an den Start setzten, hatten eine Chance auf den Gesamtsieg. Die meisten Punkte holten diesmal die Tiere von Manuel Preuss aus Alt Krenzlin und von Klaus-Dieter Kühnel aus Woosmer.

Manuel Preuss beschäftigt sich schon seit rund 20 Jahren mit Brieftauben. Durch seinen Vater war der damals 14-Jährige zu diesem Hobby gekommen. Anders als viele seiner Mitstreiter schickt er seine Vögel im Sommer allerdings nicht wöchentlich auf Wettflüge. Der Krenzliner züchtet stattdessen den Brieftauben-Nachwuchs. „Die nestjungen Tauben gebe ich zu Veranstaltern sogenannter Tribünenflüge, wo sie in einem gemeinsamen Schlag unter gleichen Bedingungen aufgezogen und trainiert werden“, erklärt der 34-Jährige. Einige Monate später findet der Endflug statt, zu dem die Tauben einige Hundert Kilometer vom „Trainingsschlag“ entfernt aufgelassen werden. Welcher Vogel zuerst zum Schlag zurückkehrt, können Züchter und Besucher dann „von der Tribüne aus“ verfolgen. „Nach dem Endflug werden die Tauben versteigert“, so Manuel Preuss.

Nicht jede Brieftaube kann ein „Spitzensportler“ werden. „Die Taube muss sehr willensstark und körperlich in der Lage sein, die 200 bis 700 Kilometer langen Wettflüge zu absolvieren“, sagt Günther Möller. „Aufgabe des Züchters ist es, gute Tiere herauszuzüchten, die auf den Flügen konstant und schnell sind und nach Hause kommen.“ Dabei wird mit einem kleinen Trick nachgeholfen. „Unter der Woche sind die Brieftauben-Paare getrennt, so dass die Sehnsucht groß ist, wenn am Sonnabend die Wettflüge stattfinden“, erklärt der Glaisiner. „Und wenn ein Männchen kein Weibchen hat, wird ein Empfangskomitee aus mehreren Weibchen gestellt.“ Damit die Tauben bei ihren Trainingsflügen die Ausdauer trainieren und nicht zu schnell in den Schlag zurückkehren, hisst Günther Möller immer eine Fahne. „Solange sie weht, kommen die Tauben nicht zurück.“

Die Vereinsausstellung am Sonnabend nutzten die rund 100 Brieftaubenzüchter, die sogar aus Parchim, Perleberg oder Wismar angereist waren, auch zum Erfahrungsaustausch. Und bei einer Versteigerung hatten sie die Chance, sportlichen Nachwuchs zu erwerben.

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