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Bresegard bei Eldena : Bresegarder Nest: Hier ist besetzt

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Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Auf dem Hof von Friedrich Güritz brütet womöglich dasselbe Storchenpaar wie im Vorjahr. Viele Nester in der Region sind inzwischen besetzt.

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erstellt am 21.Apr.2016 | 21:00 Uhr

Wenn Friedrich Güritz in seinem Garten werkelt, ist er zurzeit nie allein. Meister Adebar schaut ihm aus luftiger Höhe zu. Vor rund zwei Wochen hatte sich ein Storchenpaar in dem Nest, das auf dem Grundstück des Bresegarders steht, eingerichtet. Möglicherweise ist es sogar das Bresegarder Paar aus dem vergangenen Jahr. „Einer der Vögel hat einen Ring. Er war 2011 in Lenzen geschlüpft und im Vorjahr erstmals hier“, erklärt Güritz. „Der zweite hat keinen Ring – so wie im Vorjahr.“

Richtig „eingezogen“ waren die Störche am 5. und am 9. April. Doch schon in den Tagen zuvor hatte sich immer mal ein Vogel blicken lassen und das Nest inspiziert. Friedrich Güritz holte dann seinen Fotoapparat mit Teleobjektiv, um die Registrierungsnummer auf dem Ring ablesen zu können. „So lässt sich gut nachvollziehen, woher die Störche stammen und wohin sie weiterziehen“, erklärt Güritz. Unter den „Interessenten“ war auch früherer Lüblower Nachwuchs. „Er zog aber weiter und brütet nun in Milow.“ In den vergangenen Tagen interessierte sich noch ein weiterer Storch für das Bresegarder Nest. Aber das war ja längst besetzt.

In Bresegard läuft bereits die zehnte Storchen-Saison. Friedrich Güritz und seine Frau behalten die gefiederten Gäste genau im Blick – und führen Buch. Sie sind sicher, dass im Nest bereits Eier liegen. „Das passiert recht schnell nach der Ankunft“, erklärt der Bresegarder. „Und ein Altvogel bleibt jetzt immer im Nest, während der andere zur Futtersuche fliegt.“

Bis die Jungen schlüpfen, wird rund ein Monat vergehen. Flügge werden sie etwa Mitte Juni – wenn alles gutgeht. Und das ist nicht immer der Fall. „Wir haben auch schon erlebt, dass ein Altvogel verendet ist oder dass Eier oder Junge aus dem Nest gefallen sind.“ Wenn die Nahrungsgrundlage schlecht ist, käme es vor, dass die Alten den jüngsten Nachwuchs rauswerfen, so Güritz. Um die Jungen in einem solchen Fall retten zu können, hat der 72-Jährige ein Netz am Fuße des Mastes gespannt, das abstürzende Eier oder Jungvögel auffangen soll.

In unserer Region sind inzwischen viele Storchennester wieder besetzt. „Schätzungsweise 75 Prozent der Störche sind da“, erklärt der Storchenbeauftragte Helmut Eggers, der in der Regel von den menschlichen Nachbarn über die Ankunft informiert wird. „Wir hoffen, dass es noch mehr werden.“ Im vergangenen Jahr waren im Altkreis Ludwigslust 90 Paare gezählt worden. Noch ist es für Meister Adebar auch nicht zu spät, um Nachwuchs aufziehen zu können. „Früher galt dafür der 1. Mai als letzter Termin, aber inzwischen gibt es Beispiele, wo auch später eingetroffene Störche noch erfolgreich gebrütet haben“, so Eggers.

Auch im benachbarten Glaisin hatte Friedrich Güritz in diesem Frühjahr schon Störche gesichtet. Doch das Nest auf dem Hochzeitshof ist noch leer. Zu den „Interessenten“ gehörte ein alter Bekannter. Der Storch war als Adoptivkind in Bresegard aufgewachsen. „Als 2013 ein Muchower Altvogel verendet ist, wurden die vier Eier auf dem Storchenhof Loburg ausgebrütet und die Jungen auf andere Nester in der Region verteilt“, so Güritz. „Zwei davon kamen zu uns.“  

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