Hähnchenmastanlage bei Eldena : Bresegard: Vorbehalte bleiben

Die Einstellung der Bresegarder zum Bau einer Hähnchenmastanlage in Karenz hat sich nicht geändert. Das Vorhaben findet in der Nachbargemeinde keine Zustimmung.
Die Einstellung der Bresegarder zum Bau einer Hähnchenmastanlage in Karenz hat sich nicht geändert. Das Vorhaben findet in der Nachbargemeinde keine Zustimmung.

Gemeindevertretung hat die Einstellung gegenüber dem Bau einer Hähnchenmastanlage in Karenz nicht geändert

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16. August 2016, 07:00 Uhr

Die Einstellung der Gemeinde Bresegard bei Eldena hat sich auch nach der dritten Beratung zu diesem brisanten Thema nicht geändert: Die Gemeinde hat Vorbehalte gegen den Bau einer Hähnchenmastanlage in der Nachbargemeinde Karenz und lehnt das Bauvorhaben der Firma WKP GmbH & Co. KG auf dem Areal zwischen den beiden Kommunen ab.

Und eine Stellungnahme zu diesem Vorhaben hat die Gemeinde schon mehrfach abgegeben. „Im Dezember 2011 und im Mai 2013 haben wir uns schon ausführlich mit diesem Thema befasst und unseren Standpunkt dargelegt“, sagte Bürgermeister Eckhard Schulz auf der jüngsten Gemeindevertretersitzung.

„Und unsere Einstellung hat sich nicht geändert“, so Sandra Duwe von der Bürgerinitiative in Bresegard bei Eldena. Das sieht auch Gemeindevertreter Karl-Heinz Ahrendt so. Aber der Protest dagegen dürfe sich nicht nur in Erklärungen äußern. „Die Einwohner müssten auch persönlich ihre Betroffenheit zum Ausdruck bringen“, so Sandra Duwe. Andreas Suhrbier, der 1. Stellvertreter des Bürgermeisters, dazu: „Die Umweltverträglichkeitsuntersuchung ist durchgeführt worden. Die Gülle wird zwar auf eigenen und zugekauften Flächen ausgebracht, aber die Flächen reichen bei der Menge, die anfallen wird, sicher nicht aus. Hier ist ein qualifizierter Flächennachweis gefordert. Es ist nachzuweisen, ob die Umweltverträglichkeitsprüfung von 2013 noch Gültigkeit hat.“


Bedenken ganz klar formuliert


Der Beschluss der Gemeindevertretung zum Antrag der Firma WKP GmbH & Co. KG zur Errichtung und zum Betrieb einer Hähnchenmastanlage mit Biogasanlage in Karenz enthält nachfolgende Anregungen oder Bedenken: „Wenn die Tiere ausgestallt werden, befinden sich diese im Endstadium unter starkem Stress. Dann werden mit Sicherheit sehr viele Keime freigesetzt, mit denen die Einwohner dann in Berührung kommen; zum Beispiel, wenn man mit seinem Pkw hinter diesen Fahrzeugen fährt. Das Abwasser von den Reinigungen der Ställe soll landwirtschaftlich wieder verwendet werden. Welche Gefahren können hier für den Boden und die Ernten bestehen?

Es ist auf alle Fälle mit einem höheren Verkehrsaufkommen im Ort zu rechnen. Wie verhält es sich mit den Keimen, die die toten Tiere, der Dung und ähnliches enthalten? Hier würde eine doppelte Belastung entstehen, da diese auch schon von der Schweinemastanlage vorhanden ist. Es ist zudem die Frage zu klären, wie lange der Dung dort z.B. gelagert wird bis zum Abtransport. Eine Belastung wird auch durch den Einsatz von Antibiotika oder anderen Medikamenten hervorgerufen. Es sollten Verträge mit den Landwirten, die ihre Flächen für die Gülleausfuhr zur Verfügung stellen bzw. verkauft haben, nachgewiesen werden. Dabei sind genau die Flächen zu bezeichnen und die Vertragspartner. Zudem werde gewünscht, die Ordner mit den Antragsunterlagen der WPK GmbH&Co KG den Gemeindevertretern noch einmal zur Einsicht zu überlassen.

Bereits am 19.12.2012 wurde im Staatlichen Amt für Landwirtschaft und Umwelt Westmecklenburg (StALU WM) ein Antrag auf Errichtung und Betrieb einer Hähnchenmastanlage mit 160  000 Tierplätzen in Verbindung mit einer Biogasanlage gestellt, informiert Frank Müller vom StALU. „Im laufenden Genehmigungsverfahren erfolgte eine Änderung des Baugesetzbuches dahingehend, dass für diese Anlage zwingend eine B-Planung durchgeführt werden musste“, so der StALU-Experte. „Daraufhin wurde das Genehmigungsverfahren nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz ausgesetzt und ein B-Plan erstellt, der im November 2015 Rechtskraft erlangte.“ Danach wurde der bisherige Antrag in aktualisierter und überarbeiteter Form erneut vom Vorhabensträger am 17. Juni 2016 bei der Genehmigungsbehörde eingereicht.

Zum gegenwärtigen Zeitpunkt erfolge die Prüfung der Antragsunterlagen auf Vollständigkeit, die Behördenbeteiligung werde durchgeführt. „Im Anschluss daran werden die Antragsunterlagen im StALU Westmecklenburg sowie im Amt Dömitz-Malliß zur Einsichtnahme für jedermann öffentlich ausgelegt. Im Ergebnis werden die Stellungnahmen geprüft und das Verfahren entsprechend fortgesetzt“, ergänzt Frank Müller.




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