Informationsveranstaltung zur Biosgasanlage : Brenzer fordern eindeutige Ansage

<strong>Die marode Biogasanlage</strong> in Brenz soll wieder komplett auf- und ausgebaut werden. Die Energieerzeugung soll noch dieses Jahr aufgenommen werden.
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Die marode Biogasanlage in Brenz soll wieder komplett auf- und ausgebaut werden. Die Energieerzeugung soll noch dieses Jahr aufgenommen werden.

Mehr Skepsis als Zustimmung bei den Zuhörern bestimmte die Informationsveranstaltung am Freitagabend in Brenz zum Bauvorhaben einer Biogasanlage mit einer Leistung von bis zu 1,5 Megawatt (MW) im Industriegebiet.

svz.de von
14. Januar 2013, 08:56 Uhr

Brenz | Mehr Skepsis als Zustimmung bei den Zuhörern bestimmte die Informationsveranstaltung am Freitagabend in Brenz zum Bauvorhaben einer Biogasanlage mit einer Leistung von bis zu 1,5 Megawatt (MW) im Industriegebiet. Bürgermeister Henry Topp hatte in Absprache mit dem Finanz- und Bauausschuss die Sitzung im Versammlungsraum "Alte Schule" kurzerhand öffentlich als Bürgerinformation anberaumt. Nach knapp zwei Stunden hatte Projektentwickler Roman Matzko von der KTG Energie AG und der KTG Agrar AG mit Hauptsitz in Hamburg das Konzept der Gruppe den 25 Zuhörern und dem Ausschuss näher gebracht, jedoch nicht überzeugt. Die Brenzer fordern eine klare Ansage vom Investor.

Sicherlich auch deshalb, weil im Jahre 2007 den Brenzern vom ehemaligen Investor, der Deutschen Biogas AG, das Goldene vom Himmel versprochen worden war. Was davon übrig blieb, ist eine von Wind und Stillstand heruntergekommene Ruine, beklagte nicht nur Topp. Nun hat die an der Börse zugelassene KTG-Gruppe die Anlage samt Grundstück gekauft, will in den kommenden zwei Jahren zwischen 12 und 14 Millionen Euro investierten und sichert der Gemeinde Brenz bare Münze in Form von Gewerbesteuer zu, wie Motzko versprach. Zudem sollen vier bis fünf Vollarbeitsplätze in der dann eigenständig wirtschaftenden Brenzer Biosgasanlagengesellschaft entstehen.

Der Einfluss der Brenzer Gemeinde ist jedoch deutlich geringer geworden als noch im Jahre 2007. Der Grund und Boden ist nicht mehr wie damals in Gemeindehand. Es besteht lediglich ein Anhörungsrecht. Doch die KTG möchte keinen Streit mit Bürgern an einem Standort, der für die börsennotierte Gruppe schädlich sein könnte. Transparenz, jederzeit Gespräche mit Bürgermeistern von anderen Standorten und konstruktive Kritik gehöre ebenso zum Geschäftserfolg der KTG, deren Abschluss 2011 mit einem Umsatz von 77,5 Millionen Euro beziffert ist.

Bürgermeister Topp ist für eine erfolgreiche Neuauflage der Biogasanlage, die in zwei Bauabschnitten bereits in diesem Jahr über ein Blockheizkraftwerk verwertbare Energie in der Größenordnung von 499 Kilowatt/Stunde (kW/h) ausstoßen soll. Im zweiten Bauabschnitt sollen weitere 499 kW/h folgen. Die dann aber über eine Gasaufbereitungsanlage direkt an einen Gasnetzbetreiber abgegeben werden sollen, informierte Motzko.

Der Projektentwickler stellte deutlich in seinem Vortrag heraus, dass die Zusammenarbeit mit der regionalen Landwirtschaft durchaus als fruchtbar angesehen wird. Möglich sei aber auch das interne Beschicken der Brenzer Anlage, direkt vom rund 30 Kilometer entfernten Putlitzer KTG-Unternehmen über die Autobahn, ohne die Ortsdurchfahrt Brenz mit Transporten zu belasten. Eine Herkulesleistung, die mit gut 2800 Lkw-Fuhren bei jeweils 28 Tonnen Fracht zu bewältigen wäre, um die anvisierten jährlichen 61 000 Tonnen Nutzmasse in die Brenzer Anlage zu transportieren. Auch deshalb und um die Gärreste als hochwertigen Naturdünger absetzen zu können, wünscht sich Motzko ein Zusammenwirken mit der Landwirtschaft in der Region.

Auf die Frage, wie es denn ökologisch zusammenpasse, dass Bioenergieerzeugung und das Verbrauchen von Riesenmengen an Lkw-Diesel zusammenpasse, verwies Motzko auf die Strategie der KTG-Gruppe, das Wachstum Ziel des Unternehmens sei. Die KTG hat besonders seit ihrem Börsengang an der Frankfurter Wertpapierbörse seit November 2007 einen bemerkenswerten Wertzuwachs hingelegt. Das Unternehmen gehört aktuell zu den größten europäischen Marktfruchtproduzenten mit 30 landwirtschaftlichen Betriebsgesellschaften in den neuen Bundesländern. Die Gruppe besitzt landwirtschaftliche Flächen in einer Größenordnung von über 35 000 Hektar (ha) in Deutschland, Russland, Litauen und Rumänien. 8000 ha davon sind Eigentum, der Löwenanteil wird von der Unternehmensgruppe in Pacht bewirtschaftet.

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