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Erneut Kellerbrand in Ludwigslust : Brandserie reißt nicht ab

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Unbekannte Täter setzten am Sonntagabend Altpapier im Keller eines Ludwigsluster Mehrfamilienhaus in Flammen. Ein 38-jähriger Mieter erlitt eine Rauchgasvergiftung. Die Kripo-Ermittler gehen von Brandstiftung aus.

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erstellt am 08.Apr.2013 | 07:25 Uhr

Ludwigslust | Erneut brannte es in Ludwigslust: Im Keller des Hauses in der Johann-Joachim-Busch-Straße im Parkviertel war am Sonntagabend gegen 22.30 Uhr ein Feuer ausgebrochen. Nach ersten Erkenntnissen entzündeten unbekannte Täter im Keller des Hauses in der Busch-Straße einen Stapel Altpapier. Das Feuer griff auf mehrere Kellertüren über. Durch den Brand kam es im gesamten Wohnblock zu einer erheblichen Rauchentwicklung. Daher mussten die Wohnungsmieter von drei der sieben vorhandenen Aufgänge zum Teil mit der Drehleiter durch die Freiwilligen Feuerwehren Ludwigslust und Techentin evakuiert werden. Sie wurden in einem Bus der Ludwigsluster Verkehrsbetriebe untergebracht und betreut. Nachdem die Feuerwehr den Brand gelöscht und das Wohnhaus durchlüftet hatte, konnten die Mieter wieder in ihre Wohnungen zurückkehren.

Anrückende Rettungskräfte hatten zunächst alle Hände voll zu tun, die Bewohner aus den zehn Wohneinheiten zuretten. Zuerst sei die Rettung der Einwohner aus dem betroffenen Aufgang und den Nachbaraufgängen organisiert worden, so David Rieland, Zugführer des Einsatzes. Die Bewohner wurden über Drehleiter und Anstelleitern sowie über die baulichen Rettungswege ins Freie geführt. Kinder wurden zum Teil von den Kameraden der Feuerwehr die Treppen heruntergetragen. Insgesamt wurden so über 29 Bewohner, Erwachsene, Kinder, Rentner und Tiere durch den verqualmten Treppenaufgang gebracht. Angst herrscht jetzt wieder unter den Bewohner im Viertel, viele berichteten, dass sie nicht mehr richtig schlafen könnten und bei jedem Geräusch aufwachten. Vor Ort waren über 45 Rettungskräfte der Feuerwehr, des DRK und der Polizei.

Ein 38-jähriger Mieter erlitt eine Rauchgasvergiftung und musste im Ludwigsluster Krankenhaus behandelt werden. Der entstandene Sachschaden ist gegenwärtig noch nicht bekannt.

Die Kriminalpolizei der Polizeiinspektion Ludwigslust hat umgehend die Ermittlungen wegen schwerer Brandstiftung aufgenommen. Schon vor 14 Tagen hatte es bereits im Nachbarwohnblock gebrannt und in diesem Aufgang jetzt das zweite Mal in zwei Jahren, im Wohngebiet in den letzten Jahren bereits das fünfte Mal. "Das Gutachten zum Brand vor 14 Tagen ergab, dass es sich um Brandstiftung handelt, eine relativ identische Vorgehensweise des Täters wie beim Feuer am Sonntagabend. Wir gehen davon aus, dass der Brandstifter für beide Taten in Frage kommt." Die Ermittler der Kripo Ludwigslust arbeiten mit Hochdruck an der Aufklärung der aktuellen Fälle. "Neben der Brandortuntersuchung haben wir auch mit Zeugen gesprochen und wir prüfen, ob es zwischen den aktuellen Bränden und den Vorfällen, die sich vor rund eineinhalb Jahren im Ludwigsluster Parkviertel ereigneten, eine Verbindung geben könnte", so Klaus Wiechmann weiter.

Die Polizei erhofft sich von den Zeugenaussagen weitere Anhaltspunkte, die zur Aufklärung beitragen können. "Da ist jeder Hinweis wichtig, so wenn z.B. Hausbewohner im Bereich der Aufgänge zur angegebenen Zeit gegen 22.30 Uhr jemanden gesehen haben, der nicht in das Haus gehört", ergänzt Polizeisprecher Wiechmann, der rät, dass die Haustüren zur Nachtzeit unbedingt verschlossen bleiben sollten. Bei Verdacht einer Straftat sollten die Hausbewohner umgehend den Notruf 110 wählen. Die Beamten setzen bei ihren Ermittlungen auf die Unterstützung der Bürger, zudem wird die Polizei in diesem Bereich, in dem die Brände passierten, verstärkt Streife fahren.

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