ludwigslust : Brandmelder halten Wehr in Atem

Auch zum Ludwigsluster Schloss müssen die Feuerwehren manchmal ausrücken, obwohl es nicht brennt.
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Auch zum Ludwigsluster Schloss müssen die Feuerwehren manchmal ausrücken, obwohl es nicht brennt.

Insgesamt 20 Fehlalarme im Stadtgebiet Ludwigslust im vergangenen Jahr / Technische Probleme, aber auch Absicht stecken dahinter

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10. März 2014, 19:00 Uhr

Fehlalarme halten die Feuerwehren der Stadt weiter auf Trab: Bei den Ludwigsluster Kameraden ging im vergangenen Jahr fast jeder fünfte Einsatz auf eine Brandmeldeanlage (BMA) zurück, die ein Feuer meldete, wo keines war. Bei der Techentiner Wehr war es sogar jeder zweite. „Insgesamt 20 solcher Fehlalarme hatten wir im Vorjahr im Stadtgebiet“, erklärte Gemeindewehrführer Bodo Thees bei der Jahreshauptversammlung der Gemeindefeuerwehr in Kummer. „Spitzenreiter war das Stift Bethlehem mit elf Alarmierungen.“ Hinzu kamen das Schloss, die Alexandrinenresidenz, vereinzelt Unternehmen und einmal auch das hiesige Amtsgericht.


Zu Stift und Schloss rücken vier Wehren aus


Doch egal, wie oft die Kameraden zuvor schon vergeblich ausgerückt waren: „Jede Alarmierung durch Brandmeldeanlagen wird als echter Alarm angesehen“, so Bodo Thees. Und das bedeutet beim Stift Bethlehem beispielsweise, dass 20 bis 25 Einsatzkräfte mit sechs Fahrzeugen anrücken. „Löst dort eine Brandmeldeanlage aus, werden immer die Feuerwehren aus Grabow, Neustadt-Glewe, Ludwigslust und Techentin alarmiert“, erklärt der Gemeindewehrführer. Das Gleiche gelte für das Schloss. Am Ort des Geschehens geht dann der Angriffstrupp zur Lageerkundung ins Gebäude. Haben die Kameraden festgestellt, dass es kein Feuer gibt, rücken die Feuerwehren wieder ab. „Aber die Einsatzkräfte sind erst einmal aus dem Arbeitsprozess herausgeholt worden“, so Bodo Thees.

Auch die Verantwortlichen im Krankenhaus Ludwigslust des Westmecklenburg Klinikums „Helene von Bülow“ GmbH sind von den häufigen Fehlalarmen genervt. „Uns tut das ausgesprochen leid“, sagt Stiftspropst Jürgen Stobbe auf SVZ-Anfrage. Er sei dankbar, dass die Feuerwehrleute dennoch immer wieder so freundlich sind.

Im März und April 2013 hatte es auf dem Stiftsgelände acht Einsätze der Feuerwehren gegeben, weil die neue Brandmeldeanlage im sanierten Lutherhaus defekt war. Dieser Defekt sei im Mai durch den Austausch von Meldern und die Neueinrichtung von Software behoben worden.

Die Fehlalarme sind nicht nur ein lästiges, sondern auch ein teures Übel. Laut Stiftspropst Stobbe seien dem Krankenhaus für die acht Einsätze der Feuerwehren von den jeweiligen Städten insgesamt knapp 8900 Euro in Rechnung gestellt worden.

Auch in weiteren Fällen, in denen Wasserdampf aus der Küche die Brandmeldeanlage auslöste, hat das Krankenhaus reagiert. „Die Rauchmelder dort wurden umgehend gegen Hitzemelder ausgetauscht“, so Jürgen Stobbe. Gegen andere Fälle, die es in jüngster Vergangenheit im Stift gegeben hatte, kann die Krankenhausleitung wenig ausrichten. Sie waren – so bestätigt es die Feuerwehr – mutwillig ausgelöst worden. Unbekannte hatten Spray in Rauchmelder auf dem Flur im Verwaltungsbereich gesprüht. „Die Geschäftsführung hat Strafanzeige gestellt.“

Nichtsdestotrotz nehme die Feuerwehr jeden Brandmelderalarm ernst, so Bodo Thees. Insbesondere Rauchmelder in privaten Wohnungen hätten schon häufiger gefährliche Situationen verhindert oder sogar Leben gerettet, nachdem Bewohner das Essen auf dem Herd vergessen hatten.

Insgesamt waren die fünf Feuerwehren der Stadt – Ludwigslust, Techentin, Glaisin, Hornkaten und Kummer – im vergangenen Jahr zu 159 Einsätzen ausgerückt. In der Statistik stehen 65 Brandeinsätze und 55 technische Hilfeleistungen.

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