Ludwigslust : Böhringer will Bürgermeister werden

Heiko Böhringer ist gebürtiger Ludwigsluster. Nach 2010 will er jetzt erneut um das Amt des Bürgermeister kämpfen. Sein Credo: Gestalter statt Verwalter.
Heiko Böhringer ist gebürtiger Ludwigsluster. Nach 2010 will er jetzt erneut um das Amt des Bürgermeister kämpfen. Sein Credo: Gestalter statt Verwalter.

Stadtvertreter (Alternative für Ludwigslust) tritt am 27. Mai gegen Amtsinhaber Reinhard Mach an

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20. Januar 2018, 07:21 Uhr

Erster Herausforderer für Reinhard Mach: Stadtvertreter Heiko Böhringer hat angekündigt, bei der Bürgermeisterwahl am 27. Mai gegen den Amtsinhaber anzutreten – als Kandidat der „Alternative für Ludwigslust“. „Es ehrt mich, dass mich meine eigene Fraktion in die Spur schickt“, betonte er im SVZ-Gespräch. „Wir werden die Bewerbung in den nächsten Tagen einreichen.“ Die Frist für die Einreichung von Wahlvorschlägen läuft noch bis 13. März.

„Seit der letzten Bürgermeisterwahl hat sich Heiko Böhringer sehr in der Stadt etabliert, hat guten Zuspruch von den Bürgern, arbeitet aktiv im Kreistag und in der AfL“, betonte Uwe Langmaack, Vorsitzender der AfL-Fraktion in der Ludwigsluster Stadtvertretung. „Er kommt mit sehr vielen Vorschlägen, die überdenkenswert sind und angenommen werden können.“ Mit seiner Art und Weise könne er die Stadt Ludwigslust voranbringen, so Langmaack. Die Fraktion habe Heiko Böhringer einstimmig zu ihrem Kandidaten gewählt.

Heiko Böhringer sieht sich als „Gestalter mit Ideen und dem Mut, neue Herausforderungen konsequent anzupacken“ und damit als „gute Alternative zu einem Verwalter, der demnächst das Rentenalter erreicht“. Während Reinhard Mach auf Probleme in seiner Art reagiert, sobald sie auf den Tisch kommen, würde er die Dinge mit mehr Weitsicht entwickeln wollen und – anders als der Amtsinhaber – auch andere Meinungen akzeptieren und mehrere Varianten diskutieren. „Beispiel Grundschule Techentin: Als Fraktion sind wir schon seit dreieinhalb Jahren bei diesem Thema“, sagt Heiko Böhringer. „Wenn man bedenkt, dass jetzt die Mitte bis Ende der 1980er-Jahre geborenen Mädchen Kinder bekommen, war doch klar, dass uns die Schülerzahlen um die Ohren fliegen.“

Bei der wirtschaftlichen Entwicklung der Stadt will der gebürtige Ludwigsluster andere Schwerpunkte setzen. „Nach der Wende war es in Ordnung, Geld in Hochregallager zu investieren, aber jetzt kommen wir damit nicht mehr weiter“, betont der 54-Jährige auch mit Blick auf das niedrige Lohnniveau in Mecklenburg-Vorpommern. „Wir brauchen mehr wissensbasierte Arbeitsplätze, damit unsere klugen Köpfe – rund die Hälfte der Kinder macht Abitur – nicht abwandern.“ Mit dem flächendeckenden Internet, das demnächst Realität sein soll, biete sich die Chance, den ländlichen Raum als Wohn- und Arbeitsort attraktiv zu machen. „Wir haben hier eine klasse Verkehrsanbindung, eine gute soziale Infrastruktur, eine Bildungslandschaft, die wir so unbedingt erhalten müssen, und die Bereitschaft von staatlicher Seite, so etwas zu fördern – aber wir müssen an die Hochschulen, an die Ausgründer von dort heran und massiv für uns werben.“ So wie von der FDP/AfL-Kreistagsfraktion unter dem Motto „Arbeiten und Wohnen im Grünen“ schon gefordert.

Böhringer ist Diplominformatiker, programmiert Roboter für die Produktion von Wandelementen für Häuser und entwickelt entsprechende Fertigungsanlagen. Erfahrungen in einer öffentlichen Verwaltung hat er nicht. Aber das sieht er nicht als Handicap. „Die Mitarbeiter der Stadtverwaltung wissen doch, was sie tun“, sagt Heiko Böhringer, Vater von drei erwachsenen Kindern. „Ein Bürgermeister ohne jahrelange Verwaltungserfahrung könnte zudem für ein Aufblühen sorgen, wenn die Angestellten mehr Spielraum bekommen, um Probleme zu lösen.“ Ohnehin sei die Führung der Verwaltung nur ein Aspekt in der Arbeit eines Bürgermeisters. Genauso wichtig sei es, die Stadt zu repräsentieren und Konzepte zu erarbeiten und als Bindeglied zwischen den Bürgern, der Verwaltung und allen, die einen Bezug zur Stadt haben, zu fungieren.

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