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Ludwigsluster Tageblatt

21. Oktober 2017 | 10:40 Uhr

hornkaten : Bodenwellen und Lasterlärm nerven

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Hornkatener Einwohner diskutierten mit Bürgermeister, Stadtvertretern und Vertretern des Kreises beim Runden Tisch über zahlreiche Probleme und Forderungen

von
erstellt am 05.Apr.2014 | 07:00 Uhr

Die Einwohner von Hornkaten sind verunsichert und verärgert: Belastungen und Gefahrensituationen durch Lkw-Verkehr, Geschwindigkeitsüberschreitungen und daraus resultierende Lärmemissionen, auch von Lkw, die den Weg über die Kreisstraße durch den Ortsteil als Abkürzung wählen, und anwachsende Transporte von und zu Unternehmen aus der Region belasten zunehmend die Einwohner. All das kam am Donnerstagabend beim Runden Tisch im Schulungsraum der Feuerwehr Hornkaten zur Sprache. Eingeladen hatten dazu der Präsident der Stadtvertretung Ludwigslust, Helmut Schapper, und die Ortsteilvorsteherin Gaby Schilling.

Bereits auf einer Zusammenkunft am 14. März auf dem Gelände der Biogasanlage nahe Hornkaten, als Geschäftsführer Steffen Wegewitz und Wilhard Friel vom Unternehmen Agrarprodukte Göhlen über die Erweiterungspläne informierten, war geäußert worden, miteinander ins Gespräch zu kommen - um Probleme zu erörtern und Unklarheiten auszuräumen. Gaby Schilling und Heiko Stier hatten damals in Namen der Hornkatener schnellstmöglich um ein Treffen mit allen Beteiligten, von der Stadt bis hin zu Vertretern der hier tätigen Unternehmen, wie auch Trockenwerk Eldena und der Firma MUT, gebeten. In einer Petition an Bürgermeister Mach hatten die Hornkatener ihre Forderungen klar formuliert. „Die Einhaltung der Geschwindigkeit und eine überlegenswerte Reduzierung auf 30 km/h ist für uns wichtig, da wir befürchten, dass eine doppelte Ausbaustufe im Zuge der Erweiterung der Biogasanlage einer doppelten Verkehrsbelastung entspricht“, so Gaby Schilling.


Agrarprodukte Göhlen bietet Hilfe an


„Wir haben an zwei Wochen im Bereich der Kurvensituation An den Liepen/Ecke Waldstück eine Verkehrszählung gemacht. In zwei Stunden haben wir hier 27 große Lkw registriert, die die Kreisstraße passieren“, sagte die Ortsteilvorsteherin. Die Daten der letzten Zählung stammen von 2010, war von Andreas Steuck, Sachbearbeiter in der Unteren Verkehrsbehörde des Landkreises, zu erfahren. Das waren täglich im Durchschnitt 30 Lkw, bei 690 Fahrzeugen, die durch Hornkaten fahren. Diese Werte wurden dann vom Straßenbauamt im Jahr 2012 gegengeprüft. Aber 2010 gab es noch keine Biogasanlage und keine Hühnerfarm, warf eine Anwohnerin in den Raum. Diese beiden Punkte wären hinsichtlich eines erhöhten Fahrzeugverkehrs zu beachten. Denn wenn zum Beispiel die Lkw mit überhöhter Geschwindigkeit durch den Ort und über die Bodenwellen fahren, sei das verkehrsgefährdend und lärmbelästigend.

Auch die Behebung der Bodenwellen An den Liepen zwischen Nummer 4 und 6, der Anlieferungsweg über die B5 sowie die Einhaltung der Tonnage liegt den Hornkatenern ebenso am Herzen. „Wir wollen einfach nur, dass sich etwas tut“, ergänzte Gaby Schilling. Steffen Wegewitz entgegnete, dass sich seine Fahrer an die vorgeschriebene Geschwindigkeit halten würden und auch die Tonnage liege im zulässigen Bereich. Das wollte auch der Vertreter des Trockenwerkes Eldena so bestätigen. Auf die Frage, ob Geschwindigkeitseinhaltungen auch regelmäßig kontrolliert würden, antwortete der neue Ludwigsluster Revierleiter Gilbert Küchler, dass diese Überprüfungen auch in diesem Bereich stattfinden. Was die Bodenwelle betreffe, so hat Agrarprodukte-Geschäftsführer Steffen Wegewitz schon Kontakt zum Kreisstraßenmeister aufgenommen, mit dem Angebot, hier über seine Firma Abhilfe zu schaffen. Wegewitz sprach aber auch den großen Kostenaufwand an, den eine solche Maßnahme wie das Abfräsen der Bodenwelle mit sich bringen würde.

Der die Veranstaltung moderierende Stadtpräsident Helmut Schapper schlug vor, sich mit der Kreisstraßenmeisterei zu verständigen, ob noch in diesem Jahr eine Lösung möglich sei. Wenn dann die Bodenwelle Thema sei und die Wurzel der Eiche aufgemacht werde, die auf einem Privatgrundstück steht, müsse auch die Untere Naturschutzbehörde mit einbezogen werden.

Bürgermeister Reinhard Mach versprach, sich dem Wunsch der Hornkatener in Sachen Tempo 30 in der gesamten Ortslage anzunehmen. „Zusammen mit der Unteren Verkehrsbehörde wollen wir diesen Sachverhalt noch einmal prüfen und alte Unterlagen sichten, die vor drei oder vier Jahren erarbeitet wurden, als vom Kreis Tempo 50 angeordnet wurde.“ Zudem wolle die Stadt im Bereich der Kurve Höhe Waldstück ein Messgerät aufstellen, das nicht nur die Geschwindigkeit ermittelt, sondern auch Fahrzeuge zählt.

Ob sich ein rund 800 Meter langer Gehweg am Ortsausgang von Hornkaten nach Göhlen, für drei Häuser, realisieren lasse, werde er über die Stadt analysieren lassen, fügte Bürgermeister Mach hinzu. Wenn es keinen Gehweg gebe, sollte der Vorschlag eines straßenbegleitenden Radweges zwischen Hornkaten und Göhlen geprüft werden. „Wir werden schriftlich einen Antrag an den Landkreis stellen, ob es eine Chance gebe.“

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