Ludwigslust/Neuhof : Blumen für den Neustart

Blumen für die Terrasse am „Lütt Hus“: Steffi und Sebastian Mittelstädt bereiten alles für den Neustart vor.  Fotos: K. Neumann
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Blumen für die Terrasse am „Lütt Hus“: Steffi und Sebastian Mittelstädt bereiten alles für den Neustart vor. Fotos: K. Neumann

Steffi und Sebastian Mittelstädt bereiten Öffnung ihrer Restaurants am Sonnabend vor / Hotel de Weimar empfängt ab 20. Mai Gäste

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06. Mai 2020, 10:45 Uhr

Mit Geranien und Zauberglöckchen ist Sebastian Mittelstädt vom Einkaufen zurückgekehrt. „Wir wollen schnell die Terrasse an der Gaststätte ,Lütt Hus’ bepflanzen“, erklärt er. Seine Frau Steffi, die das Restaurant in Neuhof und das Burg-Restaurant Neustadt-Glewe betreibt, schreibt derweil die neue Speisekarte. Zwölf Stunden zuvor waren die Corona-Lockerungen für Hotelerie und Gastronomie verkündet worden – und hatten den Wochenplan der Familie durcheinandergewirbelt. Vier Tage bleiben ihr, um die beiden Restaurants und das Hotel „Erbprinz“ in Ludwigslust, das Sebastian Mittelstädt führt, auf den Neustart am 9. Mai vorzubereiten.

„Wir haben uns natürlich gewünscht, dass es wieder losgeht“, sagt Sebastian Mittelstädt. „Aber das jetzt ist doch sehr kurzfristig“, fügt Steffi Mittelstädt hinzu. Egal. Mit den Lieferanten haben sie bereits vereinbart, dass am Freitag frische Ware kommt. Auch die Küche wird dann wieder hochgefahren. Das Burg-Restaurant muss am Donnerstag erst einmal wieder eingeräumt werden. Es war leer geräumt worden, um das Eichenparkett zu renovieren. Und zwischen all dem muss sich das Paar um die zwei, vier und sechs Jahre alten Kinder kümmern. „Wir haben keinen Anspruch auf die Notbetreuung in der Kindertagesstätte“, sagt Sebastian Mittelstädt.

Im „Erbprinz“ müssen Mittelstädt und sein Team wenigstens nicht von Null starten. Für beruflich Reisende lief die Küche – und für den Außer-Haus-Verkauf. „Damit waren wir ganz zufrieden, und wir werden ihn weiter anbieten“, so der Geschäftsführer. Gestern gab es aber auch schon die erste Reservierung für das Restaurant. Und in die Hotelbuchungen sei ebenfalls kurz nach der Nachricht über die Lockerungen Bewegung gekommen. „Wenn sich die 60-prozentige Auslastung auf die Betten bezieht, dann sollte das für uns kein Problem sein“, kommentiert er eine der Bedingungen für die Lockerung.

Auch im Hotel de Weimar in Ludwigslust ist für Abstand gesorgt. „Unser Haus könnte 90 Gäste beherbergen“, sagt Inhaberin Petra Fuchs. „Wir werden aber nicht mehr als 45 oder 50 aufnehmen.“ Die Tische im Frühstücksraum stehen seit der Neugestaltung vor gut einem Jahr ohnehin schon weit auseinander. Und es gibt noch eine Idee. „Wir wollen das Frühstück künftig auch auf der Terrasse an der Schlossstraße servieren“, erklärt die Gastronomin. „Ein Vorschlag, der von den Mitarbeitern gekommen ist.“ Über eine eigens gegründete WhatsApp-Gruppe hatten die Inhaber Wilfried Glania-Brachmann und Petra Fuchs in den vergangenen Wochen Kontakt zur Belegschaft gehalten. Um aktuelle Entwicklungen zu erklären, Überlegungen für die Zukunft und Meinungen auszutauschen. Und sogar eigene Sportergebnisse. „Wir haben uns fit gehalten“, sagt Petra Fuchs.

Die jetzt verkündeten Lockerungen haben die Ludwigslusterin nach eigener Aussage „völlig überrascht“. An dem Plan, der bei der Schließung des Hotels am 20. März gefasst worden war, ändern die Inhaber aber nichts. „Wir öffnen am 20. Mai wieder“, sagt Petra Fuchs. Wie es dann anläuft, ist aber unklar. „Noch haben wir viele Stornierungen und wenige Buchungen.“ Die Konzerte und Veranstaltungen, die viele Gäste bescherten, fehlen einfach. Genauso wie die Übernachtungen von Geschäftskunden von Ludwigsluster Industriebetrieben, die aus aller Welt kamen.

Erfreut ist Petra Fuchs über den Zuspruch, den sie und ihre Mitstreiter erfahren. „Viele Gäste schreiben oder sagen uns, dass sie auf jeden Fall wiederkommen, wenn die Corona-Krise vorbei ist“, erzählt sie. Und ein geplantes goldenes Klassentreffen sei schon auf Spätherbst verschoben worden. Den Lockdown haben Petra Fuchs und Wilfried Glania-Brachmann auch genutzt, um über Veränderungen nachzudenken. Im Restaurant wird es sie auf jeden Fall geben…

Anja Brockmöller vom Deutschen Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) freut sich über die Lockerungen. „Der Schritt war bitter nötig“, sagt die Regionalleiterin für den Landkreis. Hoteliers und Wirte können ihren Gästen nun endlich genaue Termine nennen und wieder planen.

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