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Ludwigsluster Tageblatt

24. November 2017 | 08:44 Uhr

Ortkrug : Blitz-Aktion erhitzt die Gemüter

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Tempo 50 an der B 106 in Ortkrug wird akzeptiert – Leser kritisieren aber schlechte Information und sofortige Kontrolle durch den Kreis

von
erstellt am 15.Okt.2014 | 07:00 Uhr

SVZ-Leser debattieren heftig und auch kontrovers über die neue Verkehrsregelung auf der B 106 bei Ortkrug. Dass der bislang als Splittersiedlung geltende Ort nun deutlich sichtbar zu einem Dorf mit Tempo-50-Beschränkung wurde, ist klar. Das wird selbst von denen akzeptiert, die hier am vergangenen Wochenende gewohnheitsmäßig mit 70 Kilometern pro Stunde durchrollten und prompt geblitzt wurden. Hauptkritikpunkt bleibt aber, dass der Landkreis Ludwigslust-Parchim nicht deutlich auf die Neuregelung hingewiesen hat – aber fleißig geblitzt hat.

„Auch mich hat es am Sonntagnachmittag erwischt. Über 25 Jahre bin ich diese Strecke fast täglich gefahren und weiß, dass ich hier 70 km/h fahren darf. Ich habe wie immer auf den Tacho geschaut, um die Geschwindigkeit einzuhalten. Ich war regelrecht erschrocken, als es plötzlich blitzte. Wenn z.B. die Vorfahrt an einer Kreuzung geändert wird, gibt es oft entsprechende Hinweise zur neuen Regelung, damit die ,Gewohnheitsfahrer’ gewarnt werden. Hätte man nicht auch hier mit einem Hinweis warnen können?“ Das fragt nicht nur Lothar Simon.

Maik Hinnerichs schreibt: „Sicherlich gilt nach einem Ortseingangsschild 50 km/h. Aber man nimmt nicht mehr alles wahr, was sich am Rande verändert, wenn man täglich die gleiche Strecke fährt. Fair gewesen wäre, wenn für eine Karenzzeit der Blitzer auf 70 km/h geblieben oder auf die Umstellung hingewiesen worden wäre.“ So etwas passiert auch an anderen Orten nicht. Kathrin Jabs schreibt: „Ich erinnere an die Crivitzer Chaussee in Schwerin, wo plötzlich nicht mehr Tempo 70, sondern 60 galt. Ich hab’ mich erst gewundert, warum manche so ,schleichen’, bis ich auf die 60 aufmerksam geworden bin. Das ging auch anderen so. Und das Ordnungsamt hat abkassiert!“

R. Schäfer ist darüber erstaunt, wie die Änderung zustande gekommen ist. „Auf der B 5 brauchte es Monate, Proteste und Diskussionsrunden über alle Instanzen, um eine Geschwindigkeitsbegrenzung vorzunehmen. In Ortkrug reicht ein Anwohner“, heißt es in der Mail. „Ein Schelm, der direkte Verbindungen zu den zuständigen Entscheidungsträgern vermutet!“

Es gibt auch zahlreiche Stimmen, die auf die geltenden Gesetze und die zahllosen Verstöße auf den Straßen verweisen: „Jeder Fahrzeugführer sollte mal gelernt haben, dass Verkehrsregeln nicht zum Spaß erlassen wurden, sondern Gesetze darstellen. Ortseingangsschild heißt also 50 km/h, auch in Ortkrug. Ich erlebe es fast jeden Morgen auf dem Weg zur Arbeit: Es wird gerast, kaum noch geblinkt. Gegenseitige Rücksichtnahme scheint ein Fremdwort zu sein“, betont Brigitte Kenzler.

Die gleiche Position vertritt Christin Numeijer: „Ich stimme dem voll und ganz zu. Ein gelbes Schild bedeutet geschlossene Ortschaft, sprich maximal Tempo 50. Wer seine Augen offen hält, dem passiert es nicht, und wer sich nicht an die Straßenverkehrsordnung hält, sollte gegebenenfalls nochmal zum Aufbauseminar gehen – Gewohnheit hin oder her. Augen auf beim Fahren, dann würden generell weniger Unfälle passieren.“

Auch für Thomas Bouchholz ist das klar: „Meine Güte, jetzt ist doch gut. Wer die Augen zumacht und so ein großes Schild übersieht, ist selbst Schuld. Augen auf im Verkehr: Das hat man schon im Kindergarten gelernt.“



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