Ludwigslust : Blick hinauf auf das Dach der Welt

Eröffnung der Ausstellung gestern Mittag in der Ludwigsluster Dienststelle der Kreisverwaltung.
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Eröffnung der Ausstellung gestern Mittag in der Ludwigsluster Dienststelle der Kreisverwaltung.

Fotoausstellung von Reisen in den Himalaya eröffnet / Mönche aus Ladakh sammeln in Ludwigslust für eine Schule

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26. April 2017, 07:00 Uhr

„Willkommen auf dem Dach der Welt!“ So begrüßte Landrat Rolf Christiansen die Ludwigsluster Goethe-Gymnasiasten und Mitarbeiter des Landratsamtes gestern in der Ludwigsluster Dienststelle der Kreisverwaltung. Anlass war die Eröffnung einer Ausstellung zum Projekt „Aus dem Herzen des Himalaya – Leben, Arbeiten und Lernen auf dem Dach der Welt“. Sie ist Teil von Projekttagen, die die Kreisvolkshochschule gemeinsam mit dem Goethe-Gymnasium Ludwigslust und dessen Schulförderverein durchführt.

Höhepunkt wird Sonnabend, der 6. Mai, sein. Der junge Mönch Konchok Samtan, der aus der abgeschiedenen Region Ladakh stammt, hat zusammen mit einer Gruppe aus weiteren Mönchen und Tänzern ein Programm entwickelt, das das reiche Repertoire an Kunst repräsentiert, die vom Tibetischen Buddhismus geprägt ist. Sie stellen an diesem Tag traditionelle Kostüme und Tänze vor und führen als besonderes Highlight, begleitet von Trommeln und Hörnern, auch die rituellen Mönchstänze ihres Klosters auf. Auf ihrer Europatour sammeln sie zugleich Gelder für eine neue Schule in Ladakh, die benachteiligten und verwaisten Kindern unter ihrem Dach eine Chance auf Bildung geben soll.

Landrat Rolf Christiansen ist sicher, dass das Anliegen bei den Menschen hier auf fruchtbaren Boden fällt. Das hat bereits ein Vorbild. Als am Zweiten Weihnachtsfeiertag 2004 ein verheerender Tsunami über Asien hinwegfegte, wurde im Landkreis Ludwigslust eine sehr erfolgreiche Hilfsaktion für Sri Lanka ins Leben gerufen. Die geplante Schule in Ladakh soll für Kinder errichtet werden, denen der Schulweg nicht täglich zu Fuß, per Rad oder mit dem Bus möglich ist. Viele Kinder müssen weite und gefährliche Wege über die unwegsamen Pässe des Himalaya auf sich nehmen, um zu lernen und können lange ihre Eltern nicht sehen.

Die Mönche werden am 6. Mai auch einen Workshop ausstatten, der sich mit dem Handwerk und dem Geist des Sand-Mandalas beschäftigt. Ein Workshop „Traditioneller nepalesischer Tanz“ mit der Tänzerin Bishnu Malla-Wacker komplettiert das Angebot des Tages.

„Mit dem Projekt soll einmal der Blick aus dem flachen Norden Deutschlands auf die hohen Pässe des Himalaya gerichtet werden: auf die Natur, die Menschen und ihre Lebensweise unter den dortigen harten klimatischen Bedingungen. Denn es macht Sinn, die Welt einmal aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten, über seinen eigenen Horizont hinaus zu sehen und zu erfahren, unter welchen Bedingungen andere Völker ihr Leben meistern“, unterstreicht Rolf Christiansen. Die Fotoausstellung selbst zeigt Fotos, die die belgische Architektin Hilde Vetz und die deutsche Restauratorin Anne Voll aufgenommen haben. Beide sind seit Jahren in ihrem Sommerurlaub für einige Wochen in Ladakh, um dort zu helfen, buddhistische Tempel und Klöster, aber auch andere historische Bauwerke für die Nachwelt zu erhalten. Ladakh ist ein ehemaliges kleines Königreich, das noch vor wenigen Jahrzehnten sehr abgeschieden von der modernen Welt existierte. Heute ist das Gebiet Teil des nordindischen Bundesstaates Jammu und Kashmir, hochgebirgig und dünn besiedelt.

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