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Heisser Draht : Biber wüten am Elde-Müritz-Kanal

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Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Ulrich Froese weiß nicht weiter mit der Plage der nagenden Säugetiere umzugehen: 60 Bäume haben sie in nur wenigen Monaten zerstört.

svz.de von
erstellt am 06.Mai.2015 | 07:00 Uhr

„Fast 25 Jahre habe ich meinen selbstgepflanzten Eichen beim Wachsen zusehen können und plötzlich entwickelt sich der Biber zu einer wahren Plage, zerstört einen Baum nach dem anderen innerhalb weniger Monate,“ beschwert sich Ulrich Froese über die kleinen Nagetiere an unserem „Heißen Draht“.

Der 71-jährige ehemalige Hamburger hat sich in Neu Fresenbrügge, mitten im Grünen, direkt an der Elde-Müritz-Wasserstraße niedergelassen, hat dort Bäume gepflanzt und den Bewässerungsgraben ausgebaut. „Den Biber gab es ja schon immer, das war nie ein Problem. Aber allein in den letzten fünf Monaten hat er an den Gewässern hier bis zu 60 Bäume angenagt, egal ob Eichen, Pappeln, Birken“, erzählt Ulrich Froese aufgebracht.

Auch auf seinem privaten Grundstück haben die Nager bereits gewütet und kleine Sträucher und Büsche angefressen. Größere Bäume habe Froese deshalb sicherheitshalber mit Maschendraht umwickelt. „Ich kann ja nun nicht aber alle Bäume umzäunen“, erklärt er und will nicht länger die Zerstörung durch die Tiere stillschweigend hinnehmen.

Doch noch viel größer ist das Ausmaß am Be- und Entwässerungsgraben, den Froese selbst auf seinem über 100 Hektar großen Grundstück ausgebaut hatte: Alle paar Meter stehen Bäume mit abgenagten Rinden. „Die sind quasi tot, denn die Biber fressen das Weichholz, der Baum stirbt ab.“, erklärt der Jäger. Doch damit nicht genug. Viele Bäume von Froese haben die Biber bereits so angebissen, dass sie umfallen. „Ich habe Verständnis für die Tiere, aber es ist einfach zu viel.“

Dass sich die Population der geschützten Tiere in den letzten 50 Jahren erheblich erhöht hat, bestätigt auch Hedo Holland, Vorsitzender des Naturschutzbundes Kreisverband Ludwigslust. „Solange aber die Tiere keine Deiche zerstören und dadurch keine Menschen in Gefahr bringen, sehe er keinen Handlungsbedarf. „Es ist schwierig, über Pro und Kontra zu argumentieren. Wir brauchen differenzierte Gesetze“, fordert der Experte.

Das Land Brandenburg führte kürzlich erst eine Verordnung ein, die es erlaubt, Biber im Notfall auch schießen zu dürfen. Ginge es nach Ulrich Froese, würde er es dem Nachbarland gleichtun. „Einfach nur um die Tiere einzuschüchtern, damit sie dieses Gebiet künftig meiden“. Eine andere Lösung sehe der 71-Jährige nicht.

 

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