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Ludwigslust : Bewerbungen – jetzt wird’s ernst

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Die 10 BR 1 aus Ludwigslust auf ihrem Weg zur Berufsreife: Mit Halbjahreszeugnissen bewerben sich Förderschüler für Ausbildungsplatz

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erstellt am 31.Jan.2015 | 07:00 Uhr

Sport, zwei Stunden Mathe und dann Zeugnisse. So könnte der Stundenplan für die Schüler der 10 BR1 jeden Tag aussehen. Schon nach der vierten Stunde stürmten die Jugendlichen gestern fröhlich aus dem Schulhaus der Förderschule. Zwei Wochen Ferien liegen vor ihnen. Zwei Wochen ausschlafen. Zwei Wochen nicht an die Schule denken.

Die letzten Monate waren die wohl härtesten in ihrer Schulzeit. „Man hat gemerkt, wie sich alle für dieses Zeugnis angestrengt haben“, sagt ihre Klassenlehrerin Kathrin Rakow. Sie ist zufrieden: „Viele haben ihre guten Zensuren gehalten. Das ist schon eine Leistung.“ Ihre Klasse steht kurz vor dem Hauptschulabschluss. Anders als die meisten Förderschüler in MV lernt die 10 BR1 seit dreieinhalb Jahren nach dem Regionalschullehrplan für die Berufsreife. Die 80  000 Euro, die ihr zusätzliches Jahr an der Förderschule kostet, wird aus dem Topf des Europäischen Sozialfonds finanziert.

Mit dem Zeugnis, das sie gestern bekommen haben, bewerben sie sich wie jeder andere Hauptschüler für einen regulären Ausbildungsplatz. Nichts auf dem Zeugnis lässt erkennen, dass sie eine Förderschule besuchen. Schon am Montag werden die meisten ihre Zeugniskopie in die Bewerbungsmappe schieben und die ersten Briefe verschicken. Tobias Hilz will seine Bewerbung gleich persönlich im Betrieb abgeben. Der 15-Jährige will eine Ausbildung zum Landwirt machen. Dass ihm die Arbeit Spaß machen wird, weiß er aus dem AWT-Unterricht in einem Agrarbetrieb. Jasmin will Einzelhandelskauffrau werden. Dazu will sie sich online bei einem großen Discounter bewerben. Till hat die erste Enttäuschung schon hinter sich. Nach einem Vorstellungsgespräch in der Werft in Wismar kam die Absage. Jetzt versucht er es mit Bewerbungen für eine Metallbauer-Lehre in Eldena. „Absagen bleiben nicht aus“, sagt Lehrerin Rakow. „Darauf sind die Schüler auch vorbereitet. Manche von ihnen schicken deshalb gleich fünf Bewerbungen ab.“

In drei Wochen schon könnten die ersten antworten aus den Firmen da sein, schätzt Kathrin Rakow. „Wer weiß, vielleicht können wir nach den Winterferien schon die erste Party feiern.“ Bis dahin aber genießen die Elf ihre letzten richtigen Ferien. Tom will unbedingt angeln gehen. Jasmin will sich im Kino „Honig im Kopf“ ansehen. Und alle hoffen auf richtig viel Schnee.

 

 

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