Ludwigslust : Bewährung endete an dieser Mauer

Die Fahrt im Januar endete an dieser Mauer in Warlow, wo sich der Wagen überschlug.
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Die Fahrt im Januar endete an dieser Mauer in Warlow, wo sich der Wagen überschlug.

Wahnsinnsfahrt im Januar: Amtsgericht Ludwigslust verurteilte brutalen Autofahrer zu hoher Haftstrafe

svz.de von
28. Juli 2015, 07:00 Uhr

Er liebt schnelle Autos, die jede Menge PS unter der Haube haben. Doch in absehbarer Zeit wird er hinter keinem Lenkrad mehr sitzen. Das Amtsgericht Ludwigslust verurteilte am gestrigen Montag einen brutalen Raser zu einer hohen Haftstrafe.

Rückblick: Im Januar dieses Jahres verfolgt ein Streifenwagen auf der B 5 zwischen Ludwigslust und Kummer einen VW Passat, der mit über 200 km / h unterwegs ist und Autofahrer durch waghalsige Fahrmanöver gefährde. Schließlich verlieren die Polizisten den Pkw aus den Augen. Nach einem Zeugenhinweis spürt die Polizei den Wagen später in Lüblow auf. Erneut gibt der Fahrer Vollgas, zwingt Kinder vor der Kita zur Seite zu springen, weicht einer Straßensperre in Dreenkrögen aus und überfährt in Wöbbelin fast Polizisten, die ihn stoppen wollen. Die Flucht endet erst, als der VW in Warlow von der Straße abkommt, sich überschlägt und an einer Mauer liegen bleibt. Der leicht verletzte 25-jährige Fahrer flüchtet zu Fuß, wird jedoch von einem Zeugen aufgehalten, bis die Polizei eintrifft.

Nach vier Verhandlungstagen wurde der Ludwigsluster nun gestern zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von drei Jahren und neun Monaten verurteilt – unter anderem wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis in Tateinheit mit Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte und unerlaubten Entfernens vom Unfallort sowie gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr.

Die Vorwürfe bezogen sich nicht nur auf die Wahnsinnsfahrt vom Januar, sondern auch auf ähnliche Fälle Ende 2014. Das Gericht ordnete ferner an, dass die zuständige Behörde dem Mann lebenslang keine Fahrerlaubnis ausstellen darf. Übrigens hat er noch nie eine besessen.

Nicht gerade positiv vor Gericht wirkte sich auch aus, dass er zum Zeitpunkt seiner Taten 2014 und im Januar 2015 auf Bewährung in Freiheit war. Er hatte zuvor eine mehrjährige Haftstrafe wegen ähnlicher Delikte verbüßt und kam im Juli 2014 auf Bewährung frei.

Leider hat der Ludwigsluster diese Möglichkeit nicht genutzt. Und das, obwohl ihm sogar eine Lehrstelle zur Verfügung gestellt worden war.

Während der jetzigen Verhandlung vor dem Amtsgericht Ludwigslust hat er zu den ihm vorgeworfenen Taten geschwiegen.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Das Gericht ordnete weitere Untersuchungshaft an.

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