Dömitz : Betreten künftig erlaubt

Am Ufer der Elbe bei Dömitz wurde eine Pflegezone ausgeschildert. Das kleine Schild mit den konkreten Verboten ist jedoch zunächst wieder abmontiert worden.
Am Ufer der Elbe bei Dömitz wurde eine Pflegezone ausgeschildert. Das kleine Schild mit den konkreten Verboten ist jedoch zunächst wieder abmontiert worden.

Erholungsbereiche aber noch nicht festgelegt / Neue Ausschilderung an der Elbe hatte für Irritationen gesorgt

svz.de von
10. Juni 2016, 21:00 Uhr

Dömitz Darf ich jetzt nicht mehr ans Ufer der Elbe hinunter? Das fragten sich viele Dömitzer empört, als sie die neuen Schilder am Deich entdeckten. „Biosphärenreservat Pflegezone“ stand da Schwarz auf Gelb unter einem Uhu und darunter auf einem Zusatzschild diverse Verbote. „Das stieß in der Bevölkerung bitter auf, so dass bei mir etliche Male das Telefon klingelte“, erklärte Bürgermeister Helmut Bode. Das sei so nicht abgestimmt gewesen. „Die Biosphärenreservatsverwaltung lässt die Schilder mit den Verboten in den Erholungsbereichen wieder abbauen“, teilte er auf der Stadtvertretersitzung am Donnerstagabend mit.

 Hintergrund der Aktion ist das neue Gesetz über das Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe MV, das im Februar 2015 verabschiedet worden war. Damit wird das Biosphärenreservat – den Vorgaben der Unesco folgend – in Kern-, Pflege- und Entwicklungszonen gegliedert. Die Flächen der Naturschutzgebiete seien dabei in den Schutzstatus der Pflegezone übergegangen, heißt es in einer Pressemitteilung der Biosphärenreservatsverwaltung. Bei Dömitz reicht sie in einem unterschiedlich breiten Streifen von der Landesgrenze zu Niedersachsen bei Rüterberg bis zur Landesgrenze zu Brandenburg bei Polz.

„In der Pflegezone ist es zum Beispiel verboten, die Wege zu verlassen und Hunde von der Leine zu lassen“, erklärte Dirk Foitlänger von der Biosphärenreservatsverwaltung auf SVZ-Anfrage. Das sei aber an Stellen, wo es Bootsstege oder Badestellen gibt, wo seit Jahren und Jahrzehnten eine Nutzung stattfindet, wenig sinnvoll. „Deshalb werden in Abstimmung mit den Kommunen innerhalb der Pflegezonen Erholungsbereiche festgelegt und per Allgemeinverfügung bestimmt“, so Dirk Foitlänger. „Diese Abstimmungen laufen aber noch.“ Trotzdem wurden die Pflegezonen-Schilder schon aufgestellt. Um Verwirrung zu vermeiden, würden die Zusatzschilder wieder abgebaut, so Foitlänger. Später, wenn die Allgemeinverfügung ergangen ist, werden die Erholungsbereiche durch besondere Schilder gekennzeichnet.

Im Raum Dömitz sollen Erholungsbereiche unter anderem zwischen dem Durchlass in der Nähe des Festungsparkplatzes und dem Hafen, am Brodaer Brack, in der hinteren Hälfte des Schmölener Bracks, an der Baggerkuhle Klein Schmölen und im Bereich Polz ausgewiesen werden, hatte Helmut Bode den Stadtvertretern erläutert. Gerhard Hampel ergänzte: „Aber zelten und Feuer machen ist dort natürlich auch dann nicht erlaubt.“

Übrigens: Kernzonen sind im Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe MV noch nicht ausgewiesen. Sie sollen auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz Lübtheen „gesucht“ werden.

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