Besonderer Tag für Günter Klink

Ministerpräsident Erwin Sellering (r.) empfing gestern als ersten  Gesprächspartner in seiner Bürgersprechstunde den Prislicher Bürgermeister Günter Klink.
Ministerpräsident Erwin Sellering (r.) empfing gestern als ersten Gesprächspartner in seiner Bürgersprechstunde den Prislicher Bürgermeister Günter Klink.

Bürgermeister von Prislich eröffnete gestern die Bürgersprechstunde des Ministerpräsidenten Erwin Sellering im Grabower Rathaussaal

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20. Februar 2014, 18:35 Uhr

Günter Klink hatte gestern Nachmittag einen ganz besonderen Termin. Der Bürgermeister der Gemeinde Prislich im Amt Grabow eröffnete die Bürgersprechstunde des Ministerpräsidenten von Mecklenburg-Vorpommern im Rathaus der Stadt Grabow. „Es ist schon beeindruckend, wenn engagierte Bürger wie Günter Klink 50 Jahre im Ehrenamt tätig sind. Er erzählte mir, dass er aktiver Kleintierzüchter ist, und dieses Hobby auch nach der Wende am Leben erhielt. 20 Jahre wirkte er als Bürgermeister der Gemeinde Prislich, will nun aber aufhören. Im Gespräch mit mir dankte er dem Land für die in den vergangenen Jahrzehnten gewährte Unterstützung der Kommunalpolitik und des Ehrenamtes. Im Gegenzug habe ich ihn für sein Engagement zum Tag des Ehrenamtes nach Schwerin eingeladen“, sagte Erwin Sellering im Gespräch mit unserer Zeitung.

Überhaupt stand das Thema Ehrenamt bei der gestrigen Bürgersprechstunde im Mittelpunkt. Da waren Vertreter des VdK, die in der Region etwa 250 Mitglieder vertreten, nicht einverstanden, dass die Gebühren für Angler erhöht würden. Ein Großteil der VdK-Mitglieder sei Rentner, gehen in Vereinen dem Angelsport nach und diese wären davon besonders betroffen. Hier solle das Land noch mal über eine soziale Staffelung der Beiträge nachdenken, regte der Ministerpräsident an.

„Gefreut habe ich mich auch über das Engagement von Gemeinde, Eltern, Elternvertreter und Kita-Leiterin, die in Zarrentin eine neue Kindertagesstätte bauen wollen. Vor allem, wenn eine junge Mutter aus Hamburg mit ihrer Familie hierhergezogen ist und so zeigt, dass auch die Gemeinden unseres Landes etwas zu bieten haben“, erklärte Erwin Sellering.

Eine Grabowerin ließ es sich mit ihren 88 Jahren nicht nehmen, selbst einmal mit dem Ministerpräsidenten ins Gespräch zu kommen. Sie wohnt gerne in Grabow, vor ihrem Haus ist alles schön gepflastert, aber leider sind die davor aufgestellten Container nun verschwunden, die sie gern wieder hätte.


Neuer Bürgermeister leistet eine gute Arbeit


Für Grabow hatte Erwin Sellering auch ein Lob parat. Viel habe sich in den letzten Jahren bei der Stadtsanierung und Städtebauförderung getan, die Kommunalpolitiker mit dem neuen Bürgermeister, der noch sehr jung ist, leisten gute Arbeit. „Grabow ist eine Stadt, wo man die Attraktivität des Landes festmachen kann“, stellt der Ministerpräsident fest. Die Themen am gestrigen Tag reichten im wahrsten Sinne von A wie Arbeit bis Z wie Zweckverbände. Die Mitglieder einer Bürgerinitiative wünschten sich zum Beispiel vom Ministerpräsidenten mehr Bürgerbeteiligung, wenn es um die Einrichtung von Windkraftanlagen in der Region geht.

Zur Sprache kamen am gestrigen Bürgersprechtag des Ministerpräsidenten auch zwei Umweltthemen. Zum einen bemängelten Grabower den Zustand des Areals der alten Dachpappenfabrik. Das Gelände befindet sich aber in Privateigentum, die Stadt und die Stadtvertretung haben hier kaum Handlungsspielraum. Eine andere Gruppe von Bürgern kritisierte, dass der in ihrer Nachbarschaft liegende Agrarbetrieb seine Dunghaufen meterhoch vor den Wohnhäusern aufstapele und somit die Geruchsbelästigung enorm sei. Hier sei gegenseitige Rücksichtnahme wichtig, die Nachbarn müssten vernünftig miteinander umgehen. Gemeinsam sollten alle Beteiligten eine einvernehmliche Lösung anstreben.

21 Gespräche waren beim Büro des Ministerpräsidenten angemeldet, Bürger, die schwere Schicksalsschläge erlitten haben, suchten um Rat nach, was sie tun müssten, um nach Unfall und Arbeitsunfähigkeit Hilfe zu bekommen. Dem Ministerpräsidenten standen an diesem Tag auch Experten der Agentur für Arbeit und vom Jobcenter zur Seite, die sich speziell den Anliegen aus diesem Themenbereich widmeten.

Die gestrige Bürgersprechstunde des Ministerpräsidenten war die nunmehr 46. vor Ort, hinzu kamen zwei Online-Bürgersprechstunden.

Erwin Sellering ist der einzige Ministerpräsident eines Bundeslandes, der seit seinem Amtsantritt im Jahre 2008 die Gelegenheit nutzt, über dieses Forum mit den Menschen an ihrem Wohn- und Lebensort ins Gespräch zu kommen. Neben den größeren Städten geht der Regierungschef unseres Landes mit seiner Bürgersprechstunde auch in kleinere Kommunen - wie es eben gestern in Grabow der Fall war. Fast 1200 Menschen schilderten seit 2008 in den Gesprächen mit dem Ministerpräsidenten ihre Sorgen, Nöte, sprachen Kritik und Missstände an, sparten aber auch nicht mit Lob, wenn es derartiges zu berichten gab. Über 800 Gespräche sind seit der ersten Bürgersprechstunde des Ministerpräsidenten in der Statistik erfasst.

Die längsten Bürgersprechstunden gab es in Parchim, Ueckermünde und Zarrentin mit neun Stunden, in Neubrandenburg waren es acht Stunden. Getoppt wurde das nur von den Bürgersprechstunden in Bad Doberan und in Schwerin, die auf Grund der großen Nachfrage auf zwei Tage ausgedehnt werden mussten.

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