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Ludwigsluster Tageblatt

23. November 2017 | 01:09 Uhr

Grabow : Besondere Ehrung für Richard Gröll

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

43 Jahre stand der Imker an der Spitze des Grabower Verbandes – nun bekommt er vom Landesverband zum 80. die Goldene Ehrennadel

von
erstellt am 28.Mär.2017 | 07:00 Uhr

Imker Joachim Schilke zeigt auf eine Zarge, hebt den Deckel an. Dem Betrachter bietet sich der Blick auf emsig hin und her laufende Bienen. „Hier sind im Winter bis zu 10  000 Tieren drin“, so der erfahrene Bienenexperte. Die Imkerei ist die Welt des 73-Jährigen, der Vorsitzender des Imkervereins Grabow ist. Das Amt hatte er Ende 2015 von Richard Gröll übernommen. „43 Jahre war ich hier in Grabow Vorsitzender. Ich kam damals zum ersten Mal in die Versammlung des Imkervereins und ging als Vorsitzender wieder raus“, schmunzelte Richard Gröll. Am 17. April, zu seinem 80. Geburtstag, wird ihm eine besondere Würdigung zuteil: Er wird mit der Goldenen Ehrennadel des Landesimkerverbandes MV ausgezeichnet. Hat er doch in den vergangenen Jahrzehnten das Werden und Wachsen der Grabower Imkerfamilie maßgeblich mitbestimmt.

„1963 machte Imkerfreund Richard Gröll erste Bekanntschaft mit unseren nützlichen Insekten, indem er einem Imker bei Wanderungen behilflich war. Damals wohnte Richard noch in Kremmen, im Kreis Oranienburg“, so Joachim Schilke. Mit zwei Bienenvölkern begann Richard Gröll dann 1964, unterstützt durch einen Freund, selbst zu imkern. Er trat dem heimischen Imkerverein bei und absolvierte am Bieneninstitut Hohen Neuendorf eine Ausbildung zum Bienensachverständigen und übte diese Funktion bis ins Jahr 1972 aus, bevor er dann in das mecklenburgische Grabow umzog.

„Bis zur Wendezeit zählte der Verein unter dem Dach des Verbandes der Kleingärtner, Siedler und Kleintierzüchter über 30 Mitglieder“, erinnert sich Joachim Schilke. Das Vereinsleben war vielschichtig, es gab jährlich einen Wettbewerb zur Honigerzeugung, es fanden Pflanzaktionen statt, Exkursionen und es gab Erfahrungsaustausche mit anderen Vereinen. 1990 löste sich die Imkersparte auf, es wurde der Imkerverein Grabow e.V. unter demDachverband des Deutschen Imkerbundes mit eigener Satzung gegründet, dessen Vorsitzender ebenfalls der Imkerfreund Richard Gröll wurde.


Nachwuchsgewinnung bleibt Schwerpunkt


„Aktuell zählt unser Verein nur noch rund elf Mitglieder. Wegen Arbeitslosigkeit, Arbeitsplatzveränderung, Abwanderung sowie Honigselbstvermarktung verließen in der Vergangenheit speziell jüngere Imker den Verein. Nur wenig ältere sind geblieben“, bedauert Joachim Schilke die Entwicklung. Dem Vereinsvorsitzenden der Grabower Imker liegt sehr am Herzen, junge Leute für die Imkerei zu gewinnen. „Ich arbeite gern mit Schülern, hatte schon Schulklassen der Friedrich-Rohr-Schule hier bei mir. Ich gehe auch in die Schule, bringe ein kleines Bienenvolk mit, zeige Filme, versuche, den Mädchen und Jungen die Bedeutung der Imkerei und der Bienen für die Natur und Umwelt und die Gesellschaft nahezubringen“, sagt Joachim Schilke. An dieser Stelle möchte er sich bei der Stadt bedanken, die auch in diesem Jahr wieder mit einer Summe von 150 Euro den Imkerverein unterstützt.

30 Bienenvölker nennt Joachim Schilke sein Eigen, sieben Völker hat Richard Gröll. Mit der Bienenhaltung ist es schwieriger geworden. So hat sich durch den milden Winter die Varroa-Milbe stark entwickelt. „Rund ein Drittel der Bienenvölker in Deutschland werden dadurch vernichtet“, sagt Richard Gröll. „Die Bienen verhungern in der Umgebung. Diejenigen, die die Grünanlagen gestalten, haben entweder keine Ahnung oder der Umweltschutz tut zu wenig“, kritisiert Richard Gröll. Wenn der Raps geerntet sei, dann bleibe den Bienen nichts mehr, da viele Laubbäume und Büsche verschwunden seien. „Wir würden uns wünschen, dass sich mit Blick auf die Bienen die Verantwortlichen in Sachen Begrünung und Bepflanzung mehr mit den Vereinen in Verbindung setzen“, meint Richard Gröll.

Der Maisanbau verringere das Nahrungsangebot für alle Blüten besuchenden Insekten. Die EU fördert daher Blühflächen. Joachim Schilke arbeitet dabei mit den Agrarerzeugern in Prislich und in Brunow zusammen. „Bienen sichern nicht nur einen Großteil unserer Nahrungsmittel, sondern erhalten auch die Vielfalt in der Natur. Darum müssen Landwirte und Imker auch in Zukunft Partner bleiben, die gegenseitig voneinander profitieren.“

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