Ludwigslust : "Berufsfindungstag ist ein Juwel"

<strong>Mit klaren Vorstellungen</strong> und Hand in Hand kamen (von links) Noah Böhringer und Freundin Anna Schulz sowie ihre Klassenkameradin Angelique Manske vom Goethe-Gymnasium Ludwigslust zum Berufsfindungstag und erfuhren, was sie sich für ihre berufliche Zukunft erhofft hatten.<fotos> Harald Schulz</fotos>
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Mit klaren Vorstellungen und Hand in Hand kamen (von links) Noah Böhringer und Freundin Anna Schulz sowie ihre Klassenkameradin Angelique Manske vom Goethe-Gymnasium Ludwigslust zum Berufsfindungstag und erfuhren, was sie sich für ihre berufliche Zukunft erhofft hatten. Harald Schulz

Das Urteil von Kreishandwerksmeister Hans-Werner Mrowiec spiegelte Sonnabend die Wertschätzung der insgesamt 53 Aussteller im Goethe-Gymnasium Ludwigslust wider: "Der Berufsfindungstag ist ein Juwel."

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14. Januar 2013, 09:27 Uhr

Ludwigslust | Das Urteil von Kreishandwerksmeister Hans-Werner Mrowiec spiegelte Sonnabend die Wertschätzung der insgesamt 53 Aussteller im Goethe-Gymnasium Ludwigslust wider: "Der Berufsfindungstag ist ein Juwel." Die Kreishandwerkerschaft Westmecklenburg-Süd war wie die Industrie- und Handelskammer, das Wirtschaftsministerium M-V, Hochschulen, Polizei, Bundeswehr, aber insbesondere zig regionale Unternehmen aus dem Kreisgebiet ausstellender Gast der VR-Bank eG und der AOK Nordost, die zu diesem 18. Berufsfindungstag eingeladen hatten.

Zu den über 500 Besuchern zählten auch der 15-jährige Noah Böhringer und seine 16-jährige Freundin Anna Schulz. Das Trio vom Goethe-Gymnasium komplettierte die 15-jährige Angelique Manske. Alle drei kamen zum Aktionstag mit konkreten Berufsvorstellungen: Noah peilt ein Lehramt-Studium an, Anna liebäugelt fest mit der Mikro-Biologie als Studium und Angelique sammelte Informationen, um den Aktionstag für den Unterricht zusammenzufassen. Ihr Berufsziel gab sie nicht preis. Das Trio wurde wunschgemäß bedient, denn die Informationsmöglichkeiten waren fast grenzenlos.

Nicht nur das Aufkommen an Beratungen zu Berufen und für Studiengänge beeindruckte, auch die Informationsgeber an den Ständen überzeugten durch Kompetenz. Mit geduldigem Ohr und erschöpfenden Auskünften auf die Fragen der jungen Menschen, deren Eltern und auch solchen von Firmenchefs warben sie professionell.

Der Berufsfindungstag öffnete insbesondere bei den Handwerks- und Dienstleistungsberufen den Einblick für Berufsfelder, die je nach Anforderung das Abitur, die Realschulreife oder den Hauptschulabschluss fordern. Am Stand der Ludwigsluster Unternehmen Baustoffhandel Heiko Hintze und Bauunternehmen Jörg Hintze war beispielsweise zu erfahren, dass das Maurerhandwerk ein Ausbildungsberuf geblieben ist, der mit einem Hauptschulabschluss und Freude am Handwerk durchaus in ein erfüllenden Beruf führen kann. Für die kaufmännischen Anforderungen als Großhandelskaufmann muss hingegen ein guter Realschulabschluss vorgewiesen werden. Auch das Ludwigsluster Autohaus Hildesheim ging beim Berufsfindungstag auf Talentsuche. An dem Stand sammelten sich zumeist Jungen, um nachzufragen, welches Rüstzeug für den Automecha-troniker mitzubringen ist. Und auch das Autohaus weist einen engagierten Hauptschüler nicht ab.

Als krisenfesten Beruf bezeichnete Frank Claus vom Fachverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau M-V den Beruf des Landschaftsgärtners. "Ein guter Hauptschulabschluss kann den Start in eine Ausbildungszeit ebnen. Jährlich besteht ein Bedarf von etwa 120 Ausbildungsstellen, aber nur 30 Ausbildungsplätze konnten im vergangenen Jahr vergeben werden. Dabei wird in allen Betrieben im Verband Tariflohn gezahlt und die Auftragsbücher sind voll", schiebt Claus den Fehlbedarf in Richtung falscher Berufsvorstellungen. Im besten Licht des Hotel- und Gaststättengewerbes polierte Sylvia Mohn als Dehoga-Regionalvorsitzende Ludwigslust-Hagenow-Parchim das Image dieser Ausbildungsberufe in den Gesprächen auf. Fachkräfte werden auch dort dringend gesucht.

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