zur Navigation springen
Ludwigsluster Tageblatt

13. Dezember 2017 | 10:13 Uhr

Grabow : Berührende Berichte einer Flucht

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Grabower Schüler sprachen im Rathaus mit Syrern über deren Erlebnisse / SVZ-Chefredakteur erklärte das Zeitungmachen

von
erstellt am 08.Okt.2015 | 17:17 Uhr

Moeman ist neun. Mit seinem Bruder Youssef (24) ist er aus der syrischen Heimat nach Deutschland geflüchtet – per Bus, Boot und vor allem zu Fuß. „Damit sie in ihrer Gruppe mithalten konnten, hat Youssef seinen Bruder oft getragen“, erzählt Dolmetscher Abdulrhman auf Englisch. Die Gruppe sei wichtig gewesen, um unterwegs nicht von Kriminellen überfallen und ausgeraubt zu werden. Die beiden Brüder haben es geschafft. Sie leben jetzt in Grabow. Gestern berichteten sie im Rathaus gemeinsam mit anderen Flüchtlingen vor Schülern von ihrer Flucht und ihrem Leben in Deutschland.

Der Projekttag vereinte „Junge Redakteure“ von der gleichnamigen Arbeitsgruppe der Grundschule, Achtklässler der Regionalschule „Friedrich Rohr“ und Mitstreiter der Projektgruppe „Schule ohne Rassismus. Schule mit Courage“. Rund 87 Prozent der Schüler und Lehrer der Rohr-Schule hatten sich zu diesem Projekt bekannt. „Das Gespräch mit den Syrern war sehr berührend, vor allem dass Youssef mit seinem Bruder auf dem Rücken über die Grenze ging und dass sie ihre Eltern zurücklassen mussten“, sagte Kim Leon Helbig.

In einem anderen Sitzungsraum hatten die Mädchen und Jungen Gelegenheit, den Chefredakteur der Schweriner Volkszeitung, Michael Seidel, auszufragen. Vor allem die Grundschüler nutzten sie intensiv. Ist es auch mal langweilig in der Redaktion? Was machen Sie, wenn Sie nicht genügend Themen für die Zeitung haben? „Die Antworten waren interessant“, sagte Vanessa Pfeiffer danach. Die Neunjährige arbeitet bei den „Jungen Redakteuren“ mit. „Einmal im Halbjahr kommt unsere Schülerzeitung“, erklärte die Grundschülerin.

Mit den Gesprächen war die Arbeit der Schüler allerdings noch nicht getan. Anschließend machten sie sich daran, Berichte über das Gehörte zu schreiben und aus den gemachten Fotos die besten auszuwählen. Dabei gab es Tipps vom Fachmann, von SVZ-Chefredakteur Michael Seidel. Die fertigen Berichte sollen im nächsten Amtsanzeiger des Amtes Grabow erscheinen, wie Diana Ottoberg ankündigte. „Eine Seite gestalten die Regionalschüler und eine die Grundschüler“, erklärte die Verwaltungsmitarbeiterin. Dann werden die Leser auch erfahren, dass die Syrer natürlich den Krieg als den größten Unterschied zwischen Deutschland und ihrer Heimat empfinden. „Und die Uhr“, wie Abdulrhman sagte und damit die typisch deutsche Pünktlichkeit meinte.

Vanessa ist aber erst einmal auf die nächsten Schultage gespannt – und auf ihren neuen Mitschüler. Moeman soll ab heute die Grundschule besuchen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen