Leussow : Beim „Tatort“ Zeit fürs Bügeln

Mit Stoffen aus England und Afrika näht Helen Paul Patchworkdecken zusammen.
Mit Stoffen aus England und Afrika näht Helen Paul Patchworkdecken zusammen.

Helen Paul verpasst den Sonntagskrimi selten – und würde gern das Prinzenpalais in Ludwigslust retten

svz.de von
08. Januar 2016, 16:10 Uhr

Mal Leussow im Amt Ludwigslust-Land, mal die Insel Pemba in Tansania. Helen Paul ist Wanderin zwischen zwei Welten, die kaum unterschiedlicher sein könnten. Hier unterrichtet sie Englisch an der Volkshochschule und geht zu Projekttagen über die afrikanische Kultur in Schulen. Dort bildet sie Grundschul- und inzwischen Vorschullehrer sowie Trainer für Lehrer weiter und engagiert sich in der Entwicklungsarbeit.

Schon dreimal war die gebürtige Engländerin, die seit 1979 in Deutschland lebt, für rund zweieinhalb Jahre im Auftrag der Enwicklungshilfeorganisation „Volunteer Service over sea“ in Tansania. Nachdem sie gemerkt hatte, dass von den offiziellen Geldern kaum etwas auf der Insel Pemba ankam, begann sie selbst Spenden zu sammeln. Spenden für Schultische, Stühle und Fenster, für Reparaturen, für die Renovierung der Klassenräume, für einen Schulbus. Dabei ist die 67-Jährige seit rund sechs Jahren nicht mehr allein, sondern Teil des Vereins Sisi Pamoja Gemeinsam mit Pemba Island e.V.. „Die Spenden kommen 1:1 dort an“, hebt die Leussowerin hervor. Sie und ihre Mitstreiter aus Deutschland bezahlen ihre Reisen nach Tansania aus eigener Tasche.

Vielen Ludwigslustern ist Helen Paul vor allem aus den Englisch-Kursen an der Volkshochschule bekannt. „Die Kurse machen mir richtig Spaß, sie sind mein Hobby“, sagt die 67-Jährige. Doch genauso gern, wie sie anderen Menschen ihre Muttersprache nahebringt, lernt sie auch selbst. Derzeit studiert sie im zweiten Jahr Suaheli, die Sprache vieler Ostafrikaner, und fährt dafür einmal pro Woche nach Hamburg. Dass sie mit Abstand die älteste Studentin ist, stört sie nicht. „Die Studentinnen haben mich ganz normal aufgenommen“, sagt Helen Paul, die sich noch einer neuen sprachlichen Herausforderung stellt. An der Volkshochschule will sie einen Arabisch-Kurs für Betreuer von Flüchtlingen besuchen. SVZ-Redakteurin Kathrin Neumann beantwortete sie die Sonnabendfragen.

Das Gespräch lesen Sie in der der E-Paper- und Printausgabe des Ludwigsluster Tagesblattes am Wochenende.





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