Ludwigslust : Beim Handwerk vorbeigeschaut

John Weiß vom Sanitätshaus Warmbier zeigte den Besuchern, wie ein orthopädischer Schuh hergestellt wird.  Fotos: K. Neumann
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John Weiß vom Sanitätshaus Warmbier zeigte den Besuchern, wie ein orthopädischer Schuh hergestellt wird. Fotos: K. Neumann

Ludwigsluster Unternehmer bei Hoffest im Bama-Gewerbepark mit Kunden und untereinander im Gespräch

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24. April 2017, 07:00 Uhr

John spannt das Leder über den Leisten, zieht es zurecht und nagelt es fest. Handgriffe, die der junge Mann schon hundertfach gemacht hat. Doch diesmal hat er interessierte Zuschauer. John Weiß ist Auszubildender zum Orthopädieschuhmacher im dritten Lehrjahr beim Sanitätshaus Warmbier. Beim Hoffest im Bama-Gewerbepark am Sonnabend zeigt er, wie ein Schuh entsteht. „Wir wollen den Leuten unser Handwerk nahebringen, ihnen aber auch unsere Flotte rund um die Elektromobilität präsentieren“, erklärt Meister Thilo Warmbier. „Die Nachfrage in diesem Bereich wird von Jahr zu Jahr größer.“

Für das Hoffest hat Torsten Hinrichs von der TH Heizungsbau GmbH & Co. KG eine Reihe von Handwerker-Kollegen um sich gescharrt. Maler, Fliesenleger, Elektriker, Kfz-Techniker und andere gehören dazu. Auch über die Reinigung von Öltanks, Rollläden und die Bad-Gestaltung können sich die Besucher auf dem Gelände an Grandweg und Paschenstraße informieren. „Ich habe früher auf dem Bama-Gelände gearbeitet“, sagt Alfred Gusinde aus Ludwigslust. „Es ist interessant, wer sich hier alles angesiedelt hat.“ Er ist gemeinsam mit Helmut Roder gekommen. „Ich bin schon seit 20 Jahren Kunde beim Heizungsbau Hinrichs“, erklärt der Ludwigsluster. Und damit ein Kunde der ersten Minute. Denn Torsten Hinrichs, der das Hoffest mit Unterstützung von Handels- und Gewerbeverein Ludwigslust und Stadt organisiert hatte, beging gleichzeitig sein Firmenjubiläum. Vor genau 20 Jahren hatte er sein Heizungsbauunternehmen gegründet. Dazu überbrachte Geschäftsführerin Birgit Ludwig von der Kreishandwerkerschaft Westmecklenburg-Süd und von der zuständigen Innung Glückwünsche und eine Urkunde.

Auch wenn das Jahr 1997 eigentlich kein gutes Jahr gewesen sei, um sich selbstständig zu machen, erlebe er doch jetzt die schwierigste Zeit. „Damals waren wir jung, dynamisch, wollten was aufbauen“, sagt der 55-Jährige. „Heute treibt uns die Sorge um, unseren Personalbedarf zu sichern.“ Viele Mitarbeiter seien schon älter, und in den vergangenen Jahren sei es kaum möglich gewesen, Auszubildende zu bekommen. Ein Problem, das viele Handwerksbetriebe haben. Einen kleinen Lichtblick gibt es zumindest bei Torsten Hinrichs: „Seit vergangenem Jahr erleben wir, dass wieder junge Leute anfragen“, so der Maschinenbau- und Heizungsbaumeister. Die Auftragslage sei im Moment ohnehin gut.

Nicht nur für potenzielle Kunden und Schüler war das Hoffest eine Gelegenheit sich zu informieren, was das Ludwigsluster Handwerk zu bieten hat. Die Handwerker und Gewerbetreibenden tauschten sich auch untereinander aus. „Man kann mal miteinander reden, wozu in der Niederlassung sonst kaum Zeit bleibt“, sagt Thomas Wurbs, Niederlassungsleiter vom Schröder Bauzentrum Ludwigslust, das gemeinsam mit Fliesenlegermeister Jörg Ressel beim Hoffest ausstellte.

Die ganz jungen Besucher konnten am Sonnabend bei der Jugendfeuerwehr Ludwigslust, an der Wasserbaustelle und beim Basteln mit dem Zebef auf ihre Kosten kommen.  

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