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Dammsanierung : Behördenkritik an Stör-Protesten

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Die immer lauter hörbaren Proteste gegen eine Dammsanierung entlang eines Teilstücks der Müritz-Elde-Wasserstraße sowie am Störkanal und der Rodung eines schützenswerten Baumbestandes sind nicht unbemerkt geblieben.

svz.de von
erstellt am 24.Aug.2012 | 11:14 Uhr

Tuckhude/Lauenburg | Die immer lauter hörbaren Proteste gegen eine Dammsanierung entlang eines Teilstücks der Müritz-Elde-Wasserstraße (MEW) sowie am Störkanal und der damit verbundener Rodung eines schützenswerten Baumbestandes (SVZ berichtete) sind beim zuständigen Wasser- und Schifffahrtsamts Lauenburg nicht unbemerkt geblieben. Aus der von der Auflösung bedrohten Behörde reagiert der Sachbereichsleiter Bau, Betrieb und Unterhaltung, Dipl.-Ing- Erich Wiese, kritisch auf die bisherige Protestaktionen des Umweltschützers Ralf Ottmann.

Der Sachbereichsleiter argumentiert: "Im Bereich der MEW, Kilometer 50,600 bis 55,980 und im Bereich der Stör-Wasserstraße müssen die Dämme aus Sicherheitsgründen saniert werden. Die Dämme haben sich im Laufe der Jahrzehnte gesetzt und sollen nach den Hochwasserereignissen in den Jahren 2002 und 2010 wieder auf eine Höhe gebracht werden, die ca. 50 cm ( Freibord) über dem bisher höchsten Wasserstand liegt. Dazu sind Auffüllungen von ca. 20 bis 50 cm erforderlich. Eine Verbreiterung der Dämme erfolgt zu Sicherung der Bauwerke gegen Durchströmen von Wasser nach den heute üblichen Standsicherheitsanforderungen nur auf rechnerisch erforderlichen Mindestabmessungen.

Nach heutigen Sicherheitsanforderungen dürfen auf Dämmen keine Bäume stehen. Baumfällungen erfolgen nur dort, wo sie für die Standsicherheit der Dämme zwingend notwendig sind ( Windwurf von Bäumen kann zu einer erheblichen Schwächung des Dammquerschnitts führen; Gehölze begünstigen die Ansiedlung von Wühltieren, deren Gänge sich ebenso wie die Wurzeln abgestorbener Bäume zu Sickerwegen entwickeln können). Von insgesamt 483 Bäumen müssen nach fachlicher Einschätzung 270 Bäume aus Sicherheitsgründen entfernt werden. Die Wasserstraße wird nicht verbreitert und nicht vertieft. Die Dämme können allerdings nach Fertigstellung zur touristischen Nutzung ( Radfahrer, Wanderer) freigegeben werden."

Das Planfeststellungsverfahren für die Sanierung der Kanalseitendämme an der Müritz-Elde-Wasserstraße und Störwasserstraße wurde nach Informationen des Sachbearbeiters mit der Auslegung der Planunterlagen in den betroffenen Gemeinden vom 13. September bis 12. Oktober eingeleitet. Private Betroffene, Verbände und sonstige Beteiligte wurden mit Schreiben vom 2. September 2010 über die Auslegung der Planunterlagen unterrichtet. Neben zahlreichen Stellungnahmen Träger öffentlicher Belange (TÖB) haben auch der BUND sowie der Nabu ihre Einwendungen gegen das Vorhaben vorgetragen, so Wiese. Zu den Unterlagen gehört auch eine aufwändig erstellte Umweltverträglichkeitsstudie und landschaftspflegerische Begleitpläne. Derzeitig erfolgt die Erarbeitung des Planfeststellungsbeschlusses, erklärt der WSA-Vertreter.

Mittlerweile hat sich der Protest ausgeweitet. Die Grünen-Abgeordnete und Vize-Präsidentin im MV-Landtag, Silke Gajek, unterstützt den Ottmann-Protest und nahm am vergangenen Sonnabend an einer Radtour entlang der betroffenen Wasserläufe teil (SVZ berichtete).

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