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Baubeginn in Niendorf an der Rögnitz : Behinderte "Sunny" erhält Wohneinheit

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Dank vieler Spenden hat der Bau einer behindertengerechten Wohneinheit für die durch einen Notfall behinderte Sandra aus Niendorf an der Rögnitz begonnen.

svz.de von
erstellt am 29.Aug.2012 | 10:06 Uhr

Niendorf a. d. Rögnitz | Die weitere Genesung ihrer Tochter Sandra ist für Mutter Viola Käming "ihr ganz persönliches Wunder", das jetzt mit dem Baubeginn einer behindertengerechten Wohneinheit im eigenen Haus in Niendorf einen weiteren positiven Schritt erfahren wird. Mit seliger Mutterliebe, einer Engelsgeduld und nicht zu brechender Zuversicht widmet sich die 51-jährige Niendorferin ihrer "Sunny". Doch mittlerweile steht sie finanziell, dank vieler Spenden aus der Bevölkerung, nicht mehr allein da. Sonst wäre der Umbau nicht möglich gewesen, dankt die "Mutter Courage" aus Niendorf.

Die bald 28-jährige Sandra musste nach einem noch nicht geklärten Notfall im Jahre 2008 reanimiert werden. Sie überlebte - als Wachkoma-Patientin - wurde medizinisch aufgeben. Nur ihre Mutter gab sie nicht verloren und schaffte das Unglaubliche: "Sunny" erwachte und ist mittlerweile auf dem Weg in ein Leben, das sie immer besser meistert. Die SVZ begleitet die allein für ihre Tochter sorgende Mutter seit dem vergangenen Jahr.

Gestern wurden die ersten Säcke Zement angeliefert. Den Mischer hatte der Maurer bereits abgestellt, Kelle, Maurerhammer und Wasserwaage liegen bereit. Noch allerdings gleicht die künftige, behindertengerechte Wohneinheit einer Sandwüste. Gemeinsam mit ihrem Sohn Stefan, Sandras Lieblingstante Bärbel aus Grebs riss das Trio Wände heraus, legte Elektro- und Wasserleitungen frei und schaffte den Bauschutt gleich in die insgesamt drei Container. Selbst abends schuftet Viola Käming mit Schippe und Karre, um die Baustelle endlich komplett zu entkernen.

Sie hat durch die zahlreichen finanziellen Zuwendungen, vielen Sachspenden und unentgeltlichen Leistungen oder solche, die den Geldbeutel kaum belasten, zusätzliche Motivation erhalten, Sandra von ihren Ängsten, schlimmen Erinnerungen und der Spastik zu befreien. Sogar die Zeichnungen für den Umbau und für eine zentral erreichbar Küche hält Viola Käming bereits in den Händen - als Spende von Unternehmern aus Grabow und Malliß.

Die Spendenbereitschaft ist die eine, gute Sache für Mutter und Tochter. Die therapeutische Betreuung ist die andere, speziell für Sandras Konstitution helfende Begleitung. Auch dabei spielt die 51-jährige Mutter die zentrale Rolle: Während die Ergo- und Physiotherapeutin sowie die Logopädin zu "Sunny" ins Haus kommen, muss Viola mit Sandra zur ebenso förderlich verlaufenden bioenergetischen Behandlung einmal die Woche nach Lübtheen. Und täglich trainiert Viola Käming den Bewegungsapparat ihrer Tochter, immer und immer wieder. Es gibt kaum einen Tag, an dem der letzte Blick auf den Wecker nicht ein oder zwei Uhr in der Nacht anzeigt. Diese seelisch und körperlich stark belastenden Anstrengungen bleiben jedoch nicht ohne Erfolg: Seit wenigen Tagen kann Sandra ohne fremde Hilfe kleinere Scheibchen von belegten Broten oder Stücke von Würstchen in den Mund stecken. Sie spricht Worte klarer und gibt kurze Sätze von sich, wenn die Kraft reicht. Wenn sie dann noch ihre Lieblingstante in den Arm nimmt, dann ist ihre Mutter den Tränen nah.

Der Behindertenverband Ludwigslust ist ebenfalls auf die Leiden von Sandra aufmerksam geworden. Es wird versucht, die junge Frau in das Programm "Persönliches Budget" zu integrieren - Ausgang offen.

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