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Ludwigsluster Tageblatt

19. November 2017 | 22:54 Uhr

Hospizverein Ludwigslust : Begleiten bis zum Tod

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Hospizverein Ludwigslust unterstützt Kranke und Angehörige in dieser schweren Zeit ehrenamtlich.

svz.de von
erstellt am 12.Mai.2015 | 07:00 Uhr

Wenn ein Mensch körperlich so erschöpft ist, dass er sich selbst nicht mehr pflegen kann, oder ihm ein Arzt die Diagnose einer unheilbaren Krankheit überbringt, dann ist es nicht nur für den Betroffenen eine schier ausweglose und nicht in Worten auszudrückende, schlimme Situation, sondern auch für die Angehörigen sehr bedrückend.

Der Hospizverein Ludwigslust e.V. kümmert sich seit 2002 ehrenamtlich und unentgeltlich um Sterbende, Kranke und deren Familienangehörige. „Im Verein sind derzeit 32 Mitglieder tätig, 17 davon werden auch für eine Begleitung eingesetzt“, sagt Michaela Joachim, Koordinatorin des Hospizvereins Ludwigslust. Um eine sterbende Person zu begleiten, muss der ehrenamtliche Helfer jedoch zuvor eine Ausbildung in Form verschiedener Seminare durchlaufen. „Derzeit haben wir drei Auszubildende“, erzählt Vorstandsvorsitzende Susan Mletzko. Für alle ehrenamtlichen Helfer werden zudem regelmäßig Fortbildungen angeboten und so beispielsweise der Umgang mit Demenzkranken in den Mittelpunkt gerückt.

Im vergangenen Jahr wurden zwölf Personen in ihrer letzten Lebenszeit begleitet. In diesem Jahr sei die Anzahl der Begleitungen sehr gering, sagt Michaela Joachim. „Die Zeitspanne für eine Betreuung beträgt in der Regel 14 Tage bis vier Wochen“, so Susan Mletzko. Viele Kranke oder Angehörige kämen erst in den letzten Lebenswochen auf den Hospizverein zu und fragen nach Unterstützung. „Manchmal wäre es jedoch sinnvoller, wenn sich die Betroffenen schon früher bei uns melden, beispielsweise drei Monate früher, um noch was bewegen zu können“, sagt Mletzko und erklärt, dass sie auch zu gezielten Schmerztherapien informieren oder versuchen könnten, bei Streitigkeiten innerhalb der Familie zu schlichten. „Die Helfer bauen oft als Ausstehende ein Vertrauensverhältnis zu den Betroffenen auf oder werden als Familienersatz gesehen“, sagt Joachim. Dabei versteht sich der Hospizverein jedoch nicht als Ersatz oder Konkurrenz für behandelnde, pflegenden oder vorsorgende Berufsgruppen, sondern arbeitet mit Hausärzten, ambulanten Pflegediensten und dem Krankenhaus „Stift Bethlehem“ zusammen. Michaela Joachim: „Für viele ist es schon eine Hilfe, wenn wir einfach nur da sind – still, dezent, aber wahrnehmbar für die Hilfesuchenden.“

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