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Ludwigsluster Tageblatt

20. November 2017 | 13:09 Uhr

Ludwigslust : Beere mit internationalem Erfolg

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Sanddorn ist bis in die Mongolei eine beliebte Pflanze. Eine Delegation aus Asien besuchte das Ludwigsluster Unternehmen zum Erfahrungsaustausch.

von
erstellt am 28.Sep.2016 | 21:00 Uhr

Ganz genau nehmen sie die kleinen orangen Früchte in Augenschein. Fühlen ihre Stärke, untersuchen die Beeren. Die Delegation aus der Mongolei besuchte gestern die Sanddorn Storchennest GmbH in Ludwigslust, um sich ein Bild vom deutschen Anbau des Sanddorns zu machen.

Die Männer und Frauen aus der Mongolei sind selbst auch Bauern in ihrer Heimat. Auf mehreren hundert Hektar pflanzen sie die Früchte an. Und auch wenn sie auf eine lange traditionelle Nutzung des Sanddorns in ihrem Land zurückblicken, möchten die Asiaten noch viel vom europäischen Anbau lernen. „Interessant ist vor allem, wie die europäischen Normen sind und die Ansprüche für den Bio-Anbau eingehalten werden“, übersetzt die Dolmetscherin. Viele der Unternehmer verwerten ihren Sanddorn zu kosmetischen Produkten auf biologischer Basis, erzählt sie weiter. Hier könne man von den Deutschen noch viel lernen.

Großes Interesse besteht auch bei den Abläufen der Ernte. In der Mongolei werde jede einzelne Frucht von den Sträuchern gepflückt. „Bei uns werden die Pflanzen abgeschnitten“, erzählt Produktionsleiter Frank Spaethe von der Sanddorn Storchennest GmbH. Dies habe den Vorteil, dass diese Vorgehensweise gleichzeitig ein Pflegeschnitt für die Pflanze sei. Davon konnte sich die Delegation auf dem Feld auch ein Bild machen. Denn die Sanddornernte in Ludwigslust ist derzeit im vollen Gang. Bis Freitag sind die Mitarbeiter noch auf der Plantage unterwegs. Danach geht es an die letzte Frostung. Zufrieden sei man mit der Ernte in dieser Saison jedoch nicht, wie Spaethe weiter erklärt. Nur 50 bis 60 Prozent wurden geerntet. „Wir kommen auf rund 40 bis 50 Tonnen.“ Worauf genau die schlechte Ernte zurückzuführen sei, könne man jetzt noch nicht sagen. „Wir vermuten, dass im Winter die männlichen Befruchtungssorten erfroren sind und die Bestäubung daraufhin schlecht war“, sagt der Produktionsleiter.

Für die mongolische Delegation, die schon seit Sonntag in Deutschland ist, geht es morgen weiter in die Landesforschungsanstalt. Auf ihrer Reise, die vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit finanziert wird, hatten die Männer und Frauen aus Asien die Möglichkeit, jede Menge Erfahrungen auszutauschen, bevor sie am Freitag wieder nach Hause fliegen. Gerade weil Sanddorn so ein Nischenprodukt ist, seien neue Erkenntnisse besonders wichtig, weiß auch Silvia Hinrichs, Geschäftsführerin in Ludwigslust. In den Jahren hat sie schon viele Delegationen aus der ganzen Welt begrüßt. Der Besuch aus der Mongolei war aber eine Premiere.

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