Ludwigslust : „Baumsturz nicht vorhersehbar“

Inzwischen sind dutzende Bäume in der Klenower Straße gefällt worden, darunter auch an der Unfallstelle.  Fotos: muen / Archiv
Inzwischen sind dutzende Bäume in der Klenower Straße gefällt worden, darunter auch an der Unfallstelle. Fotos: muen / Archiv

Entwurzelte Kastanie in der Klenower Straße in Ludwigslust: Staatsanwaltschaft stellt Todesermittlungsverfahren ein

svz.de von
04. Juli 2014, 21:15 Uhr

Das Unglück erschütterte vor knapp drei Monaten die gesamte Stadt. Eine Windböe hatte am 14. April in der Klenower Straße einen Baum entwurzelt. Die umstürzende Kastanie erschlug einen 71-jährigen Rentner (SVZ berichtete). Jetzt stellte die Staatsanwaltschaft das damals eingeleitete Verfahren ein. Oberstaatsanwalt Stefan Urbanek: „Ein sogenanntes dendrologisches Gutachten hat ergeben, dass der Vorfall nicht vorhersehbar gewesen bzw. der Baum umsturzgefährdet gewesen wäre. Die Stadt Ludwigslust hat im Rahmen der Ausübung ihrer üblichen Verkehrssicherungspflicht turnusmäßig unter anderem den betreffenden Baum überprüft. Eine Sanierungsbedürftigkeit konnte nicht festgestellt werden. Das Todesermittlungsverfahren ist daher von der Staatsanwaltschaft eingestellt worden, da kein Drittverschulden erkennbar war.“

Die Kastanien und Linden in der Klenower Straße waren im März vergangenen Jahres von einem Gutachter untersucht worden. Ergebnis seinerzeit: Von der gesamten Allee sind acht Bäume so schwer geschädigt, dass sie abgenommen werden müssen. Allerdings steht auch fest, dass niemand eine 100-prozentige Sicherheit gewährleisten kann. Ein Baum kann innerhalb kurzer Zeit seine Standfestigkeit verlieren, wenn er vom holzzersetzenden Brandkrustenpilz befallen wird.

Angesichts dieser Tatsache und des schrecklichen Unfalls stellte die Stadt dann auch den Antrag, die alten Bäume in der Klenower Straße zu fällen. Die Untere Naturschutzbehörde genehmigte noch im Mai die Fällung von 74 Kastanien und Linden.

Ludwigslusts Bürgermeister Reinhard Mach sagte gestern: „Ich bedauere den Vorfall nach wie vor sehr. Es tut mir unglaublich leid für das Opfer und die Angehörigen. Dass es eines so tragischen Unglücks bedurfte, um über den Umgang mit Alleebäumen bei grundhafter Erneuerung von Straßen nachzudenken, ist bedauerlich. Andererseits hoffe ich, dass im innerstädtischen Bereich, wo Bäume, Straßen und Häuser schon auch in Konkurrenz zueinander stehen, die Betrachtung perspektivisch dahin geht, dass noch stärker alle Belange des innerstädtischen Lebens Grundlage von Entscheidungen werden.“



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