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Ludwigsluster Tageblatt

15. Dezember 2017 | 17:10 Uhr

Ludwigslust : Baum erschlägt 71-Jährigen

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Windböe fällte am Montagmittag in der Klenower Straße in Ludwigslust eine Kastanie. Auch ein Wohnhaus beschädigt

Die mächtige Wurzel liegt frei. Abstürzende Äste haben das Dach des Hauses beschädigt – und einen Menschen erschlagen.

Ein tragisches Unglück ereignete sich gestern Mittag an der Klenower Straße in Ludwigslust. Eine Zeugin beschrieb das Geschehen so: „Ich war zu Fuß auf dem Gehweg unterwegs. Der Gegenwind war so heftig, dass ich meinen Regenschirm als Schutz vor das Gesicht hielt. Plötzlich gab es ein furchtbares Krachen. Als ich den Regenschirm beiseite nahm, sah ich den umgestürzten Baum quer auf dem Gehweg liegen.“

Nur etwa zwei Minuten später kam Manfred Kühn nach Hause. Er wohnt unmittelbar neben der Unglücksstelle. Äste der umgestürzten Kastanie hatten das Dach seines Hauses getroffen. Kühn: „Ich kletterte in das Geäst des Baumes, um zu sehen, ob jemand unter den Ästen und Zweigen liegt. Dann sah ich den Mann, er bewegte sich nicht mehr.“

Bereits kurz nach dem Unglück waren auch Polizei, Rettungssanitäter und Feuerwehr am Unglücksort, der sich nahe der Einmündung Fritz-Reuter-Straße befindet. Polizeisprecher Klaus Wiechmann: „Bei dem tödlich Verunglückten handelt es sich um einen 71-jährigen Rentner, der in der Nähe wohnte. Er war mit einem Fahrrad auf dem Gehweg unterwegs. Wir haben zwar einige Zeugen befragt, allerdings gibt es bisher niemanden, der das Unglück direkt beobachtet hat. Wir möchten mögliche weitere Zeugen bitten, sich bei uns zu melden.“

Noch am Mittag nahm die Kriminalpolizei die Ermittlungen auf. Fest steht, dass es zum Unglückszeitpunkt stark windig war und möglicherweise eine Sturmböe die über 20 Meter hohe Kastanie entwurzelt hat. „Die Kripo hat Proben von dem augenscheinlich maroden Wurzelwerk des Baumes entnommen und sichergestellt“, sagt Wiechmann.

Entsetzen herrscht auch im Ludwigsluster Rathaus. Bürgermeister Reinhard Mach gestern Nachmittag: „Ich möchte meine tiefe Betroffenheit ausdrücken. Mein ganzes Mitgefühl gilt der Witwe und den Angehörigen des Verunglückten.“ Mach hatte sich bereits vor Baubeginn 2013 in der Klenower Straße dafür ausgesprochen, dass dort alle Bäume abgenommen werden sollten und dafür später neue gepflanzt werden. Doch externen Gutachten zufolge, die im Frühjahr 2013 über den Zustand der Bäume erstellt wurden, galten fast alle Bäume in der Klenower Straße als gesund. Reinhard Mach: „Aufgrund dessen wurden im November nur einige Bäume abgenommen, die laut Gutachten gefährdet waren.“ Laut Mach war der Stadt von der Unteren Naturschutzbehörde signalisiert worden, dass es keine Genehmigung für das Abnehmen der anderen Bäume geben würde. Jetzt soll in der Verwaltung nochmals beraten werden.

Reinhard Mach: „Wir werden bei der Unteren Naturschutzbehörde den Antrag stellen, alle Bäume in der Klenower Straße abzunehmen, denn offenbar stellen sie trotz des positiven Gutachtens eine Gefahr dar.“

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